FAHRZEUGVERNETZUNG - page 29

In diesem Bereich ist die Forschung weiter voranzutreiben. In-
novative Interaktionstechnologien, Systemarchitekturen und
Interaktionskonzepte zur Übergabe der Fahraufgabe, insbeson-
dere zur Rückdelegation an den Fahrer, müssen analysiert und
entwickelt werden. Dazu sollten auch die Definition der Fahrer-
rolle und der Passagierrolle sowie die Verteilung von Fahr- und
Nebenaufgaben überdacht werden. Darauf aufbauend sind Stra-
tegien für Übernahmesituationen zu erforschen und Ansätze für
eine übergreifende Mensch-Maschine-Gestaltung abzuleiten,
um eine herstellerübergreifend ähnliche Funktion und Bedien-
barkeit sicherzustellen.
Darüber hinaus ist zu erwarten, dass die Übertragung von Aufga-
ben vom Fahrer zu automatisierten Komponenten voraussichtlich
das Fahrverhalten verändern wird, was sich in stärkerer Ablen-
kung sowie Gewöhnungseffekten ausdrückt. Diese Auswirkun-
gen erschweren zusätzlich die Übernahme der Fahrzeugkontrolle
durch den Fahrer in Situationen, in denen die Automatik den An-
forderungen nicht mehr gerecht werden kann.
Abbildung 12: Übernahmezeiten an einer Fahrbahnverengung beim hochautomati-
sierten Fahren. (Quelle: Damböck D. et al. (2012))
30
25
20
15
5
10
0
Länger
8
6
4
Anzahl Fahrfehler
Vorgegebene Übernahmezeit (s)
Kernergebnis:
Die Informationsaufbereitung und ihre Darstellung sind die
Basis für das Zusammenwirken von Mensch und Fahrzeug.
Die Einführung von automatisierten Fahrfunktionen, die die
Übernahme der Fahrzeugführung durch den Fahrer erfor-
dern, stellt einen kritischen Zwischenschritt auf dem Weg
zur Vollautomatisierung dar, bei dem die Anforderungen an
die Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug besonders
hoch sind.
2.7 SCHRITTWEISER AUSBAU VON AUTOMATISIERUNG
UND VERNETZUNG
Die in den Abschnitten 2.2 bis 2.6 betrachteten Technologien
finden schon heute Verwendung in diversen Fahrzeugsystemen.
Diese lassen sich den von der Bundesanstalt für Straßenwesen
definierten Kategorien (A, B und C) zuordnen. Die Kategorie B
wird wiederum in Stufen – sogenannte Automatisierungsstufen –
unterteilt.
Informierende Systeme (Kategorie A)
geben dem Fahrer Hinwei-
se. Ein Beispiel hierfür ist die Schildererkennung. Der Fahrer wird
nur auf Grundlage einer Auswertung von Kamerainformationen
über die aktuelle Höchstgeschwindigkeit informiert. Seit langem
existieren auch informierende Systeme, die auf Vernetzung des
Fahrzeugs mit der Außenwelt basieren. Dazu gehört die Berück-
sichtigung von Informationen zur Verkehrslage aus RDS-TMC bei
der Navigation (siehe Abschnitt 2.5).
Abbildung 13: Kategorisierung von Fahrerassistenzsystemen. (Eigene Darstellung)
Assistierende
Systeme
Informierende
Systeme
Notfall-
systeme
Kategorisierung der
Fahrer- und Informationssysteme
Diverse
Automatisierungsstufen
27
1...,19,20,21,22,23,24,25,26,27,28 30,31,32,33,34,35,36,37,38,39,...140
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