STRUKTURSTUDIE - page 32

Kapitel 2
Im Winter beeinflusst neben der Beheizung des Innenraums auch
der temperaturbedingt niedrigere Wirkungsgrad der Antriebs-
strangkomponenten den Gesamtenergieverbrauch. Als Folge kön-
nen batterieelektrische Fahrzeuge in der Praxis bei Temperaturen
unter 0°C teilweise nur sehr kurze Strecken zurücklegen, wie meh-
rere Vergleichstests zeigen. Dort nimmt die Reichweite einiger bat-
terieelektrischer Automobile gegenüber den Werksangaben und
Erfahrungswerten um weit über 50 % ab und beträgt wesentlich
weniger als 100 km [Autobild (2014); AMS (2014); E-Auto.TV (2014)].
Da in Elektrofahrzeugen keine mechanische Antriebseinheit für
die Klimatisierung vorhanden ist, müssen sie mit elektrischen
Heiz- und Kühlsystemen ausgerüstet werden. Hierfür kommen
Luft- oder Wasserheizer auf Basis des PTC (Positive Temperature
Coefficient), Hochvoltheizer mit Schichttechnik (auch Schichthei-
zer genannt), Brennstoffheizer, Infrarot-Heizelemente oder Wär-
mepumpen sowie (ergänzend) elektrische Wasserpumpen und Kli-
makompressoren infrage. Diese sind in Abbildung 17 exemplarisch
dargestellt. Alle Technologien zeichnen sich durch unterschiedli-
che Vor- und Nachteile aus und sind entsprechend der jeweiligen
Anforderungen der unterschiedlichen Konzepte vom Hybrid bis
zum reinen Batterieantrieb unterschiedlich zu bewerten.
Der Effizienzsteigerung des Klimasystems ebenfalls zuträglich ist
es, mit einem dezentralen System die Temperatur gezielt nahe
am Körper der Insassen einzustellen, statt mit einem zentralen
System den gesamten Fahrzeuginnenraum zu temperieren. Hier-
für können etwa die oben genannten Infrarot-Heizelemente oder
Widerstands-Heizfolien in die Berührungsflächen (Kopfstützen
sowie Arm- und Beinauflagen) und die Flächen des Nahbereichs
(Türseitenverkleidung und Instrumententafel) eingebracht wer-
den. Ergänzend sind eine elektrische Sitzheizung, wie sie auch in
konventionellen Automobilen zum Einsatz kommt, eine Scheiben-
heizung oder eine Lenkradheizung als weitere Bestandteile eines
dezentralen Klimasystems zur Temperierung des Fahrzeuginnen-
raums nutzbar [Ackermann (2013)]. Weitere positive Effekte auf
den Energieverbrauch zur Beheizung und Kühlung des Fahrzeug-
innenraums ergeben sich durch passive Maßnahmen. Dazu zählen
z.B. die thermische Dämmung der Karosserieflächen, der Einsatz
von Beschattungssystemen, infrarotreflektierenden Scheiben und
PTC-Luftheizer
Schichtheizer
Infrarot-Heizfläche
Elektrische Wasserpumpe
PTC-Wasserheizer
Brennstoffheizer
Wärmepumpe
Elektrischer Klimakompressor
Abbildung 17: Beispiele für Komponenten zur Klimatisierung des Innenraums elektromobiler Antriebskonzepte.
17
17
Eigene Darstellung; Bildmaterial: DENSO (2014); Eberspächer (2014); Elstein (2014); ixetic (2014); Webasto (2012); VDO (2014).
30
1...,22,23,24,25,26,27,28,29,30,31 33,34,35,36,37,38,39,40,41,42,...116
Powered by FlippingBook