FAHRZEUGVERNETZUNG - page 32

Kapitel 2
Bereits das hochautomatisierte Fahren ist aus rechtlicher Sicht
problematisch (vgl. Kapitel 6). Auch die Rückübertragung der
Kontrolle an den Fahrer bedarf einer Lösung, wie in Abschnitt 2.6
dargestellt. Besonders diese beiden Hindernisse gilt es, auf dem
Weg zu höheren Automatisierungsstufen zu überwinden.
Kernergebnis:
Der Übergang vom teilautomatisierten Fahren (Stufe 2) zum
hochautomatisierten Fahren (Stufe 3) ist aus technischer
sowie rechtlicher Sicht eine besondere Herausforderung.
Abbildung 16: Beispiele heutiger Systeme und Zuordnung zu den Automatisierungsstufen 0 bis 2. (Eigene Darstellung)
Systeme bzgl.Querführung
Systeme bzgl. Längsführung
Stufen
Keine
Automatisierung
0
FCW
Front Collision Warning
Auffahrwarnsystem
Falls der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einen kritischen
Wert unterschreitet, wird der Fahrer durch ein visuelles oder
akustisches Signal bzw. durch einen Ruck/Stoß der Bremse gewarnt.
LDW
Lane Departure Warning
Spurverlassenswarnung
Das Warnsystem beobachtet mittels eines Kamerasystems die
Fahrbahnmarkierungen. Wird erkannt, dass das Fahrzeug aus
der Spur zu geraten droht, wird der Fahrer über visuelle Anzeigen
bzw. durch Vibrationen im Lenkrad oder Fahrersitz gewarnt.
ACC, ACC S&G
Adaptive Cruise Control
Abstandsregeltempomat
Der Abstandsregeltempomat übernimmt die Längsführung des Fahr-
zeugs selbständig. Allgemein regelt das System auf eine vom
Fahrer bestimmte Geschwindigkeit und auf die Abstandsinformationen
zum Vorderfahrzeug von einem Sensor. Je nach Ausbaustufe erfolgt
dies bis zum Stillstand des Fahrzeugs (Stop-and-go).
LKA
Lane Keeping Assist
Spurhalteassistent
Der Spurhalteassistent unterstützt den Fahrer bei der Querlenkung,
indem er das Fahrzeug durch Aufschalten von Lenkmomenten
in der Fahrspur hält. Das System orientiert sich dabei an der
Fahrbahnmarkierung.
Traffic Jam Assist
Stauassistent
Das System führt das Fahrzeug in Längs- und Querrichtung in einem Abstand zum vorderen Fahrzeug im fließenden Verkehr im niedrigen
Geschwindigkeitsbereich. Das System kann als eine Erweiterung des Abstandsregeltempomats mit Stop-and-go-Funktionalität sowie des
Spurhalteassistenten betrachtet werden (jedoch ohne Unterstützung eines Fahrstreifenwechsels). Der Fahrer muss das System dauernd überwachen.
Assistiert
1
Teil-
automatisiert
2
Aus den genannten Gründen sind bisher nur Assistenzsysteme
bis zur Stufe 2 auf dem Markt verfügbar. Es handelt sich dabei
zumeist um Fahrerinformations- bzw. Fahrerassistenzsysteme,
die aktiv in die Längs- oder Querführung eingreifen und somit
der Stufe 1 zuzuordnen sind. Vereinzelt werden die assistieren-
den Systeme so kombiniert, dass sie die Quer- und Längsführung
übernehmen, was der Stufe 2 entspricht. Der Fahrer muss jedoch
die Systeme kontinuierlich überwachen. In Abbildung 16 sind
beispielhaft heutige am Markt verfügbare Systeme dargestellt
und den Stufen 0 bis 2 zugeordnet.
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