FAHRZEUGVERNETZUNG - page 76

Kapitel 5
Effizienzsteigerungen einen deutlichen Effekt haben wird, geht
eine Prognose von Prognos/EWI/gws davon aus, dass die CO
2
-
Emissionen im Verkehr bis 2050 lediglich halbiert werden können.
Eine zentrale Grundannahme dieser Studie ist eine fortschreiten-
de, jedoch deutlich langsamere Diffusion von reinen Elektroantrie-
ben, als dies von der Bundesregierung propagiert wird. So wird
die oft zitierte Zielmarke der Bundesregierung von 1 Mio. Elektro-
fahrzeugen nicht im Jahr 2020, sondern erst 2025 erreicht. Damit
würden die moderaten nationalen Ziele für den Verkehrssektor
mit Hilfe der absehbaren technologischen Entwicklungen zwar er-
reicht, die ambitionierteren internationalen Ziele aber um etwa 10
Prozentpunkte verfehlt werden.
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Der große Anteil des Straßenverkehrs an den CO
2
-Emissionen
des Verkehrssektors impliziert, dass substantielle Einsparungen
vor allem hier erreicht werden müssen. Das weiterhin enorme
Wachstum der Güterverkehrsleistung bietet kaum Einsparmög-
lichkeiten; hier kann bestenfalls eine Stagnation der Emissionen
als Ziel formuliert werden. Somit bleibt der Straßenpersonenver-
kehr die potenzialreichste Stellschraube in der Klimapolitik des
Verkehrssektors. Die Verfügbarkeit und Verbreitung von weniger
CO
2
-intensiven Technologien im Pkw-Bestand wird einen deut-
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Vgl. Prognos/EWI/gws (2014).
Tabelle 9: Neue Akzente in der Forschungsförderung im Bereich des automatisierten Fahrens. (Eigene Darstellung; Quellen: BMBF (2015b), BMBF (2015c), BMWi (2015a),
Europäische Kommission (2015))
Fördergeber
Programm bzw. Förderrichtlinie
Budget
Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF)
Förderrichtlinie „Mensch-Technik-Interaktion (MTI)
für eine intelligente Mobilität“ vom 05.05.2015
k. A.
Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF)
Förderrichtlinie „Elektroniksysteme für das voll-
automatisierte Fahren (ELEVATE)“ vom 23.07.2015
k. A.
Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie (BMWi)
Fachprogramm „Neue Fahrzeug- und System-
technologien“ vom 12.06.2015
ca. 50 Mio. EUR
p. a.
Europäische Kommission
Call „Safe and connected automation in road transport“
(MG-3.6b-2015) im Programm „Mobility for Growth 2014–2015“ vom 24.06.2015
18,5 Mio. EUR
lichen Einfluss darauf haben, inwieweit die gesteckten Ziele er-
reicht werden können. In diesem Kontext ist die weitere Diffusion
der Elektromobilität ein bedeutender Parameter. Darüber hinaus
muss aber auch die Frage gestellt werden, ob der Verkehrssektor
die nötigen Ziele erreichen kann, indem lediglich technologische
Lösungen gefunden werden. Die vor allem global starken Wachs-
tumsraten deuten darauf hin, dass auch strukturelle Aspekte des
Verkehrs (Vermeidung und Verlagerung) deutlich stärker in den
Blick genommen werden müssen. Dass das vernetzte und das au-
tomatisierte Fahren hierzu auch beitragen können, wurde in Ab-
schnitt 4.3 ausführlicher dargestellt.
Die Politik nimmt des Weiteren eine aktive Rolle ein, indem sie fi-
nanzielle Mittel für die Durchführung von FuE-Tätigkeiten bereit-
stellt. Während der Fokus der (nationalen) Forschungsförderung
in den vergangenen Jahren insbesondere dem vernetzten Fahren
galt (siehe Tabelle 5 in Abschnitt 3.1) wird mittelfristig der Förde-
rung von FuE-Aktivitäten rund um die Thematik der Fahrzeugau-
tomatisierung größere Aufmerksamkeit beigemessen (siehe nach-
folgende Tabelle).
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1...,66,67,68,69,70,71,72,73,74,75 77,78,79,80,81,82,83,84,85,86,...140
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