FAHRZEUGVERNETZUNG - page 21

Kommunikation mit der Umgebung (Fahrzeugvernetzung)
Automatisiertes Fahren wäre unter bestimmten Rahmenbedin-
gungen ohne Kommunikation mit der Umgebung denkbar. Je-
doch würden solche Systeme an Grenzen stoßen. Außerdem
muss sichergestellt sein, dass alle verkehrsrechtlich relevanten
Anforderungen durch das Fahrzeug aufgenommen werden, ins-
besondere auch dynamisch veränderliche Vorgaben von Stre-
ckenbeeinflussungs- und Lichtsignalanlagen oder Vorgaben im
Zuge von Baustellenabsicherungen. Dies ist aufgrund möglicher
Verdeckung, ungünstiger Umgebungsbedingungen und opti-
Infobox:
Standards für Software im Automobil
Ein Zusammenschluss aus Automobilherstellern und Zulie-
ferern – AUTOSAR (AUTomotive Open System ARchitec-
ture) – definiert eine Software-Architektur für die Embedded
Software im Automobilbereich, die auf einer Struktur mit
voneinander getrennten Layern basiert (siehe Abbildung 7).
Wichtig ist dabei insbesondere der Layer „Echtzeitumge-
bung (RTE)“, der die Anwendungsschicht von den darunter-
liegenden internen Schichten trennt und deshalb eine von
der konkreten Implementierung im Fahrzeug unabhängige
Anwendungsentwicklung ermöglicht.
Infobox:
C2X
Für die Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und mit
der Infrastruktur sind unterschiedliche Bezeichnungen und
Schreibweisen gebräuchlich.
Dabei werden für die Fahrzeugseite alternativ die Begriffe
Car oder Vehicle mit den Abkürzungen C oder V verwendet.
Im deutschsprachigen Raum findet man zumeist Car, im eng-
lischsprachigen dagegen Vehicle. Der englische Begriff ist
weniger einschränkend und wird deshalb gelegentlich auch
in deutschen Texten genutzt, wenn z. B. Busse oder Fahr-
räder mit betrachtet werden.
Für die Infrastrukturseite wird einheitlich der englische Be-
griff Infrastructure mit Abkürzung I genutzt. Die Verbindung
wird entweder durch das englische Wort to oder durch die
Zahl 2 ausgedrückt.
Begriffe wie Car2Car, Car-to-Car, C2C, aber auch V2V oder
Vehicle-to-Vehicle bezeichnen also die Vernetzung von
Fahrzeugen miteinander.
Basis-Software
Schichten
AUTOSAR-Architektur
Applikationen
Komponenten
Echtzeitumgebung (RTE)
SW-Komp
A
SW-Komp
B
SW-Komp
N
Komplexe
Treiber
Dienste-
Schicht
ECU-Hardware
ECU-Abstrak-
tionsschicht
µC-Abstraktionsschicht
Abbildung 7: Layer der Software-Architektur, definiert von AUTOSAR.
(Quelle: elektroniknet.de (2010))
scher Eigenschaften bestimmter Wechselverkehrszeichen durch
eine rein visuelle Erfassung nicht immer gegeben.
Auch die Vorausschau und die Reaktion auf andere Fahrzeuge
sind ohne Zusatzinformationen stark eingeschränkt. Als Beispiel
kann eine Einmündung bei sehr dichtem Verkehr dienen: Ohne die
Rücksicht eines anderen Verkehrsteilnehmers ist es gelegentlich
nicht möglich, in den laufenden Verkehr einzubiegen. Menschliche
Fahrer greifen dafür auf ihre Sinne, ihr Erfahrungswissen und auf
zwischenmenschliche Kommunikation (z. B. Gesten) zurück. Die
dafür als Ersatz in Abschnitt 2.2 vorgestellten Sensoren reichen
aber im Beispiel nicht aus, um die Situation zu bewältigen. Die da-
tenmäßige Vernetzung mit anderen Fahrzeugen, mit der Infrastruk-
tur und mit Zentralen erweitert den Informationshorizont und ist
deshalb ein wichtiger Bestandteil für das automatisierte Fahren.
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