FAHRZEUGVERNETZUNG - page 8

Digitalisierung, Fahrzeugvernetzung und automatisiertes Fah-
ren sind derzeit ursächlich und prägend für einen bedeutenden
Wandlungsprozess in der Fahrzeugindustrie weltweit. Umfas-
sende und tiefgreifende Änderungen in den Wertschöpfungssys-
temen sind zu erwarten. Es stellt sich die Frage, durch wen und
wie – als Produkt oder als Dienstleistung – Automobilität zukünf-
tig erzeugt wird. Analog zur Entwicklung im Bereich der Elektro-
mobilität zeigen sich Zutritte neuer Akteure z. B. der IKT-Branche
und damit auch aus anderen als den bisher dominierenden Bran-
chen des Automobilbaus.
Die zunehmende Durchdringung des Fahrzeugs mit Informations-
und Kommunikationstechnologien (IKT) spiegelt sich schon heu-
te in einer Vielzahl von im Fahrzeug verfügbaren informierenden
Mehrwertdiensten wider. Diese basieren auf Daten aus dem
Fahrzeug, aber in einem wachsenden Maße auch auf der Vernet-
zung des Fahrzeugs mit der Umgebung.
Parallel zu dieser Entwicklung zeigt sich eine hohe Dynamik hin-
sichtlich einer immer stärkeren Automatisierung von Fahrfunk-
tionen.
Mit der vorliegenden Studie werden im Wesentlichen fünf Ziele
angestrebt:
•• Die der Fahrzeugvernetzung und -automatisierung zugrunde
liegenden technologischen Entwicklungen werden beschrie-
ben und zukünftige mögliche Weiterentwicklungen werden
aufgezeigt.
•• Der Einfluss des vernetzten und automatisierten Fahrens auf
das Verkehrssystem wird dargestellt. Wichtige Zusammen-
hänge – auch in Bezug auf die Elektromobilität – werden
beschrieben.
•• Die wirtschaftliche Bedeutung der Entwicklungen in Bezug
auf das vernetzte und automatisierte Fahren wird abge-
schätzt und gesellschaftliche Trends aufgezeigt.
•• Implikationen für die Wertschöpfungskette am Standort
Baden-Württemberg werden abgeleitet.
•• Die relevanten juristischen Fragestellungen werden zusam-
mengetragen. Eine Bewertung findet anhand des geltenden
Rechtsrahmens statt.
AUSGANGSLAGE UND ZIELSETZUNG
Diese Studie setzt die Studienreihe der e-mobil BW GmbH fort.
Mit den Publikationen „Strukturstudie BW
e
mobil 2015“ und „Sys-
temanalyse BW
e
mobil 2013“ wurde ein umfassender Überblick
über den Status quo des Gesamtsystems Elektromobilität sowie
über die themenrelevanten Aktivitäten innerhalb des Bundes-
landes gegeben. Potenziale und Risiken für den Industrie- und
Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg und die dort behei-
mateten Akteure wurden abgeleitet.
Diese Betrachtungen werden nun mit vorliegendem Dokument
um die Perspektiven und Potenziale, die sich aus der Vernetzung
von Fahrzeugen sowie der Automatisierung von Fahrfunktionen
ergeben, ergänzt. Eine inhaltliche Anschlussfähigkeit zeigt sich
u. a. darin, dass sich viele Akteure in Baden-Württemberg, die
diese beiden Themen vorantreiben, auch im Bereich der Elektro-
mobilität engagieren.
Für diese Studie wurden zahlreiche Studien ausgewertet sowie
Ergebnisse abgeschlossener bzw. Ziele aktuell laufender For-
schungsprojekte analysiert und interpretiert. Validiert und ange-
reichert um neue Erkenntnisse wurden die derart gewonnenen
Ergebnisse durch Interviews. Es wurden 26 Expertengespräche
mit Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft geführt, die zu ei-
nem überwiegenden Teil in Baden-Württemberg beheimatet sind.
Die Dokumentation und Gliederung der Befunde in diesem Be-
richt orientieren sich an der Abfolge der zuvor definierten Ziele
dieser Studie.
In Kapitel 2 werden die für die Realisierung von vernetztem sowie
automatisiertem Fahren notwendigen Technologien hergeleitet,
der gegenwärtige Entwicklungsstand beschrieben und zukünfti-
ge Optionen dargestellt.
Kapitel 3 stellt wesentliche Forschungsaktivitäten vor. Ergeb-
nisse öffentlich geförderter und privater FuE-Aktivitäten v. a. im
Bereich des automatisierten Fahrens zeigen sich zumeist in Form
von Prototypen und Testfahrten.
In Kapitel 4 werden mit dem Fokus Straßenverkehr mögliche
Auswirkungen des vernetzten und automatisierten Fahrens auf
Kapitel 1
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