FAHRZEUGVERNETZUNG - page 71

Auch die Frage, ob die gegenwärtig manifestierten sowie absehbaren
Trends eher die Nachfrage nach Mobilitätsdienstleistungen wie Car-
Sharing oder nach dem Besitz eines eigenen Fahrzeugs beflügeln,
lässt sich auf Basis der qualitativen Wirkungsanalyse beantworten.
Der zunehmende Wunsch nach größerer Flexibilität ist dabei ein
zentraler fördernder Treiber der Nachfrage nach Mobilitätsdienst-
leistungen. Die Flexibilisierung der Arbeitswelt, sinkende Haus-
haltsgrößen und zunehmende Urbanisierung sind nur einige Grün-
de, warum alltägliche Wege anders strukturiert sein werden und
sich bisherige Mobilitätsmuster ändern. Zudem setzen sich vor
allem in den jüngeren Generationen deutlich pragmatischere und
weniger emotionale Motive bei der Verkehrsmittelwahl durch.
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Steigende Fixkosten und zunehmende Einschränkungen von priva-
ten Pkw hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit in Abhängigkeit von Zeit und
Raum erscheinen vor dem Hintergrund einer wachsenden Sensi-
Kernergebnis:
Als Ergebnis ist festzuhalten, dass eine große Menge von
Trends darauf hindeutet, dass sich Mobilitätsdienstleistun-
gen auf Kosten von konkreten Mobilitätsprodukten, wie sie
im privaten Autobesitz zum Ausdruck kommen, stärker ent-
wickeln werden.
89
Vgl. ifmo (2014).
Abbildung 50: Trendwirkung auf die Nachfrage nach Mobilität als Produkt vs. Mo-
bilität als Dienstleistung (aus der Perspektive MIV). (Eigene Darstellung; Ergebnis
stellt eine Aggregation der Bewertungen der Wirkrichtung je Trend dar (siehe
Tabelle 7); die Kreise sind größenproportional zur Fallhäufigkeit)
bilisierung für Klimaschutz und urbane Lebensqualität durchaus
realistisch und verstärken diese Trends zusätzlich. Einer der wich-
tigsten Gründe für eine stetig wachsende Nachfrage z. B. nach
Car-Sharing besteht aber vor allem in der steigenden Verfügbar-
keit relevanter Angebote und Informationen durch die Einbindung
von Car-Sharing in intermodal verknüpfte Mobilitätsdienstleistun-
gen. Deutlich wird die Entwicklung hin zum „Teilen statt Besitzen“
an der Entwicklung der Car-Sharing-Nutzer in Deutschland. Die
Nachfrage hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv ent­
wickelt (siehe Abbildung 51).
Diese Entwicklung bestätigt auch die Sicht der interviewten Exper-
ten, für die die Grenzen zwischen dem Individual- und dem öffent-
lichen Verkehr zunehmend verschwimmen. Die qualitative Wir-
kungsanalyse lässt sich darüber hinaus auf die Frage anwenden,
inwiefern und in welcher Richtung die gegenwärtigen Trends die
Nachfrage nach dem vernetzten bzw. dem automatisierten Fahren
beeinflussen. Das Ergebnis fasst Abbildung 52 zusammen. Auffal-
lend ist zum einen die sehr geringe Anzahl von Trends, die eine Ein-
führung dieser Anwendungen hemmen. Ein Rückgang der Erwerbs-
Abbildung 51: Anzahl registrierter Car-Sharing-Nutzer in Deutschland 2009–2015.
(Eigene Darstellung; Quelle: Bundesverband Carsharing (2015); Daten (Anzahl Fahr-
berechtigte) zum Stichtag 01.01. des jeweiligen Jahres)
0
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1.250.000
Nachfrage Mobilität als Dienstleistung
Stark
hemmend Hemmend Keine Fördernd Stark
fördernd
Stark
hemmend
Hemmend
Keine
Fördernd
Stark
fördernd
Nachfrage Mobilität als Produkt
69
1...,61,62,63,64,65,66,67,68,69,70 72,73,74,75,76,77,78,79,80,81,...140
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