AFTER SALES STUDIE - page 23

Qualitätsprüfung
: Die Qualitätskontrolle muss durch qualifiziertes
Personal erfolgen, das Fahrzeug muss gereinigt und geladen werden.
Im Hinblick auf die Fahrzeugrückgabe und die Nachbetreuung er-
geben sich keine besonderen Anforderungen.
4.7 VERIFIKATION DER ARBEITSPROZESSE FÜR DIE WARTUNG
UND REPARATUR ELEKTRIFIZIERTER FAHRZEUGE
Im Rahmen einer labortechnischen Untersuchung am Center of
Automotive Service Technology (CAST) der Hochschule Esslin-
gen wurde die Durchführung von typischen Wartungsarbeiten
an einem Toyota Prius Plug-in-Hybrid und einer Mercedes-Benz
S-Klasse 400 Hybrid in Gegenüberstellung zur S-Klasse 350 (beides
Modelle der Baureihe 221) überprüft (Abbildung 24).
An den Fahrzeugen wurden die folgenden Arbeiten durchgeführt:
•• Kontrolle des Hochvoltsystems,
•• Öl- mit Filterwechsel,
•• Austausch des Luftfilters sowie Austausch der Zündkerzen.
Insbesondere wurde geprüft, wie das Hochvoltsystem, vor allem
die Verkabelung, verbaut ist und inwiefern Hochvoltkomponenten
die üblichen Wartungsarbeiten behindern oder beeinträchtigen.
Ebenso wurde ermittelt, ob der Mechatroniker mit dem Hochvolt-
system in Berührung kommen könnte.
Im Hinblick auf den Toyota Prius Plug-in-Hybrid konnte festge-
stellt werden, dass die allgemeinen Wartungsarbeiten durch die
Komponenten des Hochvoltsystems nicht erschwert oder beein-
trächtigt wurden. Weiterhin konnte festgestellt werden, dass die
Vorgabezeiten des Herstellers realistisch sind. Toyota verlangt
bei der Wartung eines Prius Plug-in-Hybrid die Freischaltung des
Fahrzeugs, die rund 15 Minuten in Anspruch nimmt.
Auch bei der Mercedes-Benz S-Klasse behindert das Hochvolt-
system die Wartungsarbeiten nicht (Abbildung 25). Es findet keine
Berührung mit dessen Komponenten statt. Bei der S-Klasse ist für
Wartungsarbeiten nach Herstellerangaben keine HV-Freischal-
tung notwendig. Der Zeitaufwand für eine Wartung ist identisch
mit dem konventionellen Fahrzeugmodell, obwohl zusätzlich die
Hochvoltanlage überprüft werden muss. Hierzu müssen bei dem
Mechatroniker, der mit der Durchführung der Wartungsarbeiten
betraut ist, allerdings die dafür notwendigen Grundqualifikationen
vorliegen (sog. HV-Sensibilisierung).
Durch die geringe Anzahl von elektrifizierten Fahrzeugen imMarkt,
bestehen noch kaum praktische Erfahrungen über die spezifischen
Arbeitsprozesse und deren effizienter Durchführung im Werkstat-
talltag. Da die Fahrzeuge nur selten zu Wartungs- und Reparatur-
arbeiten in die Werkstatt kommen, werden die Tätigkeiten von Fall
zu Fall durchgeführt. Eine zunehmende Marktdurchdringung wird
jedoch die Fahrzeugdurchläufe und damit den Handlungsdruck auf
angepasste und effiziente Arbeitsprozesse erhöhen.
Abbildung 24: Zündkerzenwechsel am Toyota Prius Plug-in-Hybrid
(Quelle: Hochschule Esslingen, CAST)
Abbildung 25: HV-Kabelführung im Motorraum Mercedes-Benz S 400 Hybrid
(Quelle: Hochschule Esslingen, CAST)
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