FAHRZEUGVERNETZUNG - page 81

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Vgl. auch Detecon (2014) und McKinsey (2014). Mit der Einführung von eCall im Jahr 2018 wird eine Festinstallation von Mobilfunkmodulen in Pkw-Neufahrzeugen innerhalb der
europäischen Union verpflichtend – damit werden auch die technologischen Voraussetzungen für solche Dienste in der Breite geschaffen.
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Vgl. u. a. Roland Berger (2012a). Eine Übersicht über die Entwicklung der Marktdurchdringung in ausgewählten Ländern bzw. geographischen Großräumen findet sich in Wyman (2013).
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Vgl. simTD (2013b).
auf 155 Mrd. EUR bis 2020. In absoluten Zahlen übertrifft das
Ausstattungsgeschäft sowohl heute als auch im Jahr 2020 das
Geschäft mit Diensten deutlich. Allerdings weisen die Dienste in
Teilen eine deutlich höhere Wachstumsdynamik aus.
Den Abschätzungen zur Entwicklung der Marktvolumina liegen
Annahmen zur Entwicklung der Durchdringungsraten zugrunde,
d. h. Annahmen zur Ausstattung von Neufahrzeugen bzw. Be-
standsfahrzeugen (Nachrüstung) mit zur Realisierung der Fahr-
zeugvernetzung (i. S. d. Anbindung über Mobilfunk) relevanten
Komponenten. Erwartet wird, dass im Jahr 2020 deutlich mehr als
die Hälfte von Pkw-Neufahrzeugen darüber verfügt.
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Fahrzeugvernetzung wird sich global etablieren, allerdings in un-
terschiedlicher Geschwindigkeit und mit verschiedenen Schwer-
punkten je nach Land. Der Marktdurchbruch ist wesentlich von
der technischen Entwicklung des jeweiligen Landes (etwa dem
Ausbaustand und der Verfügbarkeit leistungsfähiger Mobilfunk-
netze, z. B. LTE) abhängig.
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Marktsegment „Fahrzeugvernetzung durch
C2X-Kommunikation“
Ein weiteres wichtiges Marktsegment ist die Fahrzeugvernet-
zung im Nahbereich. Hier wurden in den vergangenen Jahren
umfangreiche Feldtests durchgeführt und die Standardisierung
wurde vorangetrieben (siehe Abschnitt 3.3).
Der Austausch von Daten zwischen Fahrzeugen sowie zwischen
Fahrzeugen und Infrastruktur erlaubt eine Vielzahl von Anwen-
dungen, die insbesondere die Fahrzeug- und damit die Verkehrs-
sicherheit verbessern können. Darüber hinaus erlaubt er auch
die Realisierung von Anwendungen, die eine höhere Fahreffi­
zienz (geringerer Energieverbrauch, geringerer Zeitaufwand für
den Weg von A nach B) sowie einen höheren Fahrkomfort er-
möglichen.
Im Forschungsprojekt simTD wurden 22 C2X-Anwendungsfälle
ausgewählt und technisch realisiert. In einem Feldtest wurden
die Funktionsfähigkeit nachgewiesen sowie Wirkungen unter-
sucht. Diese Anwendungen lassen sich in Teilen eindeutig einer,
in Teilen auch mehreren Wirkdimensionen (Sicherheit, Effizienz,
Komfort) zuordnen. Eine Priorisierung der implementierten und
getesteten C2X-Anwendungen aus Nutzersicht zeigt Tabelle 12.
Die konkrete Markteinführung von Funktionen des vernetzten Fah-
rens stellt eine besondere Herausforderung dar, weil der Nutzen
einer Vielzahl von Funktionen erst bei hohen Ausstattungsgraden
erfahrbar wird. Dies gilt vor allem bei jenen, die auf einem Da-
tenaustausch zwischen Fahrzeugen beruhen (z. B. die Stauende-
warnung). Ein solches Henne-Ei-Problem zeigte sich auch bei der
Einführung des Mobilfunks: Der Nutzen der Anschaffung eines
Gerätes entsteht erst bei großen Nutzerzahlen, d. h. vielen Men-
schen, die man anrufen kann (sogenannte „Netzwerkeffekte“).
Als eine „Day One Application“, d. h. eine Anwendung, die bereits
von Beginn an den Nutzern einen großen Nutzen liefert bzw. eine
hohe Wahrnehmung des Mehrwertes erlaubt, wurde im Projekt
simTD die Baustellenwarnung identifiziert.
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Tabelle 12: Priorisierung von C2X-Anwendungsfällen aus Nutzersicht. (Quelle: simTD
(2013b); Bewertung auf Basis von Befragungsergebnissen von simTD-Testnutzern
hinsichtlich Besitzwunsch, Kaufbereitschaft und antizipierter Wirksamkeit)
Prio
Sicherheit
Effizienz
Komfort
1.
Stauendewarnung
Grüne Welle
Parksituation
2.
Warnung vor defektem
Fahrzeug
Erweiterte Navigation Verkehrszeichen-
assistent
3.
Elektronisches
Bremslicht
Parksituation
Verkehrszeichen-
warnung
Grüne Welle
Umleitungsempfehlung
79
1...,71,72,73,74,75,76,77,78,79,80 82,83,84,85,86,87,88,89,90,91,...140
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