AFTER SALES STUDIE - page 33

6.2 BESCHÄFTIGUNGSRELEVANZ
FÜR DIE AUTOMOBILZULIEFERINDUSTRIE
Bei einer Berechnung der Beschäftigungs-Effekte in der deut-
schen Teileindustrie auf Basis der szenarioabhängigen Umsatz-
rückgänge müssen die folgenden Faktoren berücksichtigt werden:
••
Anteil des Aftermarket-Umsatzes am Gesamtumsatz des jewei-
ligen Automobilzulieferers.
••
Anteil der relevantenTeilegruppen am Gesamtumsatz.
••
Anteil der in Deutschland produziertenTeile an den relevanten
Teilegruppen.
••
Beschäftigungsrelevanter Umsatz je Mitarbeiter.
Auf Basis realitätsnaher Annahmen über die genannten Faktoren
lassen sich die folgenden Beschäftigungs-Effekte für die Teilein-
dustrie in Deutschland abschätzen:
••
Auf Basis des Szenarios „Langsame Diffusion“ ergibt sich ein
negativer Beschäftigungs-Effekt in der deutschenTeileindustrie
von rund 1.600 Arbeitsplätzen.
••
Auf Basis des Szenarios „Beschleunigte Diffusion“ errechnet
sich ein negativer Beschäftigungs-Effekt von 7.300 Arbeitsplätzen.
Insgesamt waren in der deutschen Teileindustrie im Jahr 2012
291.751 Mitarbeiter beschäftigt.
6.1 RELEVANTE TEILEGRUPPEN
Die wesentlichen durch die Elektrifizierung des Antriebsstranges
betroffenen Teilegruppen sind: Bremsen, Abgasanlage und Kupp-
lung. Weiterhin ist natürlich der Bereich Motoröl sowie Ölfilter
sehr stark von der Elektrifizierung betroffen. Dies gilt vor allem
für batterieelektrische Fahrzeuge. Der Markt für Ersatz- und Ver-
schleißteile betrug im Jahr 2012 13,1 Mrd.
(ohne Öl). Er hatte
damit einen Anteil von 61,8 % am gesamten Aftermarket.
Für die angesprochenen Teilepositionen liegen keine verlässlichen
Gesamtumsatzzahlen vor, so dass der Einfluss des Rückgangs die-
ser Teile auf den gesamten Aftermarket nicht verlässlich abge-
schätzt werden kann. Lässt man den Bereich des Motoren- und
Getriebeöls außen vor, der zweifellos am stärksten von einer Aus-
breitung reiner Elektromobile betroffen wäre, so dürfte die Elektro-
mobilität wertmäßig etwa ein Drittel des Aftermarkets tangieren.
Im Hinblick auf die Teileumsätze ergeben sich szenarioabhängig
die folgenden Entwicklungen aufgrund der zunehmenden Elektrifi-
zierung des Antriebsstranges (Abbildung 41):
••
Im Szenario „Langsame Diffusion“ ist mit einem Rückgang des
Aftermarkets um 3,8 % zu rechnen.
••
Für das Szenario „Beschleunigte Diffusion“ errechnet sich ein
Rückgang um 17,8 %. xs
Da sich die Rückgänge sehr stark auf die o. g. Teilegruppen kon-
zentrieren, hängen die unternehmensindividuellen Auswirkungen
vom jeweiligen Produkt- und Technologieportfolio ab.
Abbildung 40: Relevante Teilepositionen im Bereich Antrieb
(Quelle: Eigene Darstellung)
Abbildung 41: Veränderung des Teileumsatzes im Szenario I und II: Langsame
Diffusion und Beschleunigte Diffusion (Quelle: Eigene Darstellung)
Kapitel 6
AUSWIRKUNGEN DER ELEKTRIFIZIERUNG
AUF DEN AFTERMARKET
Veränderung des Teileumsatzes im Szenario I: Langsame Diffusion
Angaben in v. H.
Anteil
Ø Umsatz-Veränderung
Verbrennungsmotor
75,0
0,0
Vollhybrid
15,0
-4,0
Plug-in-Hybrid REEX
4,5
-25,7
Plug-in-Hybrid
3,0
-14,7
Batterieelektrisches Fahrzeug (BEV)
2,0
-71,8
Brennstoffzelle (Fuel Cell)
0,5
-27,9
-3,8
Veränderung des Teileumsatzes im Szenario II: Beschleunigte Diffusion
Angaben in v. H.
Anteil
Ø Umsatz-Veränderung
Verbrennungsmotor
25,0
0,0
Vollhybrid
35,0
-4,0
Plug-in-Hybrid REEX
12,0
-25,7
Plug-in-Hybrid
8,0
-14,7
Batterieelektrisches Fahrzeug (BEV)
15,0
-71,8
Brennstoffzelle (Fuel Cell)
5,0
-27,9
-17,8
System
Bauteil
Verbrennungsmotor
Kurbelgehäuse Ventile
Kurbelwelle Nockenwelle
Kolben Nockenwellenverstellung
Pleuel Kühlkreislauf
Laufbuchsen Aufladung
Zylinderkopf Motorsteuerung
Kraftstoffversorgung Tankgefäß Einspritzsystem
Kraftstoffpumpe Leitungssystem
Abgasanlage
Abgaskrümmer SCR-System
Katalysatoren
Getriebe
Gehäuse Kugellager
Zahnräder Schmierung
Schaltvorrichtung
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