FAHRZEUGVERNETZUNG - page 45

ein Shuttle durch die Innenstadt, in Milton Keynes und Coventry
erfolgt die Erprobung eines Pkw mit herausgehobener Ausstat-
tung für Vernetzung und in Bristol wird ein Jeep getestet.
In Göteborg in Schweden ist der Stadtring (Autobahnring) als
Teststrecke für fahrerloses Fahren vorgesehen.
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Für 2018 ist ge-
plant, dass die Fahrzeuge ebenfalls durch die Innenstadt fahren.
Aber auch im nationalen Bereich steht das Thema im Fokus des
Interesses. In einigen großen Projekten wurden in Deutschland
im öffentlichen und nichtöffentlichen Verkehrsraum Testgebiete
angelegt, ausgestattet oder ausgewiesen. Einige stehen dauer-
haft zur Verfügung, andere verlieren nach Abschluss des zuge-
hörigen Vorhabens ihre Funktion.
Ein Beispiel für nationale Aktivitäten ist die Anwendungsplatt-
form Intelligente Mobilität (AIM)
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, die neben dedizierten Test-
strecken auch das reale Umfeld eines Teils der Stadt Braun-
schweig als Testgebiet nutzt. Mit der aufgebauten Infrastruktur
und speziell ausgestatteten Fahrzeugen werden Untersuchun-
gen u. a. zur Verbesserung des Verkehrsflusses und zum Fahr-
verhalten durchgeführt. Der Braunschweiger Stadtring dient z. B.
im Projekt Stadtpilot
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als Teststrecke für automatisiertes Fahren.
Das Testfeld des Forschungsvorhabens simTD (siehe Abschnitt
3.1) befand sich in Hessen und umfasste Streckenabschnitte in-
nerhalb der Stadt Frankfurt sowie in der Umgebung. Hier lag der
Schwerpunkt auf der Vernetzung von Fahrzeugen untereinander
und mit der Infrastruktur auf Autobahnen, Land- und Stadtstra-
ßen. Die Infrastruktur in diesem Gebiet wurde entsprechend aus-
gestattet.
Auch im Projekt Ko-FAS (siehe Abschnitt 3.1) werden ein Testge-
lände sowie eine öffentliche Kreuzung in Aschaffenburg genutzt.
In Alzenau in Nordbayern erfolgte die Untersuchung kooperati-
ver Systeme. Dabei ging es im Wesentlichen um die Minimierung
von Schäden durch Kollisionen.
Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
(BMVI) wies einen Abschnitt der A 9 in Bayern als Teststrecke
für automatisiertes Fahren bis hin zum vollautomatisierten Fah-
ren aus und hat im September 2015 eine „Strategie automatisier-
tes und vernetztes Fahren“ veröffentlicht. Baden-Württemberg
und einige andere Bundesländer beabsichtigen ebenfalls den
Ausbau der Infrastruktur an Autobahnabschnitten, die als Test-
strecken genutzt werden sollen.
In Sachsen ist im Rahmen der Initiative Synchrone Mobilität 2023
der Aufbau eines Pilotgebiets für automatisiertes und vernetztes
Fahren im urbanen Raum vorgesehen, das individuelle Funktio-
nen im Fahrzeug ebenso wie die kollektive Verkehrssteuerung
abdeckt und auch den ÖPNV einbezieht.
Hersteller von Fahrzeugen bzw. Fahrerassistenzsystemen und
Komponenten zur Automatisierung oder Vernetzung arbeiten im
Wesentlichen auf eigenen Teststrecken im In- und Ausland. So
baut beispielsweise Daimler eine neue Teststrecke in Baden-
Württemberg, die zur Simulation von urbanem Verkehr, Verkehr
auf dem Land und im Gebirge ausgelegt ist.
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Die Interna von Untersuchungen, die auf firmeneigenen Teststre-
cken stattfinden, sind wettbewerbsrelevant und werden von den
Unternehmen in der Regel nicht bekannt gegeben.
Abbildung 25: Geplante Daimler-Teststrecke. (Quelle: © Daimler AG)
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spiegel.de (2014b).
31
Siehe
32
siehe
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Vgl. faz.net (2015a).
Kernergebnis:
Testfahrten zum automatisierten und vernetzten Fahren wer-
den je nach Anwendungsreife und Testgegenstand in dafür
ausgewiesenen Gebieten oder frei im öffentlichen Verkehrs-
raum durchgeführt. Damit ist es möglich, sowohl neuartige
Technologien mit der notwendigen Infrastruktur zu testen als
auch die Tauglichkeit der fortgeschrittenen Entwicklungen im
realen Verkehr zu untersuchen.
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