AFTER SALES STUDIE - page 28

5.4 SZENARIO-VARIANTEN MIT BESTANDSVERÄNDERUNG
Die bisherigen Ergebnisse wurden ceteris paribus abgeleitet, das
heißt es wurde unterstellt, dass die anderen Einflussfaktoren kon-
stant bleiben. Ein wesentlicher Einflussfaktor auf das Arbeitsvolu-
men im After Sales ist der Gesamtbestand an PKW. In nahezu allen
Prognosen zur Entwicklung des deutschen Automobilmarktes wird
ein weiterer, wenn auch deutlich abgeschwächter Anstieg des
Fahrzeugbestandes prognostiziert. Begründet werden kann diese
Entwicklung mit dem anhaltenden Bevölkerungswachstum, der
weiterhin steigenden Führerscheinbesitzquote (vor allem bei Frau-
en) sowie dem Trend zum Zweit- und Drittfahrzeug. Es erscheint
daher sinnvoll, zur Einordnung und Bewertung der ermittelten Er-
gebnisse, den möglichen Effekt eines Bestandswachstums auf die
Beschäftigung im Kraftfahrzeuggewerbe aufzuzeigen.
Angenommen wurde ein PKW-Bestandzuwachs von 43,4 Mio. Ein-
heiten im Jahr 2013 (01.01.) auf 45,5 Mio. PKW im Jahr 2025, also
um 2,2 Mio. PKW. Dies entspricht einem Gesamtanstieg von 4,8 %
bzw. 0,4 % jährlich. Die angenommene Wachstumsrate liegt damit
unter dem in den letzten Jahren zu beobachtenden trendmäßigen
Wachstum des PKW-Bestandes. Oder anders ausgedrückt: Es
wird unterstellt, dass sich das Bestandswachstum weiter verlang-
samt und sich einer Sättigungsgrenze nähert.
Das Ergebnis dieser Berechnung ist in Abbildung 35 zusammen-
fassend dargestellt. Im Einzelnen ergeben sich die folgenden Be-
schäftigungs-Effekte:
Im Szenario „Langsame Diffusion“
wird der durch die Elektrifizie-
rung bedingte Rückgang der AW durch das Bestandswachstum
überkompensiert. Der gesamte Wartungs- und Reparaturbedarf
steigt um 1,9 Mio. AW. Daraus ergibt sich in der Summe ein positi-
ver Beschäftigungseffekt von 8.266 Arbeitskräften.
Im Szenario „Beschleunigte Diffusion“
kann das Bestandswachs-
tum den negativen Beschäftigungs-Einfluss der Elektrifizierung auf
den After Sales Umfang und damit auch die Beschäftigung nicht
ausgleichen. Es ergibt sich ein Beschäftigungsrückgang um 4.000
Arbeitsplätze gegenüber dem Referenz-Szenario.
Auch im „Extrem-Szenario BEV“
ergibt sich erwartungsgemäß
ein Beschäftigungsrückgang, der aber mit 9.778 Produktivkräften
deutlich geringer ausfällt als im entsprechenden Szenario ohne
Bestandswachstum (-23.111).
Kapitel 5
Abbildung 34: Szenario III: Extrem-Szenario BEV
(Quelle: Eigene Darstellung)
Angaben in v. H.
Anteil
Ø AW-Ver.
Verbrennungsmotor*
25,0
0,0
Vollhybrid
20,0
-9,3
Plug-in-Hybrid REEX
5,0
-1,9
Plug-in-Hybrid
5,0
-7,7
Batterieelektrisches Fahrzeug (BEV)
40,0
-13,3
Brennstoffzelle (Fuel Cell)
5,0
2,7
*inkl. Autogas/Erdgas
-7,5
Referenz-
Situation
Szenario III:
Extrem-
Szenario
BEV
Differenz
PKW-Bestand (in Mio.)
43,40
43,40
0,00
Ø Wartungs- u. Reparaturbedarf
Fzg./Jahr
1,55
1,43
-0,12
Gesamter Wartungs- u.
Reparaturbedarf (in Mio. Std.)
67,30
62,10
-5,20
Effektive Arbeitszeit
Mitarbeiter/Jahr (in Std.)
225,00
225,00
0,00
Zahl der Beschäftigten
(Produktivkräfte)
299.111,00
276.000,00
-23.111,00
nachr.: je Betrieb
7,91
7,30
-0,61
Zusätzlich zu diesen beiden Szenarien wurde noch ein Extrem-
Szenario durchgerechnet. Es ist insofern „extrem“ als hier ein
Anteil von 40,0 % batterieelektrischer Fahrzeugen im Jahr 2025
angenommen wird. Damit soll die Sensitivität der Beschäftigung
im After Sales gegenüber einer sehr starken Durchsetzung bat-
terieelektrischer Fahrzeuge aufgezeigt werden. Das Ergebnis der
Berechnungen ist ein Rückgang der Beschäftigtenzahl im Kraft-
fahrzeuggewerbe um 23.111 Mitarbeiter bzw. 0,61 Arbeitsplätze je
Betrieb (Abbildung 34).
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