AFTER SALES STUDIE - page 10

über 52 % im Jahr 2003. Dazu gewonnen haben auch die freien
Werkstätten, wozu auch sogenannte Werkstattkonzepte und
Systemanbieter wie Reparaturschnelldienste zählen. Ihr Anteil
erhöhte sich im Betrachtungszeitraum von 32 % im Jahr 2003 auf
35 % im Jahr 2013. Der Anteil der Eigenleistungen war rückläufig,
was vor allem auf die komplexere Technik bei den Fahrzeugen
zurückzuführen ist.
Der Anstieg des Marktanteils freier Werkstätten steht in einem
direkten Zusammenhang mit der wachsenden Bedeutung älterer
Fahrzeuge. So lag der Marktanteil der freien Werkstätten bei Fahr-
zeugen, die älter als 10 Jahre sind im Jahr 2013 bei 55 %, während
die fabrikatsgebundenen Werkstätten in diesem Segment nur auf
38 % Marktanteil kamen (Abbildung 4).
Deutliche Differenzen weisen die Marktanteile von freien und
vertragsgebundenen Werkstätten bei den verschiedenen Instand-
setzungsarbeiten auf: Wie Abbildung 5 zeigt, dominieren die Mar-
kenwerkstätten bei technisch komplexeren Arbeiten wie zum Bei-
spiel bei Getriebe und Kupplung, bei der Motorelektrik sowie beim
Motor. Demgegenüber erreichen die freien Werkstätten bei eher
einfacheren Arbeiten wie zum Beispiel den Bremsbelägen und der
Abgasanlage hohe Marktanteile.
Kapitel 2
Verantwortlich für die längerfristig betrachtet gedämpfte Entwick-
lung im After Sales sind vor allem die verlängerten Wartungsin-
tervalle und die geringere Reparaturanfälligkeit der Fahrzeuge.
So sind die durchschnittlichen Wartungsarbeiten je Fahrzeug und
Jahr von 1,10 im Jahr 2003 auf 0,90 im Jahr 2013 gesunken. Auch
die Zahl der Reparaturen je Fahrzeug und Jahr waren deutlich
rückläufig. Sie sanken von 0,86 im Jahr 2003 auf 0,61 im Jahr 2013
(Abbildung 2). Dem stand ein nur leicht wachsender Fahrzeug-
bestand gegenüber. Hinzu kam die aufgrund der steigenden
Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge sinkende Unfallhäufigkeit
sowie die ebenfalls rückläufigen Fahrleistungen je Fahrzeug, was
sich sowohl auf die Wartungs- wie Reparaturhäufigkeit negativ
ausgewirkt hat.
Der wichtigste gegenläufige Faktor war das steigende Durch-
schnittsalter der Fahrzeuge. So ist das Segment der Fahrzeuge mit
einem Alter von über 11 Jahren zwischen 2003 und 2012 um 34,1 %
auf 15,9 Mio. Fahrzeuge gestiegen. Da ältere Fahrzeuge technisch
bedingt einen höheren Verschleiß und damit eine höhere Repara-
turanfälligkeit aufweisen, hat sich diese Entwicklung stabilisierend
auf die Umsätze im After Sales Geschäft ausgewirkt. Allerdings ist
dabei zu beachten, dass die Reparaturen an älteren Fahrzeugen
häufig in Eigenleistung oder in Schwarzarbeit durchgeführt wer-
den, so dass sie im Kraftfahrzeuggewerbe nicht beschäftigungs-
wirksam werden (vgl. DAT 2014, S. 49).
Im Hinblick auf die gewählten Werkstätten zeigt sich, dass der
Marktanteil der herstellergebundenen Markenwerkstätten im
Markt für Wartungs- und Reparaturarbeiten in den letzten Jahren
gestiegen ist (Abbildung 3). Er betrug im Jahr 2013 57 % gegen-
Abbildung 2: Wartungs- und Reparaturereignisse je Fahrzeug und Jahr
(Quelle: DAT Report 2014)
Abbildung 3: Wettbewerbssituation im Servicegeschäft (ohne Unfallreparaturen)
(Quelle: DAT Report 2014)
Abbildung 4: Werkstattwahl nach Fahrzeugalter
(Quelle: DAT 2014)
Marktanteil
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Markenwerkstatt 52 % 55 % 56% 58 % 55 % 53 % 54 % 56 % 54 % 57 %
Freie Werkstatt
32 % 31 % 31 % 29 % 33 % 36 % 35 % 36 % 38 % 35 %
Tankstelle
1 % 0 % 0 % 0 % 0 % 1 % 0 % 1 % 0 % 0 %
Do-it-yourself
9 % 10 % 7 % 9 % 9 % 9 % 8 % 5 % 7 % 8 %
Keine Angaben 6 % 4 % 6 % 4 % 3 % 1 % 3 % 2 % 1 % 0 %
Anteile in v. H.
< 2 J.
2–4 J.
4–6 J.
6–8 J.
8–10 J.
> 10 J.
Markenwerkstatt
94
91
74
68
55
38
Freie Werkstatt
6
9
23
30
42
55
Sonstige
0
0
3
3
3
7
8
1,2,3,4,5,6,7,8,9 11,12,13,14,15,16,17,18,19,20,...44
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