FAHRZEUGVERNETZUNG - page 57

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Vgl. sueddeutsche.de (2015).
Infobox:
Beispiel für Rahmenbedingungen in anderen Ländern
Neben systemischen Synergien zeigt auch eine eher an den
Rahmenbedingungen am Markt ausgerichtete Überlegung
einen Zusammenhang zwischen Elektromobilität und auto-
matisiertem Fahren auf. Die Nutzung von Verbrennungsmo-
toren zum Antrieb von Fahrzeugen benötigt eine ausgefeilte
Technologie und Expertise, die besonders bei etablierten
Fahrzeugherstellern in hohem Maße vorhanden ist. Länder
ohne vergleichbare technologische Tradition im Automo-
bilbau (z. B. China) entwickeln dagegen vielfach eigene
Fahrzeuge. Sie vollziehen dabei möglicherweise nicht alle
Entwicklungsschritte nach, die im klassischen Fahrzeug-
bau gegangen wurden, und orientieren sich teilweise auf
die technologisch einfachere Nutzung der Elektroenergie
zum Antrieb von Fahrzeugen. Insbesondere in China kön-
nen darüber hinaus Maßnahmen zum Umweltschutz und die
Unterstützung der Elektromobilität durch die Zentralregie-
rung befördernd wirken. Sie plant den Ausbau des Netzes
von Ladestationen und subventioniert in China hergestellte
Elektrofahrzeuge. Daruber hinaus erfolgt die Zuteilung eines
Nummernschilds für ein Elektrofahrzeug deutlich schneller
als für ein konventionell angetriebenes Fahrzeug.
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Es wird
deshalb vielfach prognostiziert, dass der Elektroantrieb hier
einen Durchbruch erleben wird.
Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass die Affinität der
Menschen zum vollautomatisierten Fahren in einigen die-
ser Länder, auch in China, wesentlich ausgeprägter ist als
zum Beispiel in Europa (siehe Abbildung 57). Darüber hinaus
können, bedingt durch die politischen Rahmenbedingungen,
möglicherweise rechtliche oder organisatorische Hürden
dort leichter überwunden werden.
Diese Überlegungen legen nahe, dass sich insbesondere in
diesen Ländern automatisiertes Fahren und Elektromobilität
wechselseitig voranbringen könnten.
Kernergebnis:
Automatisierung und Elektromobilität sind nicht direkt gekop-
pelt. Sie können unabhängig voneinander vorangetrieben wer-
den. Es gibt aber technische Anknüpfungspunkte und darüber
hinausgehende Rahmenbedingungen, die Synergien für eine
parallele Weiterentwicklung erwarten lassen.
Kraftstoff und Emissionen
Neben Elektrofahrzeugen werden auch in Zukunft konventionelle
Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Nach wie vor sind die dabei ver-
ursachten Emissionen ein großes Problem.
In Abschnitt 4.1 wurde bereits dargestellt, dass vernetztes und
automatisiertes Fahren zu einer Homogenisierung des Verkehrs-
flusses beitragen kann. Abbildung 43 zeigt am Beispiel des Ko-
lonnenfahrens, dass es auch darüber hinaus positive Auswirkun-
gen auf den Energiebedarf geben kann.
Zusammen mit dem Kraftstoffverbrauch sinken auch der CO
2
-
Ausstoß und die Emission vieler Schadstoffe. Insbesondere im
Verkehrssektor stellt die Senkung der Emissionen eine zentrale
Herausforderung für die Zukunft dar (siehe Ausführungen hierzu
in Abschnitt 5.2).
Abbildung 43: Energiebedarf homogener Lkw- bzw. Bus-Kolonnen im Vergleich
zur gleichen Anzahl an Einzelfahrzeugen (in Prozent). (Eigene Darstellung; Quelle:
Klaußner, S.; Irtenkauf, P. (2013))
2
0
20
40
60
80
100
3
4
5
6
Lkw 80 km/h
Bus 80 km/h
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1...,47,48,49,50,51,52,53,54,55,56 58,59,60,61,62,63,64,65,66,67,...140
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