AFTER SALES STUDIE - page 15

Gemeinsame Bezugsgröße für alle betrachteten Elektrifizierungs-
konzepte ist ein konventionelles Verbrennungsfahrzeug mit Otto-
oder Dieselmotor, Kraftstoffsystem sowie dem mechanischen An-
triebsstrang.
Während bei den Full-Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen
zusätzlich zu den elektrischen Komponenten (Elektromotor, Trak-
tionsbatterie, elektrischer Antriebsstrang und gegebenenfalls Vor-
richtung für externes elektrisches Laden) noch ein Verbrennungs-
motor und mechanischer Antriebsstrang vorhanden sind, entfällt
bei Range-Extender-Fahrzeugen der mechanische Antriebsstrang
– die Leistung wird überwiegend durch den elektrischen Antriebs-
strang auf die Räder verteilt. Bei rein batterieelektrischen Fahr-
zeugen entfällt auch der Verbrennungsmotor inklusive Kraftstoff-
system.
Brennstoffzellen-Fahrzeuge sind, wie auch das batterieelektrische
Fahrzeug, auf Elektromotor, Traktionsbatterie und einen elektri-
fizierten Antriebsstrang angewiesen. Des Weiteren benötigen
Brennstoffzellen-Fahrzeuge zusätzlich ein Brennstoffzellensystem
und eine Wasserstoff- bzw. Methanolversorgung. Externes elektri-
sches Laden ist in der Regel nicht vorgesehen.
Kapitel 4
4.1 ELEKTROMOBILITÄT AUS TECHNISCHER SICHT
Die Fahrzeug- und Servicetechnik war in den letzten hundert
Jahren geprägt durch verbrennungsmotorische Antriebe nach
dem Otto- oder Dieselprinzip, Schalt- oder Automatikgetriebe und
mechanischer Leistungsverteilung zu den Antriebsrädern. Hinzu
kamen mechanisch/hydraulische Zusatzaggregate wie Lenkung,
Bremse, Federung/Dämpfung. Diese wurden – zusammen mit dem
Einzug elektronischer Sicherheits- und Komfortsysteme – seit den
achtziger Jahren sukzessive elektrifiziert. Im Grunde basiert das
konventionelle Fahrzeug jedoch nach wie vor auf dem klassischen
mechanischen Grundaufbau.
Die Elektromobilität wird dies von Grund auf ändern: der Weg-
fall der mechanischen Antriebskomponenten eröffnet – je nach
Elektrifizierungsgrad des Antriebsstranges – Chancen auf neue
Fahrzeugkonzepte und Mobilitätssysteme. Der Einzug von Hoch-
volt-Bordnetzen in die Fahrzeugtechnik ändert nicht nur die An-
triebstechnologie, er wirkt gleichzeitig auch als Beschleuniger für
die Elektrifizierung der letzten mechanischen bzw. mechanisch-
hydraulischen Zusatzaggregate. So werden zukünftig Lenk- und
Bremssignale elektronisch übermittelt (Steer-by-wire bzw. Bra-
ke-by-wire). Steer-by-wire- und Brake-by-wire-Systeme werden
sowohl in den unterschiedlichen Formen der Elektromobilität wie
auch in den weiterentwickelten konventionellen Fahrzeugen Ein-
zug halten. Zusammen mit der weiteren Computerisierung und
Vernetzung der Automobile ermöglicht dies wiederum Fahreras-
sistenzsysteme zur Realisierung von (Teil-)autonomem Fahren (vgl.
Schreier 2012).
Aus technischer Sicht zählt die Elektromobilität somit zu den
Schlüsseltechnologien für das Automobil der Zukunft, die auch die
After Sales Technik sowie Wartung, Diagnose und Reparatur deut-
lich verändern wird (vgl. Schreier 2013).
Die Auswirkungen der verschiedenen Elektrifizierungskonzepte
auf die Wartung und Reparatur ergeben sich aus der unterschied-
lichen technischen Konfiguration von Elektrofahrzeugen gegen-
über herkömmlichen Fahrzeugen mit Otto- oder Dieselmotoren.
Abbildung 13 zeigt die relevanten technischen Merkmale der ver-
schiedenen Antriebskonzepte im Überblick.
AUSWIRKUNGEN DER ELEKTROMOBILITÄT
AUF DEN AFTER SALES – TECHNISCHE ANALYSE
Abbildung 13: Technische Merkmale verschiedener Antriebskonzepte
(Quelle: CAST 2014)
Konven-
tionelles
Fahrzeug
Full-
Hybrid
Plug-in-
Hybrid
Range
Extender
Batterie-
elekt.
Fahrzeug
Brenn-
stoffzellen
Fahrzeug
Brennstoffzellen-
system
H
2
-Betankung
Externes elektri-
sches Laden
Elektromotor
Hochvoltbatterie
Elektrischer
Antriebsstrang
Verbrennungs-
motor Benzin-/
Dieselbetankung
Mechanischer
Antriebstrang
13
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