FAHRZEUGVERNETZUNG - page 6

VORWORT
Die Mobilität der Zukunft ist automatisiert, vernetzt und elektrisch.
Die kommenden Jahre werden von strikteren regulativen Vorga-
ben bei der Verringerung der CO
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-Emissionen von Fahrzeugen
geprägt sein – und das bei gleichzeitig zunehmender Knappheit
fossiler Brennstoffe. Wir brauchen Konzepte für eine nachhalti-
ge Mobilität, in denen zunehmend automatisierte, vernetzte und
elektrifizierte Fahrzeuge im Mittelpunkt stehen. Nur so können
wir die ökologischen Herausforderungen meistern, ökonomisches
Wachstum schaffen und dabei auch die sichere und bezahlbare
Mobilität für Menschen aller Generationen sicherstellen.
Mit der Digitalisierung hat eine Revolution im Fahrzeugbau sowie
Automotive- und Mobilitätssektor eingesetzt. Das betrifft einer-
seits die zunehmende Anwendung von Informations- und Kommu-
nikationstechnologien (IKT), wie bei der Vernetzung innerhalb des
Fahrzeugs, bei der Vernetzung von Fahrzeugen untereinander, bei
automatisierten Fahrfunktionen oder bei rechnergestützten inter-
modalen Wegeketten. Andererseits verändern sich in etablierten
und neuen Geschäftsmodellen die Kunden-Lieferanten-Schnitt-
stellen, an denen besonders hohe Margenpotenziale bestehen.
Die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentech-
nologie Baden-Württemberg e-mobil BW hat Elektromobilität in
ihrer Systemanalyse definiert. Danach können die Felder Mobili-
tät, Erneuerbare Energien und IKT nicht getrennt voneinander be-
trachtet werden, sie sind eng miteinander verbunden. Für die zu-
künftige Mobilität zeichnen sich verschiedene Schnittstellen und
Kategorien ab, so dass sowohl auf Fahrzeugebene, Infrastruktur-
seite und im Bereich der Verkehrssteuerung als auch in der Ent-
wicklung und Fertigung die Digitalisierung immer mehr Einzug hält.
Baden-Württemberg hat durch seine traditionell gewachsenen
Strukturen und seine leistungsfähige Unternehmenslandschaft –
unterstützt durch exzellente Forschungs- und Hochschuleinrich-
tungen – die besten Voraussetzungen, auch zukünftig eine weltweit
führende Rolle einzunehmen. Neben den großen Automobilherstel-
lern, Zulieferern und führenden IT-Unternehmen sind es im Land
auch die kleinen und mittleren Unternehmen, die einen maßgeb-
lichen Beitrag zur Wertschöpfung der Automobilindustrie leisten.
Ihre innovativen Produkte, Lösungen und Dienstleistungen finden
weltweiten Absatz und Anerkennung. Neben der Vernetzung der
Branchen ist auch die aktive Einbindung dieser kleinen und mittle-
ren Unternehmen in den Technologiewandel entscheidend für die
zukünftige Wettbewerbsfähigkeit Baden-Württembergs. Bereits
seit Jahren gibt es zahlreiche Aktivitäten und Clusterinitiativen im
Land, die den Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie
fördern und zur Entwicklung gemeinsamer, branchenübergreifen-
der Lösungen beitragen. Dazu gehört auch der Cluster Elektromobi-
lität Süd-West, der von der e-mobil BW gemanagt wird und dessen
über 100 Partner den Technologiewandel hin zur Elektromobilität
aktiv gestalten. Die dort entstandene AG intelligent move, die seit
2014 an den Themen automatisiertes und vernetztes Fahren arbei-
tet, treibt die Aktivitäten auf strategischer Ebene voran.
Die vorliegende Studie wurde von der e-mobil BW beauftragt, sie
soll dieses zentrale Themenfeld in seinen verschiedenen Aspekten
beleuchten und Entscheidern in Politik und Industrie wesentliche
Handlungsfelder aufzeigen. Sie gibt einen umfassenden Überblick
zum aktuellen Stand von Technologie, laufenden Forschungsakti-
vitäten, Auswirkungen auf das Straßenverkehrssystem und recht-
lichen Rahmenbedingungen im Bereich automatisiertes und ver-
netztes Fahren. Die Herausforderungen sind groß, lassen Sie uns
die Zukunft der Mobilität gemeinsam gestalten.
Franz Loogen
Geschäftsführer e-mobil BW GmbH
Dr. Nils Schmid MdL
Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Finanzen
und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg
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