FAHRZEUGVERNETZUNG - page 75

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Vgl. BMU (2014b).
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Vgl. Europäische Kommission (2011).
Im Energiekonzept der Bundesregierung von 2010 wird gefordert,
dass die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 % gegenüber
1990 sinken sollen. Konkrete CO
2
-Minderungsziele für den Ver-
kehrssektor bestanden in diesem Rahmen auf nationaler Ebene
in Deutschland nicht. Erst 2014 wurden die Ziele beim Verkehr
im Rahmen des „Aktionsprogramms Klimaschutz 2020“ konkreti-
siert. Danach ist eine Einsparung von 7 bis 10 Mio. t CO
2
bis 2020
im Verkehr vorgesehen – dies entspricht einer Reduktion um ma-
ximal 6 %. Bis 2050 sollen 40 % weniger CO
2
emittiert werden als
2005, entsprechend einer Senkung von etwa 60 Mio. t.
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Dabei
werden vor allem Effizienzsteigerungen und die Elektrifizierung
der Antriebe als wichtige Schlüssel angesehen. So sollen bis
2020 1 Mio. Elektrofahrzeuge auf den Straßen sein, bis 2030 soll
ihre Zahl auf 6 Mio. angestiegen sein. Generell ist feststellbar,
dass die propagierten Lösungen der Bundesregierung zur CO
2
-
Minderung stark technologiegetrieben sind. Maßnahmen, die auf
strukturelle, organisatorische oder ordnungspolitische Änderun-
gen des Sektors abzielen, stehen weniger im Fokus.
Abbildung 53: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland nach Sektoren (Index 1990 = 100 %). Anmerkungen: Werte für 2014 = Prognose.
Ziel der Bundesregierung: Senkung der gesamten CO
2
-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 40 % unter das Niveau von 1990. (Quelle: Allianz pro Schiene (2015))
120 %
100%
80%
60%
40%
20%
0%
1990
1995
2000
2005
2010
2015
2020
Verkehr
+1 %
–21 %
–24 %
–33 %
–34 %
–55 %
Haushalte
Landwirtschaft
Industrie
Gewerbe, Handel, Dienstleistungen
Energiewirtschaft
ZIEL
Auf europäischer Ebene sind die Ziele für den Verkehr deutlich
ambitionierter gefasst. Bis 2050 sollen die Emissionen um 60 %
gegenüber 1990 sinken.
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Im Gegensatz zur Strategie der Bun-
desregierung stehen weniger technologische Lösungen zur Er-
reichung dieser Ziele im Fokus, sondern die Herstellung der Kos-
tenwahrheit nach dem Verursacherprinzip soll hier die nötigen
Impulse liefern. Dazu müssten finanzielle Instrumente geschaffen
werden, die den CO
2
-Emittenten zusätzliche Kosten proportional
zu ihren Emissionen auferlegen. Die Integration des Verkehrs in
ein Emissionshandelssystem wäre eine denkbare Maßnahme in
diesem Zusammenhang.
Im Verlauf der letzten Jahre stellen sich die Emissionen im Ver-
kehr relativ konstant dar, während alle anderen Sektoren deut­
liche Reduktionen aufweisen können.
Die von der Politik geforderten Senkungen der Emissionen im Ver-
kehr werden schwierig zu erreichen sein. Selbst wenn die Stagna-
tion im Personenverkehr im Zusammenspiel mit fortschreitenden
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