FAHRZEUGVERNETZUNG - page 99

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Siehe hierzu die genannten Positivbeispiele der Firmen ATLATEC (im Technologiefeld Lokalisierung/Digitale Karten) sowie Paravan (im Technologiefeld Aktorik).
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Siehe hierzu auch das Beispiel KIT (Abbildung 61).
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Quelle: Interviewergebnisse.
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Quelle: Interviewergebnisse.
Die Aktivitäten und Perspektiven baden-württembergischer Un-
ternehmen innerhalb dieser einzelnen Stufen sollen im Folgen-
den im Hinblick auf Chancen und Risiken dargestellt werden.
Im Bereich der
Forschung und Entwicklung
setzen baden-
württembergische Unternehmen und Forschungseinrichtungen
Akzente. Dies dokumentiert die Beteiligung einer Vielzahl von
Großunternehmen und Forschungseinrichtungen an regionalen,
nationalen und europäischen FuE-Projekten. Auch große Zuliefe-
rer demonstrieren durch den Bau von Prototypen ihre technolo-
gische Leistungsfähigkeit und positionieren sich als zukünftiger
Lieferant von Hard- und Software. Baden-Württemberg wird da-
mit als wichtiger Akteur wahrgenommen.
Hier bietet sich die Chance, auch zukünftig wesentliche techno-
logische Entwicklungen mitzugestalten und an der Überführung
in Standards und Normen aktiv mitzuwirken. Baden-württem-
bergische Unternehmen und Forschungseinrichtungen können
auf eine Vielzahl von Referenzprojekten zurückgreifen und sind
in vorwettbewerblichen Zusammenarbeitsformen wie z. B. dem
Cluster Elektromobilität Süd-West gut organisiert. Sie haben
damit gute Chancen, Projektideen in öffentlich geförderten For-
schungsprogrammen umzusetzen. Es zeigt sich, dass gegenwär-
tig sowohl auf Bundes- als auch auf EU-Ebene Impulse für neue
Forschungsprogramme gesetzt werden (siehe auch Tabelle 9).
Auch für kleinere Unternehmen ergibt sich eine Vielzahl von
Chancen. Der Raum zur technologisch-konstruktiven Umsetzung
von vernetzten sowie automatisiert fahrenden Fahrzeugen eröff-
net viele Potenziale, eigene spezifischen Technologien oder Ver-
fahren zu entwickeln, darüber ein Alleinstellungsmerkmal zu ge-
nerieren und diese Technologie am Markt anzubieten.
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Es zeigt
sich mit Blick auf die bisherigen geförderten FuE-Aktivitäten
allerdings auch, dass sich wenige KMU im Kreis der Geförder-
ten befinden und dass bestehende, erfolgreiche Kooperations-
verbünde fortgeführt werden und eher selten um neue, externe
Partner ergänzt werden.
Für KMU bietet sich auch die Chance, Anwendungsbereiche der
Automatisierung jenseits der Automobilindustrie, z. B. im Bereich
der Arbeitsmaschinen, zu erschließen.
Sollten einst autonome Fahrzeuge realisiert werden, bedarf es neu-
er Innenraumkonzepte. Fahrzeuge lassen sich in Zukunft statt über
ein Lenkrad über Sprache oder Gestik steuern. Dies bietet inhalt­
liche Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschungsaktivitäten.
Der Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg zeichnet sich
durch eine hohe Agilität und Anpassungsfähigkeit aus. Neue
Forschungsbereiche und Arbeitsgruppen, die sich spezifischen
technologischen Fragestellungen widmen, wurden definiert und
etabliert.
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Die geographische Konzentration der Forschungsein-
richtungen – insbesondere in Karlsruhe, Stuttgart und Ulm (siehe
Abbildung 59) – auf die Standorte der Automobil- und IKT-Indus-
trie erweist sich im Hinblick auf den Wissenstransfer zwischen
Wirtschaft und Wissenschaft als vorteilhaft.
Das
Testen und Validieren
von Systemen, die eine Fahrzeugver-
netzung bzw. Automatisierung von Fahrfunktionen ermöglichen,
ist eine zentrale Voraussetzung für die Überführung in markt­
fähige Produkte.
In diesem Bereich zeigt sich eine starke, v. a. durch KMU ge-
prägte Unternehmenslandschaft. Darüber hinaus findet sich eine
Reihe von Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg, die
sich spezifisch dieser Thematik widmen.
Die lokal ansässigen KMU haben sich in den vergangenen Jah-
ren dynamisch entwickelt und prognostizieren für die nächsten
fünf Jahre eine Verdrei- bzw. Vervierfachung der Umsätze.
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Die in diesem Themenfeld tätigen Unternehmen können dabei
auf das methodische Know-how zahlreicher Forschungseinrich-
tungen zurückgreifen. Der Wissenstransfer – teilweise auch in
Form von Personaltransfers – zwischen Wissenschaft und Wirt-
schaft funktioniert.
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Dieses Know-how lässt sich zukünftig auch anderen, außerhalb
des Bundeslandes Baden-Württemberg ansässigen OEM anbie-
ten. Darüber hinaus ist es applizierbar auf andere Anwendungen
außerhalb des hier betrachteten Kontextes – z. B. im Bereich der
Luftfahrt oder des Schienenverkehrs. Die dort eingesetzten Sys-
teme weisen in Teilen bereits heute schon einen höheren Grad
der Automatisierung von Fahrfunktionen auf.
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