STRUKTURSTUDIE - page 60

Kapitel 3
3.6 EFFEKTE AUF DIE BESCHÄFTIGUNG IN BADEN-WÜRTTEMBERG
Aufbauend auf den ermittelten Wertschöpfungspotenzialen im
Betrachtungszeitraum erfolgt die Ableitung damit verbundener
Beschäftigungseffekte für den Standort Baden-Württemberg. Die
Analyse bezieht sich hierbei auf resultierende Veränderungen
zwischen 2013 und 2025. Um wesentliche Anteile der Wertschöp-
fung im Land Baden-Württemberg auf sich zu vereinen, muss es
den hier ansässigen Unternehmen gelingen, nicht nur im Bereich
der Forschung und Entwicklung, sondern auch in der Herstellung
bedeutender elektrifizierter Antriebsstrangkomponenten und Effi-
zienztechnologien eine Spitzenposition im globalen Wettbewerb
einzunehmen. Dabei ist das Erreichen einer ausreichend hohen
Wertschöpfungstiefe im Bereich neuer Antriebskomponenten und
den damit verbundenen Lösungen eine wesentliche Grundvoraus-
setzung für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Weiterhin können
auch durch die Entwicklung, Herstellung, Planung und Installation
von Produktionsanlagen durch im Land ansässige Unternehmen
wertvolle Wertbeiträge generiert werden.
3.6.1 BESTIMMUNG DER BESCHÄFTIGUNGSEFFEKTE
Die Ermittlung der Beschäftigungseffekte basiert in einem ersten
Schritt auf der Annahme, dass die baden-württembergischen Unter-
nehmen der Automobilindustrie auch im Jahr 2025 denselben Anteil
am weltweiten Umsatz von rund 6 % besitzen.
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Darauf aufbauend
erfolgt eine Diskussion hinsichtlich der Zielerreichung der hieraus
theoretisch ermittelten Werte für die Komponenten der alternativen
Antriebsstränge (Kapitel 3.6.4). Hierfür wurden die den jeweiligen
Komponenten zugrunde liegenden Wertschöpfungsaktivitäten ge-
nauer untersucht und diese in sogenannte Wertschöpfungsmodule
gegliedert. Dies bildete die Basis für die Diskussion der komponen-
tenspezifischen Wertschöpfungsanteile.
Der Fokus der Betrachtung liegt ausschließlich auf dem Antriebs-
strang und damit verbundenen Komponenten. Potenzielle Beschäf-
tigungseffekte, welche sich im Kfz-Handwerk oder auch im auto-
mobilbezogenen Dienstleistungssektor ergeben könnten, wurden
nicht untersucht. Die Berechnung der Arbeitsplatzeffekte wurde auf
Basis der Kennzahl Umsatz pro Beschäftigten in der Automobilin-
dustrie in Baden-Württemberg ermittelt. Dieser Wert betrug für das
Jahr 2013 rund 415.000 Euro. Bedingt durch die in den vergangenen
Jahren ermittelte Wachstumsrate hinsichtlich dieser Größe (2,8 %
p.a.) erhöht sich für die Ermittlung der Beschäftigungseffekte im
Jahr 2025 der Bezugswert (Umsatz/Beschäftigter) auf 504.000 Euro.
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3.6.2 POTENZIALE DURCH KONVENTIONELLE
ANTRIEBE/KOMPONENTEN
Im Folgenden werden die Umsatz- und Beschäftigungseffekte für
die Komponenten des Verbrennungsmotors und dessen Periphe-
rie, der Abgasanlage sowie der Getriebe für Baden-Württemberg
aufgezeigt. Darüber hinaus werden die Wertschöpfungskomplexe
der Nebenaggregate sowie der Effizienztechnologien auf deren
Potenziale hinsichtlich der Generierung von Umsatz und Arbeits-
plätzen im Land betrachtet.
VERBRENNER UND PERIPHERIE
Dem klassischen Verbrennungsmotor (inklusive Tanksystem) wird
bis zum Jahr 2025 noch eine große Bedeutung beigemessen. Für
Baden-Württemberg ergibt sich unter den getroffenen Annahmen
ein Anstieg des Marktvolumens von +0,81 Milliarden Euro gegen-
über dem Jahr 2013, was einem Beschäftigungspotenzial von +1.600
Beschäftigten im Jahr 2025 entspricht. Ein deutlicher Zuwachs von
+0,87 Milliarden ist im Bereich der Abgasanlage zu erwarten. Dieser
Zuwachs führt zu einem Beschäftigungspotenzial von +1.720.
GETRIEBE
Ein weiterer Zuwachs kann für die Komponenten des Getriebes
(inklusive Getriebe für Hybrid- und Elektrofahrzeuge) ausgewiesen
werden. Bedingt durch das starke globale Wachstum ergibt sich
für Baden-Württemberg im Jahr 2025 ein Marktpotenzial von +1,17
Milliarden Euro gegenüber dem Jahr 2013. Aus Sicht der Beschäf-
tigung kann somit ein Potenzial von +2.320 Beschäftigten abgelei-
tet werden.
EFFIZIENZTECHNOLOGIEN UND (ELEKTRIFIZIERUNG DER)
NEBENAGGREGATE
Im Bereich der Effizienztechnologien sowie der Nebenaggregate
werden erhebliche Wertschöpfungspotenziale für die kommenden
Jahren erwartet. Bei den Effizienztechnologien (inklusive Elektri-
fizierung von Nebenaggregaten) wird durch ein Marktpotenzial in
Baden-Württemberg zum Jahr 2025 von +1,84 Milliarden Euro ein
Beschäftigungszuwachs von +3.650 Beschäftigten gegenüber dem
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Der Umsatz baden-württembergischer Unternehmen der Automobilindustrie (Automobilhersteller und Zulieferer) lag im Jahr 2013 bei 87,87 Milliarden Euro [Statistisches
Landesamt (2014)]. Dies entspricht rund 6 % des globalen Umsatzes. Bezogen auf die elektromobilitätsspezifischen Komponenten erschweren die dynamischen
Entwicklungen in der derzeitigen frühen Marktphase die eindeutige Bestimmung Baden-Württemberg-spezifischer Wertschöpfungsanteile.
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Eine Ausnahme bildet im Rahmen der Bestimmung die Komponente des Batteriesystems. Hierfür wurden bestehende und geplante Produktionseinrichtungen auf ihre
Mitarbeiterbedarfe hin untersucht und mit den im Rahmen des Berechnungsmodells erwarteten „Batteriekapazitäten“ im Bezugsjahr 2025 abgeglichen. Als Ergebnis erfolgte
somit eine detaillierte Ermittlung der zur Abdeckung des Batteriebedarfs erforderlichen Mitarbeiter. Bezogen auf das Batteriesystem ergibt sich somit ein veränderter Wert
von ca. 670.000 Euro je Beschäftigtem.
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