STRUKTURSTUDIE - page 73

ten und der fehlenden Alltagstauglichkeit verhindert. Hier setzte
das Projekt „e-Generation” an. Übergeordnetes Ziel des For-
schungsprojekts war die Entwicklung einer neuen Generation von
Komponenten für Elektrofahrzeuge. Die Komponenten sollten be-
züglich Effizienz und Gewicht optimiert werden, um die Reichwei-
te, Kosten, Alltagstauglichkeit und Zuverlässigkeit zu verbessern.
Außerdem wurde analysiert, inwieweit Modularisierung und Kom-
ponentenbaukästen dazu beitragen, Kostenverbesserungen und
andere Optimierungen zu erreichen. Das Projekt wurde in sieben
Teilprojekte aufgeteilt, in denen definierte Kernthemen intensiver
bearbeitet wurden. Das Projekt hatte eine Laufzeit von 3 Jahren
(1/2012 bis 12/2014) und ein Gesamtbudget von 39 Millionen Euro,
welches jeweils zur Hälfte vom Bundesministerium für Forschung
und Bildung und von den Projektpartnern getragen wurde. Projekt-
partner waren Porsche Engineering Group GmbH, Dr. Ing. h.c. F.
Porsche AG, Volkswagen AG, Robert Bosch GmbH, MAHLE Behr
GmbH & Co. KG, ZF Friedrichshafen AG, Infineon Technologies AG,
ascs, Fraunhofer LBF, Universität Ulm, Forschungsinstitut für Kraft-
fahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS), Technische
Universität Dresden, Karlsruher Institut für Technologie, RWTH
Aachen und Technische Universität Braunschweig. Durch die Be-
trachtung sämtlicher Funktionsbereiche vom Antriebsstrang über
Elektronik bis zum Energiemanagement wurde eine ganzheitliche
Betrachtung des Problems sichergestellt und so auch umfassende
und völlig neue Lösungen ermöglicht [GGEMO (2013)].
Neben den bereits skizzierten Projekten werden im Zeitraum
von 2012 bis Ende 2015 Projekte im Rahmen der ersten von zwei
Phasen des Spitzenclusters Elektromobilität Süd-West gefördert.
Nachfolgend werden ausgewählte Vorhaben aus der ersten Phase
mit besonderem Bezug zu den wesentlichen Wertschöpfungsseg-
menten vorgestellt.
BATTERIE MODULMONTAGE/ANLAGENBAU:
PROJEKT AutoSpEM
Derzeit sind die Produktionskosten zur Herstellung von großforma-
tigen Automotive-Batteriespeichern in Deutschland noch zu hoch.
Problematisch ist vor allem, dass einzelne Arbeitsvorgänge noch
manuell durchgeführt werden müssen. An diesem Punkt setzt das
Projekt „AutoSpEM” („Automatische Handhabung zur prozesssi-
cheren und wirtschaftlichen Herstellung von Speicherbatterien
für die Elektromobilität”) an. Das Projekt hat das Ziel, Produkti-
onsprozesse und Fertigungstechnologien für eine automatisierte
Batteriemodulherstellung sowie ein umfassendes Qualitätsma-
nagementsystem zu entwickeln. Als Ergebnis entstehen Demons-
tratoren für die unterschiedlichen Fertigungs- und Montageschrit-
te von der Entnahme einzelner Zellen bis zur Handhabung von Bat-
teriemodulen. Das Projekt hat eine Laufzeit von 3 Jahren (12/2012
bis 11/2015) und wird von den Partnern Schunk GmbH & Co KG,
ads-tec GmbH, Dürr Systems GmbH, Festo AG & Co KG, teamtech-
nik GmbH und Karlsruher Institut für Technologie (KIT) durchge-
führt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
fördert das Projekt im Rahmen des Spitzenclusters Elektromobilität
Süd-West mit 1,5 Millionen Euro. Das Projekt AutoSpEM leistet so-
mit einen wesentlichen Beitrag zur Realisierung einer automati-
sierten Produktion von Batteriemodulen [Produktion.de (2013)].
BATTERIE SYSTEMMONTAGE/ANLAGENBAU: PROJEKT ProBat
Der Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien in automobilen Anwen-
dungen stellt hohe Anforderungen an die Einheiten bezüglich
Sicherheit, Zuverlässigkeit und Leistungs- bzw. Energiedichte.
Im Rahmen des Projekts „ProBat” („Projektierung qualitätsori-
entierter, serienflexibler Batterieproduktionssysteme”) werden
Konzepte und Instrumente zur Planung sowie Steuerung einer
qualitätsorientierten Batteriesystemherstellung erforscht. Hierfür
werden Anlagenlayouts und Qualitätssicherungssysteme bezüg-
lich Sicherheit und Effizienz untersucht, bewertet und in einem
softwarebasierten Planungswerkzeug gebündelt. Das Projekt hat
eine Laufzeit von 3 Jahren (08/2012 bis 07/2015) und wird von den
Partnern Dürr Systems GmbH, Carl Zeiss Industrielle Messtechnik
GmbH, Daimler AG und Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
durchgeführt. Das BMBF fördert das Projekt im Rahmen des Spit-
zenclusters Elektromobilität Süd-West mit 1,7 Millionen Euro für
drei Jahre. Durch die Arbeiten im Projekt wird ein wesentlicher
Grundstein zur Steigerung der Effizienz zukünftiger Serienherstel-
lungen von Batteriesystemen gelegt [KIT (2012)].
LEISTUNGSELEKTRONIK UND NEBENAGGREGATE:
PROJEKT InnoROBE
Elektrische Systeme erzeugen nur wenig Abwärme, die zur Behei-
zung der Fahrgastzelle genutzt werden könnte. Der Energiebedarf
der Nebenverbraucher (z.B. Klimaanlage) stellt somit neben den
hohen Batteriekosten ein entscheidendes Problem von Elektro-
fahrzeugen dar. Zur Lösung des Problems ist es nötig, grundsätz-
71
1...,63,64,65,66,67,68,69,70,71,72 74,75,76,77,78,79,80,81,82,83,...116
Powered by FlippingBook