AFTER SALES STUDIE - page 14

Kapitel 3
BEDEUTUNG DER ELEKTROMOBILITÄT AUS ÖKOLOGISCHER
UND ÖKONOMISCHER SICHT
Die Elektrifizierung des Antriebsstranges ist eine wesentliche
technische Option zur Reduktion der klimarelevanten CO
2
-Emis-
sionen. Auf Basis regenerativ erzeugten Stroms ist eine nahezu
CO
2
-freie Nutzung von Automobilen möglich. Darüber hinaus sind
Elektrofahrzeuge aufgrund ihrer lokalen Emissionsfreiheit ein
wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität und zur Re-
duktion der Lärmemissionen in Ballungszentren. Für die Diffusion
von elektrisch betriebenen Fahrzeugen ist der Aufbau einer leis-
tungsfähigen IKT- und Energieinfrastruktur von entscheidender
Bedeutung (vgl. e-mobil BW 2013, S. 8 ff.). Durch die Elektrifizie-
rung des Antriebsstranges können die ökologischen Vorteile bat-
terieelektrischer Fahrzeuge je nach Elektrifizierungsstufe auch für
Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren genutzt werden. Die Tech-
nologieführerschaft im Bereich der Elektromobilität ist daher eine
wichtige Voraussetzung für die Erhaltung der Wettbewerbsfähig-
keit der deutschen Automobilindustrie und des Automobilstandor-
tes Deutschland.
Folgende Formen der Elektrifizierung des Antriebsstranges können
unterschieden werden (vgl. e-mobil BW 2011, S. 8 f.):
•• Vollhybrid,
•• Plug-in-Hybrid (PIH),
•• Plug-in-Hybrid mit Range Extender (REEV),
•• Batterieelektrischer Antrieb (BEV) sowie
•• Brennstoffzellenantrieb (Fuell Cell).
Im Rahmen der vorliegenden Studie werden alle genannten For-
men der Elektrifizierung berücksichtigt und in Kapitel 4 näher im
Hinblick auf deren Auswirkungen auf den After Sales erläutert.
Der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben bzw. Kraft-
stoffen am PKW-Gesamtbestand lag zum 01.01.2014 bei circa 1,5 %
(Abbildung 12). Darin enthalten sind Fahrzeuge mit Flüssig- und
Erdgas, auf die der mit Abstand größte Anteil entfällt. Der Anteil
von Hybrid- und Elektrofahrzeugen erreichte 0,22 %. Allerdings
zeigt die Entwicklung der letzten Jahre einen beschleunigten
Anstieg von Hybrid- und Elektrofahrzeugen im Fahrzeugbestand.
So erhöhte sich die Zahl der zugelassenen Hybrid-Fahrzeuge von
STAND UND ENTWICKLUNG DER
ELEKTROMOBILITÄT IN DEUTSCHLAND
8.971 im Jahr 2006 auf 85.575 im Jahr 2014 (jeweils zum 01.01.) Der
Bestand an batterieelektrischen Fahrzeugen erhöhte sich im glei-
chen Zeitraum von 1.931 auf 12.156 Einheiten.
Zur künftigen Bedeutung elektrifizierter Fahrzeuge liegt eine
kaum noch überschaubare Zahl von Prognosen vor. Die jüngste
Vorausschätzung des Fraunhofer-Instituts für System- und In-
novationsforschung (ISI) hält es unter günstigen Rahmenbedin-
gungen für möglich, dass im Jahr 2020 1,0 bis 1,4 Mio. Elektro-
fahrzeuge in Deutschland zugelassen sein werden. Im mittleren
Szenario werden 400.000 bis 700.000, im ungünstigsten Fall 50.000
bis 300.000 Elektrofahrzeuge im Jahr 2020 erwartet (vgl. Fraun-
hofer-Institut ISI 2013).
Abbildung 12: Bedeutung alternativer Antriebe am PKW-Bestand in Deutschland
(Stand: jeweils 01.01.) (Quelle: KBA)
Einheiten
2006
2010
2014
Flüssiggas
45.585
369.430
500.867
Erdgas
30.554
68.515
76.065
Elektro
1.931
1.588
12.156
Hybrid
8.971
28.862
85.575
gesamt (Mio.)
46,090
41,737
43,851
12
1...,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13 15,16,17,18,19,20,21,22,23,24,...44
Powered by FlippingBook