FAHRZEUGVERNETZUNG - page 38

Kapitel 3
automatisierten Fahrzeugs im öffentlichen Verkehr mit hohen
Sicherheitsrisiken verbunden ist, nimmt die Frage nach einem
geeigneten Nachweis des funktional sicheren Betriebs des Fahr-
zeugs eine besondere Rolle ein. aFAS beschäftigt sich in dieser
speziellen Anwendung als eines der wenigen Projekte schon mit
der höchsten Automatisierungsstufe im Straßenverkehr. Deshalb
lassen sich die Fragen zur funktionalen Sicherheit hier an einem
praktischen Beispiel thematisieren. Die Ergebnisse können so
eine Basis für die zukünftige Zulassung von vollautomatisierten
Fahrzeugen schaffen.
Die Forschungsinitiative AKTIV (Adaptive und Kooperative Tech-
nologien für den Intelligenten Verkehr) gliedert sich in die drei
Forschungsprojekte Aktive Sicherheit (AS), Verkehrsmanage-
ment (VM) und Cooperative Cars (CoCar). Das Teilprojekt AS
adressiert Fragestellungen im Bereich Fahrerassistenz (z. B.
Funktion zur Gefahrenbremsung sowie aktive Querführung). Die
Ergebnisse bilden eine Basis für weitere teil- und hochautoma-
tisierte Systeme, die heute zum Teil schon am Markt verfügbar
sind. Im Teilprojekt VM wurden u. a. Lösungen zur kooperativen
Verkehrsbeeinflussung und zu vernetzten Lichtsignalanlagen
erarbeitet. Im Projekt CoCar wurden grundlegende Untersu-
chungen zur Nutzung von Mobilfunk im Bereich Fahrzeugkom-
munikation durchgeführt. Ein Ergebnis war, dass die Kombinati-
on von Mobilfunk mit Nahbereichsfunktechniken die damaligen
Anforderungen der gesamten Anwendungsmöglichkeiten von
Infotainment bis hin zu besonders zeitkritischen Fahrerassistenz-
funktionen abdeckt. Neben bestehenden breitbandigen Mobil-
funkverbindungen eignen sich vor allem LTE-Mobilfunknetze für
diese Anwendungen.
Das EU-Projekt AutoNet2030 (Co-operative Systems in Support
of Networked Automated Driving by 2030) hat zum Ziel, Prozedu-
ren und Algorithmen für die Entscheidungsfindung kooperativer
Fahrzeuge, die sich in unmittelbarer Nähe zueinander befinden,
zu entwickeln und zu erproben. Es ist geplant, die Technologie
auch für nichtautomatisierte Fahrzeuge über eine im Projekt vali-
dierte Mensch-Maschine-Schnittstelle zur Verfügung zu stellen.
Unter Berücksichtigung der erwarteten Einführungszeiträume
für kooperative Kommunikationssysteme (C2X) sowie sensorba-
sierte Spurhalte- und Kreuzungsassistenten geht das Projekt von
einer Marktreife der Technologie zwischen 2020 und 2030 aus.
Vor diesem Hintergrund wird eine Strategie zur koordinierten
Einführung kooperativer Projekttechnologien und vollautomati-
sierter Fahrfunktionen entwickelt.
Das EU-Projekt COMPANION (Cooperative dynamic formation
of platoons for safe and energy-optimized goods transportation)
beschäftigt sich wie auch die Projekte KONVOI und SARTRE mit
der Thematik der Kolonnenfahrt (Platooning). Im Unterschied zu
den beiden früheren Forschungsvorhaben verfolgt COMPANION
jedoch nicht den Ansatz der elektronischen Kopplung, es wird
stattdessen ein Echtzeitsystem zur Erstellung, Koordination und
für den Betrieb der Kolonnen entwickelt. Es sollen u. a. Logis-
tikdaten, Verkehrsdaten und Wetterinformationen herangezogen
werden, um optimale Konstellationen von Fahrzeugzügen dy-
namisch zu realisieren. Die einzelnen Fahrzeuge müssen dabei
nicht das gleiche Ziel haben. Die dazu notwendige neue Mensch-
Maschine-Schnittstelle ist ebenfalls ein Forschungsschwerpunkt
des Projektes.
CONVERGE (COmmunication Network VEhicle Road Global Ex-
tension) führt die in vorherigen Forschungsprojekten (u. a. simTD)
erarbeiteten Ansätze von Fahrzeugkommunikationslösungen
(C2X) zu einem Gesamtsystem mit einem dezentralen und betrei-
berlosen Kommunikationsmodell zusammen. Die Entwicklung ei-
ner Systemarchitektur, unter Berücksichtigung der Kommunika-
tionskanäle WLAN und Mobilfunk, ist ein wesentliches Ergebnis
des Projektes (siehe Abbildung 19). Die Ergebnisse legen einen
bedeutenden Grundstein für die zukünftige kooperative Kommu-
nikation und darauf basierende Systeme, insbesondere da Wis-
senschaftler aus Schweden und den USA derzeit diskutieren,
Teile der entwickelten Architektur zu adaptieren.
Das EU-Projekt DRIVE C2X testete kooperative Systeme in Zu-
sammenarbeit mit nationalen Feldtestprojekten an sieben Stand-
orten in Europa. Auf Basis der Ergebnisse wurden ein europä-
isches C2X-System konzipiert, Geschäftsmodelle beschrieben
und Einführungsstrategien erstellt. Zudem flossen aus simTD
wesentliche Ergebnisse mit ein, die für zukünftige Aktivitäten
im Bereich Fahrzeugvernetzung und -kommunikation verwendet
werden.
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