KOMPETENZ IN ELEKTROMOBILITÄT - page 25

Hinter der Bereitstellung der umfassenden
Stuttgart Service Card verbirgt sich ein kom-
plexes technisches System, das eng an Soft-
warelösungen geknüpft ist. Diese technischen
Lösungen dienen auch dem Flottenmana-
gement und ermitteln gerade in öffentlichen
Fuhrparken Potenziale für die Elektrifizierung
der Dienstwagenflotte. Die Stadt Ludwigsburg
hat beispielsweise ein Nutzungsprofil erstel-
len lassen und nun einige E-Fahrzeuge – vom
Zweirad bis zum PKW – in die städtische Flot-
te integriert. Auch das Ministerium für Verkehr
und Infrastruktur Baden-Württemberg analy-
siert im Rahmen eines Projekts des LivingLab
BW
e
mobil die Fuhrparke der Landesbehörden
und strebt die Integration möglichst vieler
E-Fahrzeuge an.
Um den flächendeckenden Ausbau zukunfts-
fähiger Mobilitätssysteme zu realisieren, dür-
fen die Elektromobilitätsprojekte nicht auf ein-
zelne Städte und Gemeinden begrenzt bleiben.
Dafür ist die Vernetzung der Kommunen mitei-
nander erforderlich, so wie sie beispielsweise
im bereits erwähnten Projekt EMiS stattfindet,
das im Rahmen der Modellregion umgesetzt
wird. Das Projekt untersucht in Göppingen und
Schwäbisch Gmünd das Potenzial der Elektro-
mobilität für die Stadtentwicklung.
Die Notwendigkeit der Vernetzung wurde
beispielsweise auch im Bodenseekreis er-
kannt. Bereits seit Anfang 2011 besteht dort
eine übergreifende Arbeitsgruppe, in der sich
Vertreter des Landkreises, der Städte Fried-
richshafen und Überlingen, der Gemeinden
Meckenbeuren, Hagnau und Deggenhauser-
tal und der örtlichen Energieversorger unter
Begleitung der Dualen Hochschule Baden-
Württemberg (DHBW) dieses Zukunftsthemas
angenommen haben, um sowohl technische
als auch organisatorische, administrative
und weitere Fragestellungen gemeinsam
anzugehen und die jeweiligen individuellen
Aktivitäten miteinander abzustimmen. Eine
konkrete Zusammenarbeit mehrerer Kommu-
nen des Bodenseekreises erfolgt im Rahmen
des vom BMVBS geförderten Projekts Boden-
seEmobil mit dem Ziel, die Elektromobilität in
einer ländlichen Region mit industrieller Ver-
dichtungszone und zusätzlicher touristischer
Ausprägung durch eine intelligente, dreifache
Vernetzung im öffentlichen Verkehr zu fördern.
Der umfassende Wandel hin zu einer nachhal-
tigen und zukunftsfähigen Mobilität beginnt
in den einzelnen Kommunen. Erst wenn hier
praxistaugliche Lösungen und tragbare Ge-
schäftsmodelle gefunden sind, lässt sich der
Technologiewandel ausweiten und auf eine
breite Masse übertragen. Mit dem Engage-
ment in vielfältigen Förderprojekten zum The-
ma Elektromobilität entwickeln sich Städte
und Gemeinden in Baden-Württemberg stän-
dig weiter und werden zu elektromobilen Pio-
nierkommunen.
Mit der Publikation „Neue Wege für Kommunen – Elektromobilität als Baustein
zukunftsfähiger kommunaler Entwicklung in Baden-Württemberg“ wird den verant-
wortlichen Akteuren in den Kommunen im Land ein anschaulicher Einstieg in das
Thema nachhaltige Mobilität gegeben und mit Beispielen aus der Praxis gezeigt, wie
Elektromobilität vor Ort für die Bürgerinnen und Bürger umgesetzt werden kann. Es
werden Handlungsoptionen, Konzepte und Ideen für Kommunen dargestellt, die sie
bei der Initiierung oder beim Ausbau der Elektromobilität unterstützen.
neue Wege für Kommunen
23
1...,15,16,17,18,19,20,21,22,23,24 26,27,28,29,30,31,32,33,34,35,...192
Powered by FlippingBook