AFTER SALES STUDIE - page 18

Kapitel 4
allerdings in der Regel immer im günstigsten Betriebspunkt, also
immer in der optimalen Last/Drehzahl betrieben wird, könnte der
Wartungsaufwand durchaus niedriger ausfallen als beim konven-
tionellen Fahrzeug.
Hinsichtlich der Verschleißreparaturen ist die Situation beim Range
Extender identisch mit der beim Voll- und Plug-in-Hybrid:
•• Bremsbeläge und -scheiben: -33%
•• Abgasanlage: in etwa gleich
•• Wegfall Kupplung.
4.2.5 BATTERIEELEKTRISCHES FAHRZEUG
Bei batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) entfallen sämtliche
verbrennungsmotorischen Bauteile sowie der mechanische An-
triebsstrang. Verbaut sind ein Elektromotor/Generator, eine Trakti-
onsbatterie und der durchgängige elektrische Antriebsstrang. Das
externe Laden der Hochvoltbatterie erfolgt durch ein entsprechen-
des Ladegerät.
Durch die deutlich unterschiedlichen technischen Konfiguratio-
nen von BEV-Fahrzeugen ergeben sich hier große Unterschiede
hinsichtlich der Wartungs- und Reparaturarbeiten gegenüber
konventionell angetriebenen Fahrzeugen. Im Hinblick auf die War-
tung entfallen sämtliche Arbeiten, die mit dem Verbrennungsmotor
sowie dem mechanischen Antrieb zusammenhängen. Demgegen-
über müssen – wie beim Plug-in-Hybrid mit Range Extender – die
folgenden Arbeiten durchgeführt werden: Kontrolle der Leistungs-
elektronik, Austauschen der Trocknerpatrone sowie je nach Her-
steller und konzeptioneller Methode der Austausch von Kühlmit-
teln in Batterie- und Leistungselektronik-Kühlkreisläufen.
Bei den Verschleißreparaturen entfällt nunmehr nicht nur die
Kupplung, sondern auch die komplette Abgasanlage. Darüber hin-
aus kann auch hier aufgrund der Energie-Rekuperation von einem
um ein Drittel reduzierten Verschleiß bei den Bremsbelägen und
-scheiben ausgegangen werden.
4.2.6 BRENNSTOFFZELLEN-FAHRZEUG
Ein Brennstoffzellen-Fahrzeug erzeugt auf Basis von Wasserstoff
oder Methanol elektrische Energie, die zum Antrieb eines Elektro-
motors genutzt werden kann. Dazu muss in solchen Fahrzeu-
gen ein Elektromotor/Generator, ein Brennstoffzellen-System
bestehend aus Wasserstoffmodul und Brennstoffzellenstack,
Wasserstofftanks sowie eine Traktionsbatterie, welche Reku-
peration ermöglicht und die Brennstoffzelle bei Lastwechsel
entlastet, verbaut sein. Der Antriebsstrang ist rein elektrisch
ausgelegt.
Bei Brennstoffzellen-Fahrzeugen entfallen zwar die bei konven-
tionellen Fahrzeugen notwendigen verbrennungsmotorischen
Arbeiten. Andererseits müssen aber folgende zusätzliche Ar-
beiten durchgeführt werden:
•• Wasserstoff Sensorik auf Funktion prüfen,
•• Wasserstoffeinfüllstutzen auf Verschmutzung prüfen,
•• Entlüftungsöffnung auf Sicht prüfen,
•• Abblasklappe auf Beschädigung prüfen,
•• Ionentauscher wechseln,
•• Prüfung / Austausch weiterer Kühlmittel.
Bei den Verschleißreparaturen ist die Situation vergleichbar wie
bei einem BEV-Fahrzeug: Kupplung und Abgasanlage entfallen
komplett, bei den Bremsbelägen und -scheiben kann eine um ein
Drittel verminderte Belastung angenommen werden.
4.2.7 ZUSAMMENFASSUNG WARTUNG UND REPARATUR
Abbildung 17 verdeutlicht den Komplexitätsgrad der in den be-
trachteten Elektrifizierungskonzepten eingesetzten Technologien
und deren Auswirkungen auf Wartung und Reparatur:
Voll-Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Range-Extender-Fahrzeuge be-
nötigen zur Wartung zusätzlich zu den konventionellen Arbeiten
die Prüfung der Elektronik-Komponenten. Bei Bremsbelägen und
-scheiben ist mit einem geringeren Verschleiß zu rechnen, die
Kupplung entfällt komplett. Zusätzlich können Reparaturarbei-
ten an den Hochvoltbatterien anfallen. Bei batterieelektrischen
Fahrzeugen entfallen sämtliche Wartungen und Verschleißrepa-
raturen, die mit dem Verbrennungsmotor zusammenhängen. Dies
gilt auch für Brennstoffzellenfahrzeuge. Hier kommen jedoch
umfangreiche Wartungsarbeiten des gesamten Wasserstoff-
systems hinzu.
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