FAHRZEUGVERNETZUNG - page 41

tion verschiedener Sensoren sowie der Verwendung einer Fahr-
zeug-Fahrzeug-Kommunikation ließ sich die automatisierte Fol-
gefahrt umsetzen. Zudem sind mit Hilfe von realen und virtuellen
Fahrversuchen die Auswirkungen und Effekte von elektronisch
gekoppelten Lkw-Konvois auf den Verkehr untersucht worden,
indem die vier Versuchsträger in einem realitätsnahen Versuchs-
betrieb getestet und eingesetzt wurden. Das Projekt hat so schon
zu einem frühen Zeitpunkt wesentliche Erkenntnisse zum Thema
Folgefahrt (Platooning) geliefert.
Das US-amerikanische Projekt Safety Pilot ist weltweit der größ-
te Feldversuch zur Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation (V2V).
Über 3.000 Pkw von Privatpersonen erhielten das dazu erforder-
liche technische Equipment. Zusätzlich wurden ca. 20 Anlagen
mit Kommunikationseinheiten ausgerüstet, so dass auch eine
Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation (V2I) möglich ist. Die
Technologie unterstützt ähnlich wie bei simTD unterschiedlichs-
te Funktionalitäten. Das Projekt wird auf Initiative der US-ameri-
kanischen National Highway Traffic Safety Administration (NH-
TSA) durchgeführt und soll zukünftig durch Ergänzung weiterer
Fahrzeuge ausgebaut werden.
Im EU-Projekt SARTRE (Safe Road Trains for the Environment)
entstand ähnlich wie in KONVOI ein System, das die elektroni-
sche Kolonnenfahrt (Platooning) gestattet. Erprobt wurde es
mit zwei bis fünf Fahrzeugen auf Autobahnen in Schweden und
Spanien. Im Gegensatz zu KONVOI war in SARTRE nur das erste
Fahrzeug ein Lkw; bei den folgenden handelte es sich um Pkw.
Das Projekt konnte wie KONVOI belegen, dass eine technische
Realisierung der Kolonnenfahrt möglich ist und Einsparungs­
effekte bzgl. des Kraftstoffverbrauchs vorhanden sind.
Im Vorhaben simTD (Sichere und Intelligente Mobilität – Testfeld
Deutschland) wurden bestehende technische Standards für die
Funkkommunikation (lokale Ad-hoc-Kommunikation (WLAN) und
Mobilfunk) derart weiterentwickelt, dass sich in einem großräu-
migen Testfeld im Rhein-Main-Gebiet sicherheitsrelevante Infor-
mationen sowie Informationen zur aktuellen groß- und kleinräu-
migen Verkehrssituation zwischen einer Vielzahl von Fahrzeugen
und Infrastrukturen austauschen lassen. Ziel war es, sowohl die
Sicherheit als auch den Verkehrsfluss im Straßenverkehr durch
die Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur zu verbessern.
Der Feldversuch hat gezeigt, dass die Funktionen und das dafür
aufgebaute C2X-Kommunikationssystem unter Alltagsbedingun-
gen technisch stabil funktionieren und wirken. Unter anderem
konnte gezeigt werden, dass C2X-Kommunikationssysteme den
Fahrer in kritischen und unüberschaubaren Situationen unterstüt-
zen können. Wesentliche Erkenntnisse zur C2X-Kommunikation
wurden aus dem Projekt in die internationale Standardisierung
eingebracht. Am Ende der Laufzeit stand das simTD Konsortium
vor der Aufgabe, ein geeignetes Betreibermodell für ein derarti-
ges System zu finden, das sowohl in Wertschöpfungsketten auf
Seiten der Industrie (Verkehrsinformationen) als auch in die Auf-
gabenträgerschaft auf Seiten der öffentlichen Hand (Verkehrs-
steuerung) eingreift. Auf dieser Grundlage entstand das Projekt
Cooperative ITS Corridor (vgl. Abschnitt 3.2). Zudem einigten sich
die Automobilhersteller in einem Memorandum of Understanding
auf die Einführung der Technologie. Die Projektergebnisse bilden
eine Basis für zukünftige Weiterentwicklungen und Nutzungen
von kooperativer Kommunikation im Bereich Automotive.
Die Forschungsinitiative UR:BAN (Urbaner Raum: Benutzerge-
rechte Assistenzsysteme und Netzmanagement) besteht wie das
Vorgängerprojekt AKTIV aus drei Teilprojekten: Kognitive Assis-
tenz (KA), Vernetztes Verkehrssystem (VV) und Mensch im Ver-
kehr (MV). Die drei Forschungsvorhaben verfolgen das gemein-
same Ziel, Fahrerassistenz- und Verkehrsmanagementsysteme
für die Stadt zu entwickeln. Entwicklungsschwerpunkt im Projekt
KA bilden u. a. Fahrerassistenzsysteme speziell zur Erkennung
und zum Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer (siehe
Abbildung 21). Die Untersuchungen zum menschlichen Verhal-
ten in bestimmten Verkehrssituationen im Rahmen des Projektes
MV werden insbesondere für die Automatisierungsstufen 3 und
4 eine Basis für zukünftige fahrerorientierte Anzeige-, Warn- und
Informationskonzepte schaffen. Im Projekt VV geht es um die
Optimierung des Verkehrsflusses in der Stadt. Die zu erarbeiten-
den Strategien dienen als Basis automatisierter Verkehrsführung
in der Stadt.
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