FAHRZEUGVERNETZUNG - page 40

Kapitel 3
Das EU-Forschungsprojekt HAVEit (Highly Automated Vehicles
for Intelligent Transport) befasst sich mit der Entwicklung von
Konzepten und Technologien zum hochautomatisierten Fahren.
Es wurden erstmals Hands-off-Systeme erforscht. Der Schwer-
punkt auf der Funktionsseite lag auf Fahrerassistenzsystemen in
Baustellen und bei Verkehrsstörungen, Stauassistenzsystemen
sowie einem Autopiloten (zeitlich begrenzt). Wichtige Quer-
schnittsthemen betrafen die Fahrerüberwachung sowie die Ge-
staltung der Mensch-Maschine-Schnittstellen. Wesentliche Er-
gebnisse finden in Entwicklungen automatischer Fahrfunktionen
der Stufe 2 Berücksichtigung.
Das EU-Projekt interactIVe (Accident avoidance by active inter-
vention for Intelligent Vehicles) hat Assistenzsysteme für eine
sicherere und effizientere Fahrweise entwickelt. Die daraus
hervorgegangenen Sicherheitssysteme sollen den Fahrer konti-
nuierlich unterstützen, u. a. durch Warnungen in potenziell ge-
fährlichen Situationen sowie durch direkte Brems- und Lenkein-
griffe. Zum Testen und Bewerten der Technologie sind insgesamt
sieben Demonstrationsfahrzeuge, davon ein Lkw, mit den entwi-
ckelten Systemen ausgestattet worden. Das Forschungsvorha-
ben hat somit auf EU-Ebene einen Beitrag zur Weiterentwicklung
von Automatisierungstechnologien der Stufen 1 und 2 geleistet.
Die Ergebnisse werden u. a. unmittelbar im Folgeprojekt Adap-
tIVe weiterverwendet.
Die Ko-FAS-Initiative hat technologische Antworten auf Frage-
stellungen im Hinblick auf die Vision einer unfallfreien Mobilität
erarbeitet und somit Beiträge zur Steigerung der Sicherheit im
Abbildung 20: Technikdemonstration neuer Testverfahren für Fahrerassistenzsyste-
me und automatisiertes Notausweichen bei kreuzendem Verkehr. (Quelle: KO-FAS,
(2015))
Straßenverkehr geliefert (siehe Abbildung 20). Ko-FAS bestand
insgesamt aus den drei Projektverbünden Ko-TAG, Ko-KOMP und
Ko-PER. In Ko-TAG wurden kooperative Sensorsysteme für den
Fußgängerschutz als Basis für ein grundsätzlich neues koopera-
tives Sicherheitssystem im Straßenverkehr geschaffen. Ko-PER
entwickelte Fahrerassistenz- und präventive Sicherheitssys-
teme, die insbesondere auf kooperativer Perzeption basieren.
Hierfür wurden im Rahmen des Vorhabens u. a. ein neuralgischer
Verkehrsknoten mit infrastrukturbasierter Sensorik aufgebaut
und Fahrzeuge technisch ausgerüstet. Das Projekt adressierte
Schlüsselfragen zukünftiger automobiler Sicherheitssysteme.
Viele Ergebnisse führen zu Produktverbesserungen, beispiels-
weise beim präventiven Fußgängerschutz, bei der Sensorda-
tenfusion, der automobilen Bildverarbeitung und beim Entwurf
sicherheitskritischer Fahrzeugelektronik. Ko-KOMP hat Kompo-
nenten und Werkzeuge erarbeitet, die für eine spätere Umset-
zung der Ko-FAS-Systeme und -Applikationen in Fahrzeugen
anderer Klassen nutzbar sind und somit die Marktdurchdringung
erleichtern.
Ziel der Forschungsinitiative Ko-HAF (Kooperatives, hochauto-
matisiertes Fahren) ist die Entwicklung von automatisierten und
kooperativen Fahrfunktionen für höhere Geschwindigkeitsbe-
reiche (bis 130 km/h) auf gut ausgebauter Verkehrsinfrastruktur.
Hierzu muss neben der Automatisierung der Längs- und Querfüh-
rung der Fahrzeuge auch die Vorausschau für die Umfelderfas-
sung deutlich verbessert werden. Basis dafür ist die Entwicklung
einer in Echtzeit aktualisierbaren, hochgenauen, digitalen Karte,
die mittels einer kooperativen Backendlösung (Safety Server) zur
Verfügung gestellt wird. Da sich der Fahrer beim hochautomati-
sierten Fahren nicht gänzlich aus dem Regelkreis nehmen lässt,
wird in Ko-HAF ebenfalls die Rückübernahme der Fahraufgabe
durch den Menschen innerhalb einer gewissen Zeitreserve er-
forscht. Zur Erprobung und Darstellung des hochautomatisierten
Fahrens werden neben virtuellen Versuchen mehrere Versuchs-
fahrzeuge aufgebaut. Der Einsatz des neuartigen Fahrbetriebs soll
auf Testgeländen und im öffentlichen Straßenverkehr erfolgen.
Im Projekt KONVOI ist ein System entwickelt worden, das es
ermöglicht, bis zu vier Lkw elektronisch aneinanderzukoppeln.
Dabei wurde die Längs- und Querführung der nachfolgenden Lkw
durch das KONVOI-System übernommen. Mittels einer Kombina-
38
1...,30,31,32,33,34,35,36,37,38,39 41,42,43,44,45,46,47,48,49,50,...140
Powered by FlippingBook