AFTER SALES STUDIE - page 24

Kapitel 5
5.1 VORGEHENSWEISE
Das Arbeitsvolumen und die Beschäftigung im After Sales hängt
von zahlreichen Faktoren ab. Im Rahmen einer Online-Befragung
wurden im Jahr 2013 Inhaber und Geschäftsführer von Autohäu-
sern und Kfz-Werkstätten gefragt, welche Faktoren nach ihrer
Auffassung in Zukunft den stärksten positiven oder negativen
Einfluss auf das Arbeitsvolumen im After Sales haben werden. Als
wichtigste positive Faktoren wurden die Zunahme elektronischer
Komponenten und die wachsende technische Komplexität der
Fahrzeuge genannt (Abbildung 26). Dem stehen als wichtigste ne-
gative Faktoren die zunehmende Preissensibilität der Autofahrer
und die sinkende Reparaturhäufigkeit gegenüber. Der Einfluss der
Elektrifizierung des Antriebsstranges wird als leicht negativ ange-
sehen (-0,12).
In der vorliegenden Studie wird versucht, den isolierten Einfluss
der Elektrifizierung auf das Arbeitsvolumen und die Beschäftigung
im After Sales abzuschätzen. Es handelt sich also um eine Ceteris-
paribus-Betrachtung, die lediglich bei einer Berechnungs-Varian-
te aufgehoben wurde (siehe Kapitel 5.4). Da zwischen zahlreichen
Einflussfaktoren Wechselwirkungen vorliegen, muss diese Rand-
bedingung bei der Interpretation der Untersuchungsergebnisse
berücksichtigt werden.
AUSWIRKUNGEN DER ELEKTRIFIZIERUNG
AUF DIE BESCHÄFTIGUNG IM AFTER SALES
Grundlage für die Abschätzung der Beschäftigungs-Effekte der
Elektrifizierung im After Sales ist die Ermittlung des Arbeitsvo-
lumens für die elektrifizierten Antriebskonzepte im Vergleich zu
Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren (Benziner/Diesel). Dazu
wurden verschiedene Fahrzeugtypen aus unterschiedlichen Fahr-
zeugsegmenten (Kleinwagen, Mittelklasse, Oberklasse) und deren
jeweiliges Wartungs- und Reparaturvolumen ermittelt. Ergänzt
wurde diese quantitative Analyse durch Experteninterviews mit
After Sales Verantwortlichen von Automobilherstellern und -impor-
teuren sowie weiteren Experten. Die Ergebnisse im Hinblick auf
die ermittelten Arbeitsvolumina sowie Service- und Teileumsätze
stellen einen plausibilisierten Mittelwert der untersuchten Fahr-
zeuge dar. Zugrunde gelegt wurde einheitlich jeweils eine Nut-
zungsdauer von 12 Jahren bei einer Fahrleistung von 12.000 km
pro Jahr. Das Arbeitsvolumen wird in sogenannten Arbeitswerten
(AW) gemessen. Ein Arbeitswert wurde mit 5 Minuten angesetzt.
Die Berechnung der gesamten Veränderung des Arbeitsvolumens
durch die Elektrifizierung erfolgt szenarioabhängig. So wurden drei
Szenarien mit jeweils unterschiedlichen Anteilen konventioneller
und elektrifizierter Antriebskonzepte am Gesamtbestand an PKW
entwickelt. Zusätzlich wurden die drei Szenarien auch noch unter
Variation der Annahme hinsichtlich des PKW-Bestandes berechnet.
Die Überleitung der ermittelten Veränderungen bei den Arbeits-
volumina in Beschäftigtenzahlen erfolgte aufgrund eines Rechen-
modells, in das die folgenden Faktoren eingegangen sind: PKW-
Bestand, durchschnittliche Anzahl der Arbeitsstunden je Fahrzeug
und Jahr sowie die effektive Arbeitszeit der produktiv Beschäftig-
ten. Die ermittelten Beschäftigungs-Effekte wurden aus Gründen
einer höheren Anschaulichkeit dann noch je Betriebsstätte aus-
gewiesen. Bezugsgröße der ermittelten Beschäftigungs-Effekte ist
die Beschäftigung im deutschen Kraftfahrzeuggewerbe.
5.2 AUSWIRKUNGEN DER ELEKTRIFIZIERUNG
AUF DAS ARBEITSVOLUMEN IM AFTER SALES
Bei Vollhybriden ergeben sich zusammen mit Plug-in-Hybriden
wenig überraschend die geringsten Veränderungen bei den Ar-
beitswerten, da diese Fahrzeuge konventionell angetriebenen
Fahrzeugen am ähnlichsten sind. Insgesamt wurde gegenüber
Benzinfahrzeugen ein Rückgang von 11,2 %, gegenüber Diesel-
Abbildung 26: Herausforderungen im After Sales – Ergebnisse einer Befragung
(Quelle: IFA 2013)
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