AFTER SALES STUDIE - page 12

Kapitel 2
2.4 ENTWICKLUNG IM AFTERMARKET
Der Aftermarket umfasst – wie bereits weiter oben definiert – den
Markt für Ersatzteile und Zubehör. Die Marktakteure und Vertriebs-
wege in diesem Markt zeigt Abbildung 8. Demnach werden etwa
70 bis 80 % der Ersatzteile von Automobilzulieferern hergestellt.
Etwa 20 bis 30 % davon entfallen auf die Automobilhersteller. Nur
ein Teil der von den Automobilzulieferern hergestellten Teile wird
über den freien Kfz-Teilehandel vermarktet (40 bis 50 %). Zu einem
erheblichen Teil beliefern die Zulieferer die Automobilhersteller,
die deren Teile dann als Originalersatzteile vermarkten. Etwa 45
bis 55 % der Teile werden von freien Servicebetrieben im Rahmen
von Wartungsarbeiten und Reparaturen verbaut oder auch an
Endkunden vertrieben. Der restliche Teil entfällt auf die hersteller-
gebundenen Werkstätten.
Insgesamt weist der Aftermarket in Deutschland in den letz-
ten Jahren ebenfalls eine stagnierende Tendenz auf (Abbildung
9). Das Marktvolumen für PKW-Komponenten lag im Jahr 2012
mit 21,2 Mrd.
nur wenig höher als im Jahr 2008 (20,2 Mrd.
).
2.5 BEDEUTUNG DES AFTER SALES GESCHÄFTES
FÜR DIE AUTOMOBILHERSTELLER
Der After Sales ist für die Automobilhersteller unter drei Gesichts-
punkten von großer strategischer Relevanz:
•• Er stellt einen zunehmenden wichtigen Bereich zur Differen-
zierung im Wettbewerb dar.
•• Er hat einen großen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit und
damit auch die Kundenbindung.
•• Insbesondere das Teilegeschäft ist für die Automobilher-
steller eine wichtige Ertragsquelle.
Nach Schätzung von Roland Berger Strategy Consultants entfal-
len 75 bis 80 % der Gewinne der Automobilhersteller auf das After
Sales Geschäft bzw. den Aftermarket (vgl. Roland Berger Strategy
Consultants 2013).
Abbildung 8: Vertriebswege im Aftermarket
(Quelle: GVA/IFA-Schätzungen)
Abbildung 9: Marktvolumen für After Sales PKW-Komponenten in Mrd.
Deutschland
(Quelle: GVA BBE-Schätzung; IFA 2013; Endverbraucherpreise ohne MwSt.;
Berechnung für 2012)
Abbildung 7: Beschäftigung im Kfz-Gewerbe
(Quelle: ZDK 2014; Berechnungen IFA 2014)
Die Gründe hierfür sind die gleichen wie für das stagnierende After
Sales Geschäft: technisch-qualitative Verbesserungen der Fahr-
zeuge, kaum noch steigender Fahrzeugbestand, Reduktion der Un-
fallzahlen sowie sinkende Fahrleistungen je Fahrzeug. Allerdings
profitiert der Aftermarket von der Tendenz, schadhafte Teile und
Komponenten nicht mehr zu reparieren, sondern auszutauschen.
Gleichwohl ist davon auszugehen, dass auch der Aftermarket auf-
grund der genannten fundamentalen Faktoren kaum noch wach-
sen wird. Allein der zunehmend ältere Fahrzeugbestand stellt auch
für den Aftermarket einen stabilisierenden Faktor dar.
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