Modellkommunen - page 7

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Stadt- und Verkehrsplanung
Die Einführung und erfolgreiche Umsetzung der
Elektromobilität muss sich stets in eine überge-
ordnete Planungsstrategie einfügen. Sie ist einer
von vielen Bausteinen moderner, nachhaltiger
Stadtentwicklung. Straßenbau, Energieversorgung,
Ladeinfrastruktur und Quartiersentwicklung greifen
mit den Maßnahmen zur Elektrifizierung des Verkehrs
ineinander. Nur wenn der systemische Ansatz konsequent
verfolgt wird, kann die Verzahnung einzelner Maßnahmen der Stadtent-
wicklung gelingen.
Kommunikation und Partizipation
Neue Mobilitätskonzepte können nur dann erfolgreich
sein, wenn die Menschen frühzeitig in den Technolo-
giewandel eingebunden sind. Elektromobilität muss
für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort erleb- und
im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar gemacht
werden, um Akzeptanz zu schaffen und Begeisterung
zu wecken. Für die erfolgreiche Umsetzung der Elektro-
mobilität sind Kommunikation und Partizipation deshalb
zentrale Bausteine.
Fahrzeugtechnologie
Elektromobile Antriebskonzepte können heute auf ein
breites Angebot unterschiedlicher Antriebssysteme
zugreifen. Hybridfahrzeuge, Plug-in-Hybridfahrzeu-
ge, Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerung
sowie reine Elektrofahrzeuge und Brennstoff-
zellenfahrzeuge sind inzwischen auf den Straßen
unterwegs. Testflotten im Straßenverkehr bieten
die Möglichkeit, Fahrzeuge den Alltagsbedürfnissen
der Fahrer anzupassen und die Vorteile von elektrifizierten Antrieben
alltagstauglich umzusetzen.
Ausbildung und Qualifizierung
Mit der Einführung der Elektromobilität müssen sich
auch die Weiterbildungs- und Ausbildungsangebote
ändern. Gefragt ist die Qualifizierung und Weiter-
entwicklung von Kompetenzen rund um das Thema
Elektromobilität. Neue Inhalte und geeignete
Schulungsformate müssen Einzug in die Aus- und
Weiterbildung finden. Viele Beschäftigtengruppen
von der Fach- und Führungskraft bis zum Studierenden
und Auszubildenden brauchen dieses Wissen.
Passgenaue Mobilitätskonzepte für Stadt und Land
Bei der Anwendung des Baukastens Elektromobilität ist eine differen-
zierte Betrachtung von Stadt und Land wichtig. Elektromobilität ist per
se kein Privileg der Großstädte und Ballungszentren. Auch und gerade
der ländliche Raum bietet zahlreiche Perspektiven für nachhaltige und
klimafreundliche Mobilitätskonzepte.
Innerhalb von Städten und im nahen Umland spielen intermodale
Lösungen, d.h. die Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel, eine
entscheidende Rolle. Angesichts der Platzprobleme in Städten soll indivi-
duelle Mobilität auch ohne eigenes Auto ermöglicht werden. Die
Ergänzung des herkömmlichen ÖPNV mit einem gut ausgebauten System
von E-Leihrädern und E-Car-Sharing sind hierfür wichtige Bausteine.
Im ländlichen Raum muss der Fokus auf Veränderungen in der Individual-
mobilität mit dem Auto und auf dem Ausbau flexibler Bedarfsformen wie
Rufbusse, Sammeltaxen, Bürgerbusse oder Mitnahmemöglichkeiten
liegen. Gleichzeitig müssen geeignete Schnittstellen zwischen Umland
und Stadt geschaffen werden, um auch für längere Wegstrecken
vielfältige Verkehrs- und Mobilitätsoptionen anbieten zu können.
Es gilt, für jeden Weg die optimale Lösung zu finden: umweltfreundlich,
wirtschaftlich und komfortabel.
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