FAHRZEUGVERNETZUNG - page 93

Wissenstransfer und Zusammenspiel von Wissenschaft
und Wirtschaft
Die baden-württembergischen Forschungseinrichtungen koope-
rieren mit Unternehmen in öffentlich geförderten Verbundpro-
jekten; sie forschen aber auch in direktem Auftrag der Industrie
am vernetzten und automatisierten Fahren und leisten so einen
Beitrag zur Entwicklung konkreter Produkte. Der Anteil solcher
direkter Beteiligung an der wissenschaftlichen „Wertschöp-
fung“ der jeweiligen Institute liegt zwischen einem und zwei
Dritteln und belegt damit auch die hohe Innovationskraft der
lokalen Wissenschaft. Ein Beleg für die Bedeutung der baden-
württembergischen Wirtschaft und Wissenschaft im Bereich
der Erforschung und Entwicklung vernetzter und automatisierter
Systeme ist deren Beteiligung an einer Vielzahl nationaler und
europäischer Forschungsprojekte – teilweise auch in der Rolle
des Koordinators (siehe Tabelle 5 in Abschnitt 3.1).
Ergänzt werden diese Aktivitäten auf lokaler Ebene durch weitere
Forschungsprojekte, die entweder durch Landesmittel gefördert
werden oder die zunächst nur mittelbar einen Bezug zum Bereich
der Fahrzeugautomatisierung aufweisen und von rein baden-
württembergischen Konsortien initiiert und durchgeführt wurden
bzw. werden. Eine zentrale koordinierende Rolle kommt hierbei
den Akteuren des Clusters Elektromobilität Süd-West sowie der
AG intelligent move (siehe auch Abbildung 62) zu. Eine Übersicht
über relevante Forschungsprojekte zeigt nachfolgende Tabelle.
Die Inhalte der Projekte werden im Folgenden kurz vorgestellt.
Tabelle 14: Ausgewählte Forschungsprojekte in Baden-Württemberg im zeitlichen Verlauf. (Eigene Darstellung)
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Projekt
Fördergeber Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4
BIPOL
Land
ELISE
BMBF
AUTOPLES BMBF
BIPOLplus
BMBF
e
2
-Lenk
BMBF
Kernergebnis:
Die baden-württembergische Akteurslandschaft im Be-
reich des automatisierten und vernetzten Fahrens auf Sei-
ten der Unternehmen wird im Wesentlichen durch Daimler
und die Tier-1-Zulieferer aus dem Automobilbau und deren
Aktivitäten geprägt. Diese Unternehmen können in Teilen
auf recht lange Entwicklungsaktivitäten zurückschauen,
die sich auch in gefestigten, bilateralen Kooperations-
beziehungen mit heimischen Forschungseinrichtungen
niederschlagen.
Ergänzt wird diese Akteurslandschaft durch eine Reihe
von KMU, die Know-how insbesondere in den Bereichen
spezifischer Technologien (Sensorik, Aktorik) sowie der
Integration und Validierung von Systemen in den Entwick-
lungsprozess von automatisiert fahrenden Fahrzeugen
einbringen. Dieses Know-how wurde teilweise in anderen
Anwendungsfeldern aufgebaut oder wird erfolgreich in
Anwendungsfelder jenseits des automatisierten Fahrens
im Pkw – z. B. in der Landwirtschaft – überführt.
Vervollständigt wird die Akteurslandschaft durch eine Rei-
he von Forschungseinrichtungen im technisch-konstruk-
tiven Bereich, die sich dynamisch weiterentwickeln und
die über ein ausgeprägtes Know-how v. a. im Bereich der
Umfeldinterpretation und der Regelungstechnik verfügen.
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