KOMPETENZ IN ELEKTROMOBILITÄT - page 21

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Die starke Ausprägung der Fahrzeug- und
Zulieferindustrie in Baden-Württemberg führt
heute und in Zukunft zu einem hohen Bedarf
an qualifizierten Mitarbeitern unterschied-
lichster Profession. Schließlich sind es kom-
petente und begeisterungsfähige Mitarbeiter,
Menschen mit Gestaltungswillen, die dazu
beitragen, Baden-Württemberg zum internati-
onal führenden Anbieter für nachhaltige Mobi-
lität zu machen.
In allen Bereichen entlang der Wertschöp-
fungskette – von Forschung und Entwick-
lung über Produktion, Verkauf und Aftersales
bis zum Recycling – werden Natur- und So-
zialwissenschaftler, Ingenieure, Kaufleute,
Facharbeiter, Handwerker und viele andere
Berufsgruppen benötigt, die über die im Be-
reich der nachhaltigen Mobilität erforderli-
chen Kenntnisse und Kompetenzen sowie die
Fähigkeit verfügen, diese im Unternehmen
erfolgreich umzusetzen. Ausbildung und Qua-
lifizierung sind Grundpfeiler für die Entwick-
lung zukunftsfähiger Technologien. Auch die
Nationale Plattform Elektromobilität (NPE), ein
Beratungsgremium der Bundesregierung mit
Experten aus Industrie, Politik, Wissenschaft,
Verbänden und Gewerkschaften, hat in ihrem
zweiten Bericht auf die hohe Relevanz der
akademischen und beruflichen Bildung hin-
gewiesen.
Die Abstimmung des Bedarfs der Unterneh-
men mit den Angeboten der Universitäten
und Hochschulen im Zukunftsmarkt für nachhal-
tige Mobilität ist eine essenzielle Grundlage, um
Deutschland und insbesondere Baden-Württem-
berg als Technologieführer für nachhaltige Mo-
bilität weiter zu etablieren. Einen ebenso hohen
Stellenwert nimmt in diesem Zusammenhang
die gewerbliche Bildung ein, um Fachkräfte den
neuen Anforderungen entsprechend auszubilden.
Kernelement der Qualifizierung ist die Ver-
mittlung eines profunden Verständnisses für
das komplexe Gesamtsystem der nachhalti-
gen Mobilität (s. Abb. 1). Dieses wird am besten
über eine systemische und enge Verzahnung
von ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen mit
der Vermittlung nichttechnischer Kompetenzen,
beispielsweise aus dem Bereich der Wirtschafts-
wissenschaften, in der Aus- und Weiterbildung
erreicht.
Die baden-württembergische Hochschulland-
schaft kann durch ihre Vielfalt (Universitäten,
Hochschulen der angewandten Wissenschaf-
ten, Duale Hochschule) die unterschiedlichsten
Anforderungen der Unternehmen bedienen. Die
deutschlandweite Verteilung der akademischen
Qualifizierungsangebote für nachhaltige Mobili-
tät ist in Abb. 3 dargestellt. Von Bedeutung sind
auch die Weiterbildungsangebote für das be-
rufsbegleitende Lernen im Bereich nachhaltige
Grundpfeiler für die Entwicklung zukunftsfähiger Technologien
Bildung&QualifizierungimZeichennachhaltigerMobilität
Abbildung 1: Nachhaltiges Mobilitätssystem (Quelle: Akademische Qualifizierung – Analyse der Bildungslandschaft im Zeichen
von Nachhaltiger Mobilität)
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Die Untersuchung innerhalb der vorliegenden Studie erfolgt in vier
Schritten. Der erste Teil (Kapitel 2) untersucht vorhandene akade-
mische Bildungsangebote deutschlandweit und analysiert sie anhand
einer neuartigen Methodik aus einem thematischen Blickwinkel. In
einem weiteren Schritt (Kapitel 3) werden die Anforderungen der
am Markt für Nachhaltige Mobilität beteiligten Unternehmen dar-
gestellt.
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Daraus leitet ein Soll-Ist-Vergleich (Kapitel 4) Lücken im
Angebot der Hochschullandschaft ab und beschreibt grundsätzliche
Herausforderungen, die verhindern, dass sich die Anforderungsnach-
frage und das Hochschulangebot ecken. Abschließend schlägt ein
Energiesystem Lade-Infrastruktur
IKT-Systeme und
Anwendungen
Fahrzeuge/
Komponenten
Mobilitäts-
Dienstleistungen
- Entwicklung
- Energieerzeugung
- Energiewandlung
- Energiespeicherung
- Betrieb
- Entwicklung
- Produktion
- Netz-Infrastruktur
- Installation
- Betrieb
- Entwicklung
- Vernetzung
- Betrieb
- Entwicklung
- Produktion
- Vertrieb
- Entwicklung von
Geschäftsmodellen
- Entwicklung von
Dienstleistungen
- Betrieb
Nachhaltigkeit
Sozio-ökonomische Faktoren
Entwicklung - Erneuerbare Energien - Neue Werkstoffe - Recycling
Demografie - Lebensstile - Urbanisierung
Abbildung 1: Nachhaltiges Mobilitätssystem
9 Als Auswer ungsgrundlage werden Daten verwendet, die mithilfe von v rschiede en Methoden ermittelt wurd n. Für die Ist-A alyse wurd eine Date b nk erstellt, die quantitativ und
qualitativ ausgewertet wird. Die Soll-Analyse nutzt eine quantitative Umfrage in Form eines Fragebogens und qualitative Experteninterviews.
Leitplan (Kapitel 5) Lösungsmöglichkeiten vor, mit denen die Markt-
anforderungen an Qualifizierungsangebote effizienter und zielgenauer
befriedigt werden können.
DieAbstimmungderUnternehmensbedarfemitdenAngebotenderHoch-
schulen im Zukunftsmarkt für Nachhaltige Mobilität ist eine essenzielle
Grundlage, um Deutschland und insbesondere Baden-Württemberg als
Technologieführer der Nachhaltigen Mobilität weiter zu etablieren.
Daher nimmt die akademische Bildung in diesem Zusammenhang einen
hohen Stellenwert ein.
Kapitel 1
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um das Verkehrswesen aufgebaut haben. Dies trifft gleichermaßen
auf weitere Studiengänge zu, die in der öffentlichen Wahrnehmung
bislang noch wenig in Zusammenhang mit Nachhaltiger Mobilität ge-
brachtwerden.InsbesondereArchitektur-undGeografiestudiengänge
bieten Studienschwerpunkte für eine innovative, umweltverträgliche
und zukunftsorientierte Stadt- und Verkehrsplanung an. Vertiefungs-
richtungen in Umweltingenieurwesen und Umweltinformatik sind in
derangewandtenInformatikzufindenundeinspeziellausgerichtetes
(Stadt-)Geschichtsstudium kann zu einer Vertiefung im Thema »Ent-
wicklung technischer Infrastrukturen im Energie- und Verkehrswesen«
führenunddamitZugängezurgesellschafts-undindividualbezogenen
Mobilität eröffnen.
DiedeutschlandweiteAnalysefandfürdieindenFokusgenommenen
Studiengänge über eine Sichtung der eigenen Darstellungen der Hoch-
schulen und Weiterbildungseinrichtungen im Internet statt. Bedingt
durch die individuelle Gestaltung der Internetseiten der Hochschulen
und Weiterbildungseinrichtungen einschließlich der Darstellung ihrer
Studien- und Weiterbildungsangebote, standen die für die Analyse
relevantenInformationennursehruneinheitlichzurVerfügung.Umdie
Inhalte vergleichbarer zu machen, wurde neben den Selbstdarstellun-
gen der Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen auch auf wei-
tere Informationsquellen im Internet zugegriffen. So finden sich auf
der Seite
strukturierte und weiterführende
Informationen zu den ca. 2300 in Baden-Württemberg angebotenen
Studiengängen.DaeinedeutschlandweiteAnalysedurchgeführtwurde
und die von der deutschen Hochschulrektorenkonferenz betriebene
Seite
etwa 98 Prozent aller deutschen
Studien- und akademischen Weiterbildungsangebote darstellt, wurde
diese Quelle für die weiteren Recherchen verwendet. In Zahlen aus-
gedrückt, beinhalten die Seiten des Hochschulkompasses insgesamt
16 060 Studiengänge (zuletzt abgerufen am 13. April 2012). Jeder
Studiengang ist in einer standardisierten Darstellung zum einen mit
wesentlichen Informationen zum Studienfach, dem Namen der Hoch-
schule, dem Studienort, dem Studientyp sowie der akademischen
Energie
Umwelt
Verkehr
Ökologie
Stadt
Verwaltung
Urban
Mobilität
Hy rologie
Verkehrsplanung
Nachhaltigkeit
Mobility
ÖPNV
Traffic
Leistungselektronik
Regenerative Energien
Recycling
Telematik
Brennstoffzelle
Elektrochemie
Elektromotor
Hybrid
Hochspannung
Leichtbau
Energy
Energie anagement
Abbildung3:SchlagwortefürdieinternetgestützteRecherchevonakademischenStudien-undWeiterbildungsangeboten
Abbildung 2: Themenfelder der nachhaltigen Mobilität
(Quelle: Akademische Qualifizierung – Analyse der Bil-
dungslandschaft im Zeichen von Nachhaltiger Mobilität)
Kapitel 3
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