FAHRZEUGVERNETZUNG - page 55

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finalen Ergebnisse aufweisen. Es ist jedoch davon auszugehen,
dass sich durch die Eliminierung menschlicher Unzulänglichkei-
ten aus dem Regelkreis der Fahrzeugführung (siehe Abbildung 1
in Abschnitt 2.1) die Verkehrssicherheit enorm erhöhen ließe.
Reaktionen auf Gefahren, z. B. durch Änderungen in der Längs-
und/oder Querführung, werden dann weit unterhalb der mensch-
lichen Reaktionszeit stattfinden. Menschliche Ermüdung und
Konzentrationsschwäche verlieren im automatisierten Fahrzeug
ihre Bedeutung.
4.2 UMWELT UND ELEKTROMOBILITÄT
Die Aufrechterhaltung und der Ausbau eines umfassenden Mo-
bilitätsangebots gehen einher mit einer Reihe von negativen Um-
weltwirkungen. Neben dem Energieverbrauch (Kraftstoffe) sind
dabei Emissionen (Lärm, Schadstoffe) von besonderer Bedeu-
tung. Beide Themen sind eng miteinander verknüpft. Sie nehmen
auch in der Diskussion zur Elektromobilität einen breiten Raum ein.
Synergien mit der Elektromobilität
Vor fast 150 Jahren entstand das erste Fahrzeug, das mit einem
Verbrennungsmotor bestückt die Fortbewegung ermöglichte.
Diese Erfindung wurde seitdem erfolgreich evolutionär weiter-
entwickelt und dabei wurden Sicherheit und Komfort erhöht. Die
Elektronik nahm einen immer größeren Raum ein, aber zwei Cha-
rakteristika blieben im Wesentlichen erhalten:
•• Die Fahrzeuge werden von einem Verbrennungsmotor
angetrieben.
•• Die Steuerung erfolgt durch einen Fahrer.
Kernergebnis:
Automatisierung und Vernetzung bieten ein großes Potenzial
für ein verbessertes Verkehrsmanagement und eine Erhöhung
der Verkehrseffizienz. Sie können durch verbesserte Informa­
tion, kollektive Beeinflussung und Stabilisierung des Fahrver-
haltens einen Beitrag zur Homogenisierung des Verkehrs leis-
ten und die Verkehrssicherheit erhöhen.
Diese Grundsätze sind durch die aktuellen Technologieentwick-
lungen in Frage gestellt. Elektroantrieb und automatisiertes
Fahren können gemeinsam eine disruptive Veränderung in der
Automobiltechnik herbeiführen. Obwohl beide Technologien
grundsätzlich unabhängig voneinander nutzbar und entwickel-
bar sind, bieten sich wichtige Anknüpfungspunkte, die für eine
koordinierte Entwicklung sprechen. Sie können sich gegenseitig
befruchten.
Mit der Entwicklung des elektrischen Antriebs erfolgte auch
eine Überarbeitung der Elektrik und Elektronik im Fahrzeug. In
Verbrennungsmotoren gebräuchliche mechanische Steuerun-
gen wurden vielfach bereits durch elektronische ersetzt. Der
automatisierte Eingriff in die Fahrzeugfunktionen ist für derartige
Steuerungen deutlich einfacher zu realisieren als die Nachbil-
dung eines mechanischen Vorgangs.
Einen vielversprechenden Beitrag leistet das Forschungsprojekt
„Energieoptimale, intelligente Lenkkraftunterstützung für elektri-
sche Fahrzeuge (e²-Lenk)“.
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Infobox:
Forschungsprojekt e
2
-Lenk
Im vom BMBF geförderten Forschungsvorhaben wird ein
radselektiver Antrieb entwickelt. Ziel ist es, durch geschick-
te Regelung der Antriebsmomente der einzelnen Räder die
Lenkung energieeffizient zu unterstützen. Für das automa-
tisierte Fahren ergeben sich aus diesem technologischen
Ansatz deutlich höhere Freiheitsgrade im Hinblick auf den
Lenkwinkeleinschlag. Mit dem Verbundprojekt e²-Lenk star-
tet das erste gemeinsame öffentlich geförderte Projekt im
Rahmen der Forschungskooperation SHARE am KIT zwi-
schen der Schaeffler Technologies AG & Co. KG und dem
KIT. Schaeffler und das KIT sind Partner des Spitzenclusters
Elektromobilität Süd-West (ESW), der über 100 Akteure aus
Wirtschaft und Wissenschaft in der Region Karlsruhe –
Mannheim – Stuttgart – Ulm verbindet.
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