SCHAUFENSTER ELEKTROMOBILITÄT - page 101

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Elektromobilität. Gleichzeitig leistete das LivingLab BW
e
mobil auch inhaltlichen Input zu einer regionalen Strate-
giebildung: Im Auftrag des Landes Baden-Württemberg
erarbeiteten vier Konsortien Studien zu verschiedenen
Aspekten wie beispielsweise das Nutzerverhalten, den
Mobilitätskomfort, die Wertschöpfungspotenziale sowie
die Integration der Elektromobilität in das Energiekon-
zept des Landes Baden-Württemberg.
Zu den anderen drei Schaufenster-Regionen in Deutsch-
land entwickelte sich durch den ständigen Austausch in
regelmäßigen Telefonkonferenzen und Strategietreffen
der regionalen Koordinierungsstellen eine wertvolle Zu-
sammenarbeit. Die Projektleitstellen konnten zu zahlrei-
chen Themen z. B. Ladeinfrastruktur, Güterverkehr oder
Carsharing einen überregionalen Austausch der Projekt-
partner in Gang bringen und so zur Entwicklung und Kon-
zeption regionenübergreifender Ansätze beitragen. Einige
dieser Prozesse wurden von der Begleit- und Wirkungs-
forschung aufgenommen und weiterbearbeitet. So führ-
te der regionenübergreifende Austausch zur Ladeinfra-
struktur zu einer Arbeitsgruppe zum Thema eRoaming,
deren Ergebnisse im Rahmen der eCarTec 2014 und des
Innovations(t)raums 2015 präsentiert wurden.
Wir haben viel erreicht, sind aber noch lange nicht fertig:
Das Automobil mit Verbrennungsmotor blickt auf eine
mehr als 125-jährige Entwicklungsgeschichte zurück, die
immer noch weiter fortgeschrieben wird. Daher liegt es
auf der Hand, dass die Elektromobilität noch lange nicht
am Ende der Entwicklung ist. Die Alltagstauglichkeit ist
nachgewiesen, was in vielen Anwendungsfällen fehlt, ist
die Wirtschaftlichkeit und die Bereitschaft, unser auf den
Verbrennungsmotor ausgerichtetes Mobilitätssystem im
Zeichen der neuen Technologie zu verändern.
Wir haben immenses Wissen über Elektromobilität in
Baden-Württemberg und in ganz Deutschland aufgebaut.
Noch wird dieses Wissen aber nicht in große Stückzah-
len marktgängiger und preiswerter Produkte und Ge-
schäftssysteme umgesetzt. Regulierung und Förderung
sind mögliche Instrumente, um den Markthochlauf zu
beschleunigen. Ein Risiko besteht heute darin, dass das
Wissen der Schaufenster und anderer Projekte veraltet
und vergessen wird, bevor es wirtschaftlichen Nutzen
entfaltet.
Daher ist zum einen kurzfristig zusätzliche Forschung
und Entwicklung nötig, um die Technologie weiter zu ent-
wickeln und noch besser zu machen. Ebenso braucht es
zum anderen aber eine klare Orientierung nicht nur am
technologisch Machbaren, sondern den Bedürfnissen der
Nutzer. Die Konvergenz der Branchen Energie, IKT und
Fahrzeug als zentrale Elemente des Systems Elektromo-
bilität bietet hier vielfältige Möglichkeiten für die Ver-
netzung innerhalb des Fahrzeugs, für die Vernetzung von
Fahrzeugen untereinander, für automatisierte Fahrfunk-
tionen oder rechnergestützte, intermodale Wegeketten.
Zur notwendigen Unterstützung eines frühzeitigen Markt-
hochlaufs sind geeignete Instrumente der öffentlichen
Hand zwingend erforderlich. Die Verstetigung von im
LivingLab BW
e
mobil angestoßenen Prozessen und Aktivi-
täten – bei Ladeinfrastruktur und in Flotten, um nur zwei
Beispiele zu nennen – sind die große Herausforderung,
der sich das Netzwerk der Schaufenster Elektromobilität
in den kommenden Jahren stellen muss. Die Chancen
sind vielfältig, lassen Sie uns die Zukunft der Mobilität
gemeinsam gestalten.
Das Mobile Schulungszentrum Elektromobilität informiert und begeistert
Groß und Klein.
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