FAHRZEUGVERNETZUNG - page 84

Kapitel 5
Aus Nutzersicht lassen sich eine Vielzahl von Gründen für den
Kauf bzw. die Nutzung von hoch- bzw. vollautomatisierten Fahr-
zeugen identifizieren. Diese können den Wirkdimensionen Si-
cherheit, Effizienz und Komfort zugeordnet werden.
Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung BCG dokumen-
tiert die Ergebnisse einer Befragung von ca. 1.200 Personen im
Hinblick auf deren Motivation, autonom fahren zu wollen. Von
den 17 vorgegebenen Gründen lassen sich 15 direkt den drei
Wirkdimensionen zuordnen. Es zeigt sich, dass die drei am
häufigsten als relevant für eine Kaufentscheidung genannten
Gründe – Fahrzeugsicherheit (Sicherheit), Versicherungskosten
((Kosten-)Effizienz) und Multitasking (Komfort) – alle Wirkdimen-
sionen umfassen.
115
Quelle: Experteninterview.
116
Quelle: Experteninterview.
Abbildung 58: Gründe für den Kauf eines vollautomatisierten Fahrzeugs aus
Nutzersicht (Anteil der Nennungen). (Eigene Darstellung, Quelle: BCG (2015))
0 %
10 %
20 %
30 %
40 %
Motive
Sicherheit
Effizienz
Komfort
Geringere Versicherungs-
kosten als bei einem nicht
selbstfahrenden Fahrzeug
Erlaubt Multitasking/
produktive Tätigkeiten
während des Fahrens
Ist sicherer als ein
nicht selbst-
fahrendes Fahrzeug
Die Ergebnisse der Befragung im Hinblick auf die Gründe für den
Kauf eines teilautomatisierten Fahrzeugs zeigen eine fast de-
ckungsgleiche Reihenfolge der Kaufgründe, jedoch leicht gerin-
gere relative Nennungshäufigkeiten.
Im Hinblick auf das Marktangebot zeigt sich, dass erste Funktionen
des hochautomatisierten Fahrens für bestimmte Anwendungen als
Produkt unmittelbar vor der Markteinführung stehen (siehe Abbil-
dung 46). Serienfahrzeuge sind in Teilen heute schon technisch so
weit entwickelt, dass sie gewisse Grade der Automatisierung er-
lauben. Dieses belegen auch die folgenden beiden Zitate.
Die Frage, wie sich die weitere Marktdurchdringung darstellt,
lässt sich aus verschiedenen Perspektiven beantworten. Hier ist
zu unterscheiden im Hinblick auf die zeitliche Verfügbarkeit der
Automatisierungsstufen, auf die zu lösende Fahraufgabe, auf die
Komplexität des Fahrumfeldes, auf den geographischen Raum, in
dem sich die Einführung einer solchen Technologie als erstes an-
bietet, sowie auf die Frage, durch welche Branchen und Akteure
die weitere Entwicklung gestaltet wird.
Die heute am Markt verfügbaren Produkte lassen sich den
Auto-
matisierungsstufen
1 und 2 zuordnen (siehe Abbildung 16 in Ab-
schnitt 2.7). Eine Markteinführung von Produkten mit Funktionen,
die der Stufe 3 zuzuordnen sind, wird mittelfristig antizipiert. Die
»Autonomes Fahren ist nicht ja/nein – da gibt es verschiede-
ne Grade und schon heute geht da ganz schön viel.«
Dr. Thomas Benz,
PTV Group
115
»Ich fahre einen VW, und wenn ich die Lane-Keeping-
Funktion und den Tempomat zusammen aktivschalte, fahre
ich unter bestimmten Bedingungen schon heute bis zu acht
Sekunden automatisiert.«
Dr. Michael Grimm,
Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren
Stuttgart
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