SCHAUFENSTER ELEKTROMOBILITÄT - page 100

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der Ladeinfrastruktur in ein intelligentes Energie- und
Lademanagement-System und vor allem die nutzer-
freundliche Zugangsmöglichkeit und Abrechnung. Bei der
im Projekt InFlott entwickelten Ladeinfrastruktur erfolgt
die Abrechnung z. B. einfach mit dem Parkschein.
Die zunehmende Dezentralisierung der Energieerzeugung
und der Trend zum Einsatz von IKT im Wohnungsbau
führen auch die Bereiche Wohnen und Elektromobili-
tät zusammen. Die Wohnbauprojekte des LivingLab BW
e
mobil zeigen, dass Elektromobilität integraler Bestand-
teil nachhaltiger Wohnkonzepte sein kann: regenerativ
erzeugte Energie kann insbesondere zu Zeiten, in denen
der Stromverbrauch gering ist, für das Laden von Elektro-
fahrzeugen genutzt werden, in Einfamilienhäusern ebenso
wie im Rahmen elektromobiler Carsharing-Modelle für ein
ganzes Wohnquartier. Und dies gilt natürlich auch für den
gewerblichen Bereich: in Sindelfingen dient Elektromobi-
lität als Mobilitätskonzept für ein als Energieeffizienzpark
konzipiertes Gewerbegebiet. Das Aktivhaus B10 in der
Stuttgarter Weißenhofsiedlung zeigt zudem, dass ein in-
novatives Energiekonzept und eine selbstlernende Gebäu-
desteuerung die Energie für die Mobilität der Bewohner
liefern und zum Schlüssel für die nachhaltige Energiever-
sorgung eines ganzen Stadtquartiers werden können.
Angesichts eines anhaltenden Trends zur Urbanisierung
und einer steigenden Umwelt- und Verkehrsbelastung in
Innenstädten bietet die Elektromobilität gerade in Städ-
ten große Potenziale: Wie in Ludwigsburg gezeigt, kann
Elektromobilität ein Schlüssel bei der Umgestaltung eines
Bahnhofs zum intermodalen Knotenpunkt sein, der das
Wechseln von Verkehrsmitteln so einfach und nutzer-
freundlich wie möglich gestaltet. Elektromobilität wird
damit auch zum wichtigen Faktor in der Stadt- und Ver-
kehrsplanung: im Rahmen des LivingLab BW
e
mobil inte-
grierte das Projekt eVerkehrsraum die Elektromobilität in
ein Verkehrsplanungsinstrument für moderne Mobilitäts-
und Verkehrskonzepte.
Den Technologiewandel sichtbar machen und die
Menschen mitnehmen
Jeder Technologiewandel ist mit sozialen Veränderungen
verbunden. Um die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in
diesen Transferprozess zu integrieren, hat das LivingLab
BW
e
mobil Projekte wie die Wanderausstellung eCube –
eingesetzt auf dem Bürgerfest zum Tag der Deutschen
Einheit in Stuttgart 2013 und auf der Landesgartenschau
in Schwäbisch Gmünd 2014 – oder das Online-Schau-
fenster Elektromobilität zur Kommunikation und Parti-
zipation umgesetzt und damit verschiedene Zielgruppen
adressiert. Zum Beispiel haben mit dem Beteiligungsspiel
Elektr-O-Mat bisher mehr als 2.500 Menschen ermittelt,
welches elektromobile Angebot am besten zu ihnen passt.
Eine große Wirkung konnten auch die Projekte im The-
menfeld Ausbildung und Qualifizierung entfalten: das
Mobile Schulungszentrum Elektromobilität, die Schau-
werkstatt und die e-Fahrschule konnten in über 500
Veranstaltungen mehr als 80.000 Menschen über
Elektromobilität informieren und schulen. Das Mobile
Schulungszentrum wird nach der Landesgartenschau in
Schwäbisch Gmünd 2014 im kommenden Jahr auf der
Landesgartenschau in Öhringen das Thema Elektromobi-
lität vielen Menschen näher bringen.
Lessons Learned
Insgesamt ist das baden-württembergische Schaufenster
Elektromobilität LivingLab BW
e
mobil wichtiger Bestand-
teil einer regionalen Strategie, die zum Ziel hat, Elektro-
mobilität bis 2020 flächendeckend in Baden-Württem-
berg nutzbar zu machen. Obwohl sich die Technologie
im Alltag schon bewährt hat, besteht nach wie vor das
Haupthindernis der Elektromobilität – die zu hohen Kos-
ten. Um diese zu senken, ist weitere gezielte Forschung
und Entwicklung in den Bereichen Fahrzeug, Energie,
Informations- und Kommunikations- und vor allem Pro-
duktionstechnologie unbedingt notwendig. Genau diese
Innovationsfelder adressieren die rund 100 Partner des
Spitzenclusters Elektromobilität Süd-West, der 2015
gefördert vom Bundesministerium für Bildung und For-
schung (BMBF) in die zweite Förderphase gestartet ist.
Die dauerhafte Projektbegleitung und -unterstützung
durch die Projektleitstelle sowie die regelmäßigen Pro-
jektleitertreffen und Partnerversammlungen führten
nicht nur zu Netzwerkbildung und Wissenstransfer in-
nerhalb des LivingLab BW
e
mobil, sondern dienten auch
zum ständigen Austausch mit Projekten anderer Förder-
initiativen wie Modellregion Elektromobilität oder IKT für
Lessons Learned
Gelebte Praxis im lebendigen Labor
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