KOMPETENZ IN ELEKTROMOBILITÄT - page 24

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Die Nachfrage nach Mobilität wird auch in den
kommenden Jahren weiter steigen. Dies gilt
insbesondere im globalen Maßstab, aber auch
für Baden-Württemberg.
Die Folgen wachsender Mobilität stellen die
Städte und Gemeinden vor große Herausfor-
derungen. Während Mobilität ein wesentlicher
Baustein der Lebensqualität ist, schränken
ihre negativen Folgen gerade diese wieder ein.
Die Belastung von Umwelt und Mensch durch
den Verkehr beeinträchtigen die Lebensquali-
tät vor Ort und damit auch die Wettbewerbsfä-
higkeit eines Standortes. Daher ist es wichtig,
umweltfreundliche Technologien und neue
Mobilitätskonzepte bereitzustellen, die das
Bedürfnis nach Individualmobilität abdecken.
Das Ziel, nachhaltige Mobilität flächende-
ckend umzusetzen, wird nach den Berichten
der Nationalen Plattform Elektromobilität
unterschiedliche Phasen durchlaufen. In der
derzeit stattfindenden Phase der Marktvorbe-
reitung werden zunächst einzelne Modell- und
Demonstrationsprojekte sowie Pilotvorhaben
umgesetzt. Dieser punktuelle Einsatz der neu-
en Technologien ist vor allem mit der Unter-
stützung von Kommunen möglich.
Kommunale Entscheidungsträger initiieren und
unterstützen aktiv verschiedene Projektvorha-
ben und engagieren sich auch in den Förder-
programmen der Bundesregierung oder des
Landes Baden-Württemberg. Insbesondere an
der Umsetzung der Modellregion Elektromobi-
lität und im Schaufenster Elektromobilität Li-
vingLab BW
e
mobil, bei denen die Anwendung
der neuen Technologien im Vordergrund steht,
beteiligen sich verschiedene Kommunen. Sie
signalisieren nach innen wie nach außen, dass
sie aktiv und verantwortungsbewusst Zukunft
mitgestalten. Viele Kommunen setzen auf er-
neuerbare Energien und integrieren – bei pas-
senden Nutzungsmustern – Elektrofahrzeuge
in ihre Flotten.
Beim Aufbau von Ladeinfrastruktur für Elek-
trofahrzeuge geht die Landeshauptstadt Stutt-
gart mit gutem Beispiel voran: Im Rahmen
eines Vorprojektes zum LivingLab BW
e
mobil,
das vom Land Baden-Württemberg gefördert
und von der EnBW umgesetzt wurde, wurden
insgesamt rund 180 Ladesäulen in Stuttgart
im öffentlichen Raum aufgebaut. Deren Nut-
zung und die Auslastung wird nun im Rahmen
des Schaufensterprojekts Ladeinfrastruktur
Stuttgart und Region untersucht. Um langfris-
tig einen barrierefreien Zugang zu öffentlichen
Ladepunkten zu gewährleisten, sind unter
anderem Lösungen denkbar, bei denen ein
Zugangscode per SMS auf das Mobiltelefon
gesendet wird. Dadurch können Nutzer der
Elektromobilität flexibel und unabhängig vom
jeweiligen Stromanbieter ihr Fahrzeug laden.
Die für die Ladeinfrastruktur im öffentlichen
und halböffentlichen Raum benötigten Ge-
schäftsmodelle werden ebenfalls untersucht.
So beschäftigt sich das Schaufensterprojekt
charge@work unter Federführung der Daimler
AG mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur am
Arbeitsplatz.
Ein wichtiger Treiber für die Einführung nach-
haltiger Mobilität, der den Kommunen einen
großen Gestaltungsspielraum einräumt, ist der
ÖPNV. In enger Zusammenarbeit mit städti-
schen und regionalen Verkehrsbetrieben wer-
den die neuen Technologien für eine Vielzahl
von Menschen erfahrbar. Dies impliziert nicht
nur den Einsatz von Fahrzeugen mit alternati-
ven Antrieben – im Rahmen des Schaufensters
werden von der SSB in Stuttgart beispielswei-
se mehrere Plug-in-Hybridbusse eingesetzt.
In Esslingen fahren bereits seit Jahren Ober-
leitungsbusse und in Fellbach und Stuttgart
werden seit Oktober 2013 Linienbusse mit
Brennstoffzellentechnologie eingesetzt.
Vielmehr können mit dem ÖPNV neue, intel-
ligente Mobilitätslösungen entwickelt wer-
den. Vor allem Intermodalität spielt in diesem
Zusammenhang eine wichtige Rolle. Dabei
werden verschiedene Verkehrsmittel für den
Transport von Menschen oder Gütern einge-
setzt. Im Rahmen des LivingLab BW
e
mobil
wird in der Region Stuttgart das intermo-
dale Mobilitätsmanagement erforscht, das
verschiedene Verkehrsangebote kombiniert.
Die Stuttgart Service Card ist Fahrkarte, Bu-
chungs- und Serviceplattform in einem und
ermöglicht die vernetzte Nutzung verschiede-
ner (elektromobiler) Verkehrsträger.
Zukunft gestalten – aktiv und verantwortungsbewusst
Kommunale Mobilitätslösungen
Kapitel 5
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