FAHRZEUGVERNETZUNG - page 67

Wirtschafts- und gesellschaftspolitische Dimension
Der Grad, zu dem Produkte bzw. Mobilitätsdienstleistungen des
vernetzten bzw. automatisierten Fahrens zukünftig eine Nachfrage
erfahren, hängt von zwei Aspekten ab. Zum einen von der Entwick-
lung der Gesamtverkehrsnachfrage und zum anderen von der Ant-
wort auf die Frage, wie Mobilität letztlich realisiert wird – d. h. wie
sich die Nachfrage strukturell auf verschiedene Verkehrsträger
aufteilt. Im Folgenden wird diese Entwicklung näher für Deutschland
skizziert.
Die Entwicklung der Gesamtverkehrsnachfrage hängt im Wesent-
lichen von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (siehe auch
Abbildung 47) sowie von demographischen Effekten ab. So wie in
allen gängigen Prognosen wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als
eine der wichtigsten erklärenden Variablen zur Abschätzung der
Verkehrsnachfrage der Zukunft herangezogen. Es besteht eine be-
sonders hohe Korrelation zwischen der BIP-Entwicklung und der
Verkehrsleistung im Güterverkehr. Aber auch die Nachfrage im Per-
sonenverkehr wird von der wirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst.
Wirtschaftliches Wachstum resultiert in einer starken Zunahme
des Geschäftsreiseverkehrs. Eine positive wirtschaftliche Ent-
wicklung schlägt sich in der Regel auch in einer Zunahme der
Beschäftigung nieder, die sich wiederum in einer Zunahme der Ar-
beitswege zeigt. Schließlich sind auch steigende Realeinkommen
zu erwarten. Höhere Einkommen ziehen auch eine Zunahme der
Freizeit- und Einkaufswege nach sich, die nicht nur in ihrer Anzahl,
sondern auch in der Länge ansteigen. Eine positive wirtschaftliche
Entwicklung führt also zu einem Anstieg der Verkehrsnachfrage.
Bis zum Jahr 2030 ist in Deutschland von einer weiter wachsenden
Verkehrsnachfrage auszugehen. Die Verkehrsleistung im Straßen-
güterverkehr wird bis 2050 um 29 % gegenüber 2011 zunehmen.
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Beim Personenverkehr bietet sich ein differenziertes Bild: Bis 2025
wird die Verkehrsleistung noch leicht wachsen, danach setzen
sich zunehmend demographische Effekte durch und die Nachfra-
ge wird leicht rückläufig sein.
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80
Vgl. Shell/Prognos (2014).
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Vgl. Shell/Prognos (2014).
Abbildung 47: Bisherige und antizipierte Entwicklung der Verkehrsnachfrage in Deutschland (Index 2014 = 100 %). (Eigene Darstellung; auf Basis von Prognos World Report 2014 und
Prognos World Transport Report 2012/2013)
1995
0 %
20 %
40 %
60 %
80 %
100 %
120 %
140 %
160 %
180 %
2000
2005
2010
2015
2020
2025
2030
2035
2040
2045
2050
Pkm
tkm
BIP
65
1...,57,58,59,60,61,62,63,64,65,66 68,69,70,71,72,73,74,75,76,77,...140
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