AFTER SALES STUDIE - page 20

Kapitel 4
Weiterhin ist auch der Reifenverschleiß von elektrifizierten gegen-
über konventionellen Fahrzeugen umstritten. In der vorliegenden
Studie wurde ein identischer Reifenverschleiß von Fahrzeugen mit
Verbrennungsmotoren und den elektrifizierten Antriebskonzepten
angenommen.
Darüber hinaus besteht ein weiterer Forschungsbedarf im Bereich
der Messung, Überwachung und Fehlerdiagnose von Hochvoltbat-
terien im Werkstattumfeld sowie Kfz-servicegerechte Reparatur-,
Austausch- und Transportsysteme für Batterieelemente
4.3 AUSWIRKUNGEN AUF DIE ARBEITSSICHERHEIT
Durch den Einsatz von Hochvolttechnologie in den elektrifizierten
Fahrzeugen unterscheidet sich der Service an Elektrofahrzeugen
deutlich vom Service an konventionellen Fahrzeugen. Das Berüh-
ren von unter Spannung stehenden Teilen des Fahrzeugs kann für
die Mitarbeiter im Service zu erheblichen gesundheitlichen Schä-
den bis hin zum Exitus führen.
Aus diesem Grund erfordert die Wartung und Reparatur von elekt-
rifizierten Fahrzeugen die Durchführung einer detaillierten Gefähr-
dungsbeurteilung auf Grundlage geltender Normen und Gesetze
in der Kfz-Werkstatt. Ergebnisse dieser Gefährdungsbeurteilung
betreffen die folgenden Bereiche:
• Technische Maßnahmen wie Ausstattung, Werkzeuge und
Betriebsmittel.
• Persönliche Maßnahmen wie Weiterbildung und Qualifizie-
rung und die persönliche Schutzausrüstung.
• Organisatorische Maßnahmen wie Betriebsanweisung,
Sicherheitsunterweisung und der Einsatz einer verantwortli-
chen Elektrofachkraft.
Folgende Sicherheitsausrüstung ist aktuell – festgelegt durch ver-
schiedene Vorschriften und VDE-Bestimmungen – zwingend erfor-
derlich (Abbildung 20):
• Aufbewahrung der Betriebsmittel in einem separaten HV-
Schrank im Nebenraum; elektrische Schutzhandschuhe
nach DIN EN 60903 sowie ein Helm bzw. Gesichtsschutz als
persönliche Schutzausrüstung.
• Ein Komplettset für Elektro- und Hybridfahrzeuge, inklusive
isoliertem Werkzeug nach DIN EN 60900.
• Ein Isolationsmessgerät und Isolierabdecktücher nach
VDE 0680/1.
• Diverse Warnzeichen, Warnaufsteller und Absperrungen.
Die hohen Sicherheitsanforderungen im Umgang mit Hochvolt-
batterien und die neuartigen Tätigkeiten im Rahmen von Wartung
und Verschleißreparaturen durch die Elektrifizierung des Antriebs-
stranges haben Konsequenzen für die technische Ausstattung der
Werkstätten und die Qualifizierung der Mitarbeiter.
4.4 AUSWIRKUNGEN AUF DIE TECHNISCHE AUSSTATTUNG
DER WERKSTÄTTEN
Im Hinblick auf die technische Ausstattung der Werkstätten
ergeben sich die folgenden zusätzlichen Anforderungen:
• Einrichtung von Ladestationen für Hybrid- und Elektrofahr-
zeuge.
• Anschaffung von Spezialwerkzeug, Hebe- und Transport-
mittel für die Hochvoltbatterie sowie evtl. einen Hochvolt-
batterie-Arbeitsplatz zur Reparatur bzw. zum Austausch von
Batterieelementen.
• Für Arbeiten an Brennstoffzellen-Fahrzeugen werden zusätz-
lich eine Gaswarnanlage, eine Einrichtung für den Potenzial-
ausgleich sowie ein H
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-Lecktester benötigt.
Abbildung 20: Sicherheitswerkzeug für Service an Elektrofahrzeugen
(Quelle: Knipex/Conrad)
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