FAHRZEUGVERNETZUNG - page 27

Verbindungen zwischen den Komponenten wird gearbeitet. Die
Zusammenarbeit zwischen IT-Sicherheitsexperten und Auto-
mobilherstellern wird intensiviert; Automobilhersteller gründen
eigene IT-Abteilungen wie zum Beispiel das Elektronik Center
von Audi in Ingolstadt oder CAR IT bei BMW in München. Zur
Bedeutung dieser Entwicklung siehe auch die Ausführungen in
Abschnitt 5.4.
Auch unabhängig von speziellen Automobilherstellern erfolgt die
Entwicklung von Analysewerkzeugen zum Auffinden von Lücken,
wie zum Beispiel der Hardware CANtact
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, die zusammen mit der
Software CANard eine Analyse des CAN-Busses erlaubt.
Trotz aller Anstrengungen und Erfolge bei den technischen
Maßnahmen können diese allein keine umfassende Sicherheit
gewährleisten. Wichtig sind ebenso rechtliche Vorgaben sowie
organisatorische und konzeptionelle Maßnahmen.
2.6 SCHNITTSTELLE ZWISCHEN FAHRER UND FAHRZEUG
Solange der Fahrer an der Führung des Fahrzeugs beteiligt ist,
kommt der Schnittstelle zwischen ihm und dem Fahrzeug eine
entscheidende Bedeutung zu. Diese Schnittstelle ist in Bezug
auf das funktionale Design und die Nutzerakzeptanz wichtig. Sie
stellt auch aus technischer Sicht eine Herausforderung dar.
Im Rahmen von Studien zur Fahrer-Fahrzeug-Interaktion bei au-
tomatischer Distanzregelung (ACC) wurden Belastung, Situati-
onsbewusstsein und Stress analysiert. Inzwischen gibt es auch
Studien zur Wirkung von ACC in Verbindung mit Spurhalteassis-
tenten. Insgesamt nimmt der Bereich Human Factors innerhalb
der Forschung – insbesondere im Vergleich zu technischen Fra-
gestellungen – eine noch eher untergeordnete Rolle ein.
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Siehe:
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Vgl. Merat, N. et al. (2014).
Kernergebnis:
Die Absicherung der Datenverarbeitungskomponenten und
der Kommunikation gegen Fehlfunktionen und äußere Ein-
flüsse ist eine Grundvoraussetzung für Verbreitung von
Automatisierung und Vernetzung.
Jedoch wird die Schnittstelle zwischen Fahrer und Fahrzeug mit
fortschreitender Automatisierung immer wichtiger. Insbeson-
dere ist die Übernahme der Fahraufgabe durch den Menschen
innerhalb einer bestimmten Zeit zu unterstützen. Informationen
müssen in einer Weise aufbereitet und zur Verfügung gestellt
werden, dass der Mensch Handlungsnotwendigkeiten rasch
erkennen kann, es gleichzeitig aber nicht zu einem Übermaß an
Information kommt.
Darstellung von Informationen
Wenn automatisierte Funktionen den Menschen entlasten,
müssen Informationen der Fahrerassistenzsysteme dem Fah-
rer geeignet kommuniziert werden. Dabei darf keine Ablenkung
erfolgen, die der Automatisierungsstufe nicht angemessen ist.
Head-up-Displays streben schon heute eine solche Aufbereitung
an. Sie erlauben die Darstellung von Informationen im Blickfeld
des Fahrers (siehe Abbildung 10). Die Unaufmerksamkeit, die
durch das Ablesen von Anzeigen entsteht, wird minimiert, weil
der Fahrer gleichzeitig die Situation auf der Straße beobachten
kann.
Head-up-Displays im Fahrzeug sind ein erster Schritt zur soge-
nannten Augmented Reality. Hierbei wird das gesamte Blickfeld
des Fahrers genutzt. Informationen werden dort eingeblendet,
wo sie benötigt werden. So erscheint der Richtungspfeil für das
Abbiegen dort, wo der Fahrer die abbiegende Fahrspur sieht.
Abbildung 10: Head-up-Display mit Navigation. (Quelle: © Bosch)
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