WASSERSTOFF-STUDIE - page 6

VOrWOrt
kommerzialisierung der Wasserstofftechnologie in BW
Wir haben uns in Deutschland sowohl auf Bundes- als auch auf
Landesebene klar zur Zielsetzung der Energiewende bekannt.
Der Umbau unseres Energiesystems bedeutet eine Abkehr von
den fossilen hin zu den erneuerbaren Energien und umfasst nicht
nur den Strommarkt, sondern schließt eine Wärme- und Mobili-
tätswende mit ein. In der Konsequenz bedeutet mehr erneuer-
bare Stromerzeugung aber auch mehr Fluktuationen. Um diese
Schwankungen auszugleichen, muss zukünftig Strom mehr als
bisher gespeichert werden, auch über längere Zeiträume hinweg.
Eine Langfristspeicherung im großen Maßstab ist nur mit chemi-
schen Energieträgern wie Wasserstoff möglich, der aufgrund des
hohen Wirkungsgrades mit Hilfe von Brennstoffzellen oder alter-
nativ auch durch Gasturbinen wieder in Strom umgewandelt wer-
den kann.
Wasserstoff als Energieträger der Zukunft wird aber nicht nur als
Zwischenspeicher für Strom aus erneuerbaren Energiequellen
eingesetzt werden. Er kann aufgrund seiner Universalität in den
unterschiedlichen Energiebedarfssektoren Verwendung finden,
etwa in der Mobilität und der Hausenergieversorgung wie auch als
wichtiger Grundstoff in der Industrie. Die Potenziale von Wasser-
stoff in der zukünftigen Energiewirtschaft sind deshalb sehr groß.
Der wirtschaftliche Einsatz hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Von besonderer Bedeutung sind die künftigen Elektrizitätskosten
wie auch die erforderlichen Anlageninvestitionskosten für Was-
serstoffproduktion und -infrastruktur.
Viele Fragen sind derzeit noch offen: Wie werden sich die Was-
serstoffbedarfe entwickeln? Wie wird sich die Erzeugungsstruk-
tur von Strom entwickeln, welches Aufkommen an regenerativ
erzeugtem Strom ist zu erwarten? Welche überschüssigen Men-
gen an erneuerbarer Energien lassen sich zukünftig zur Was-
serstofferzeugung und für die Mobilität in Baden-Württemberg
kostensenkend nutzen? Wel-
che Synergien sind durch eine
gleichzeitige Versorgung meh-
rerer Marktsegmente mit Was-
serstoff möglich? Welche Ver-
kehrsträger nutzen in Zukunft
Wasserstoff als Treibstoff und
welche Volumina sind zu wel-
chem Zeitpunkt zu erwarten?
Die vorliegende Studie wurde gemeinsam von den Ministerien
für Finanzen und Wirtschaft, für Umwelt, Klima und Energiewirt-
schaft sowie für Verkehr und Infrastruktur des Landes Baden-
Württemberg sowie der Landesagentur für Elektromobilität und
Brennstoffzellentechnologie Baden-Württemberg e-mobil BW
in Auftrag gegeben. Sie schärft die Konturen für die künftigen
Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff im Energiemarkt Baden-
Württemberg und zeigt das enorme Potenzial für eine nachhal-
tige Wasserstoffwirtschaft auf. Die Ergebnisse machen jedoch
auch deutlich, dass noch Hürden zu meistern sind und viele Fak-
toren die weitere Entwicklung in diesem Bereich beeinflussen.
Deshalb bedarf es weiterhin eines großen und stetigen Engage-
ments seitens Industrie und Politik.
Damit Wasserstoff ein Energieträger der Zukunft wird, müssen
schon heute die Weichen gestellt werden. Lassen Sie uns ge-
meinsam die Chancen der Wasserstoffwirtschaft nutzen und da-
mit einen Beitrag zur Energiewende leisten.
Franz Loogen
Geschäftsführer e-mobil BW GmbH
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