STRUKTURSTUDIE - page 74

Kapitel 4
liche Lösungen für die gezielte Lenkung der vorhandenen bzw.
benötigten Energieflüsse im Fahrzeug und für das Thermomanage-
ment zu entwickeln. Durch die Nutzung kleiner autarker Energie-
wandlersysteme (On-Board-Ladesysteme) soll der Energiebedarf
der Nebenverbraucher eines Autos (z.B. Klimaanlage) im Fahrzeug
selbst bereitgestellt werden. Das Projekt „InnoROBE” („Innovati-
ve Regenerative On-Board-Energiewandler”) erforscht dazu ein
Brennstoffzellensystem mit entsprechendem DC/DC-Wandler und
einem Verbrennungsmotor mit Generator und Inverter. Dabei ist
der Einsatz regenerativer Kraftstoffe, d.h. Methan beim Verbren-
nungsmotor und Wasserstoff bei der Brennstoffzelle, vorgesehen.
Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren (08/2012 bis 07/2015)
und ein Volumen von 4,1 Millionen Euro. 2,05 Millionen Euro beträgt
die Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
im Rahmen des Spitzenclusters Elektromobilität Süd-West. Das
Projekt wird von den Partnern GreenIng GmbH und Co. KG, Robert
Bosch GmbH, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
und Fraunhofer ICT durchgeführt. Das Projekt könnte bei erfolgrei-
chem Verlauf die Kosten und die Ladezeit reduzieren und gleich-
zeitig zur Reichweitenerhöhung beitragen [Fraunhofer ICT (2012)].
LEISTUNGSELEKTRONIK/LADETECHNIK: PROJEKT BIPoLplus
Zur Erhöhung der Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen ist es
nötig, den Ladevorgang möglichst kundenfreundlich zu gestalten.
Insbesondere die langen Ladezeiten und das aufwendige Han-
tieren mit Ladekabeln werden als unkomfortabel empfunden. Ein
Schnellladesystem mit hoher Ladeleistung und berührungsloser
Energieübertragung bei deutlich reduzierter Ladezeit bringt für
den Anwender und Benutzer deutliche Verbesserungen. Inhalt
des Projekts „BIPoLplus” („Berührungsloses, induktives und po-
sitionstolerantes Laden”) ist die Erforschung und Entwicklung
eines induktiven Ladesystems für batterieelektrische Fahrzeuge
mit einer Übertragungsleistung von bis zu 22 kW. Dabei wird die
Optimierung von Bauraum, Gewicht und Sicherheitsaspekten an-
gestrebt. Das Projekt hat eine Laufzeit von 3 Jahren (01/2013 bis
12/2015). Im Rahmen des Spitzenclusters Elektromobilität Süd-
West wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung mit insgesamt rund 5,1 Millionen Euro gefördert. Pro-
jektbeteiligte sind Daimler AG, EnBWAG, IPT GmbH, Porsche Engi-
neering Group GmbH, Robert Bosch GmbH, Deutsches Zentrum für
Luft- und Raumfahrt e.V., Karlsruher Institut für Technologie und
Universität Stuttgart. Das Projekt bietet Baden-Württemberg die
Chance, im Bereich des induktiven Ladens einen Kompetenzvor-
sprung aufzubauen und damit in einer möglichen Zukunftstechno-
logie der Elektromobilität die Leitanbieterschaft zu erreichen [Uni-
versität Stuttgart (2013)].
E-MASCHINEN-HERSTELLUNG/ANLAGENBAU:
PROJEKT Epromo
Im Projekt „Epromo” („Erforschung eines prozessmodularen Fer-
tigungskonzepts für die E-Motoren-Fertigung”) wird an neuen
Fertigungs- und Montagekonzepten im Rahmen der E-Motoren-
Herstellung geforscht. Ziel ist hierbei die wirtschaftliche Durchfüh-
rung der Herstellungsprozesse unter Berücksichtigung des sich
langsam entwickelnden Markthochlaufs elektrischer Fahrzeuge.
Aufbauend auf einer Analyse von Zukunftsszenarien zu Bauformen
und Stückzahlen elektrischer Antriebe, werden ein zukunftsfähi-
ges, modulares Anlagenkonzept entwickelt sowie ausgewählte
Schlüsselprozesse in Form von physischen Demonstratoren abge-
bildet. Das Konzept kann flexibel an verschiedene Stückzahlberei-
che und Varianten angepasst werden und bietet somit die Voraus-
setzung für eine wirtschaftliche Herstellung der Antriebseinheiten
in den kommenden Jahren. Das Projekt wird im Rahmen des Spit-
zenclusters Elektromobilität Süd-West vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung mit insgesamt 1,8 Millionen Euro gefördert.
Projektbeteiligte sind Daimler AG, teamtechnik Maschinen und
Anlagen GmbH, Faude Automatisierungstechnik GmbH, MAG IAS
GmbH, WITTENSTEIN cyber motor GmbH sowie die Fraunhofer-
Institute IAO und IPA [Butov et al. (2014)].
THERMOMANAGEMENT: PROJEKT GaTE
Mittels des Projekts „GaTE” (Ganzheitliches Thermomanagement
im E-Fahrzeug) soll ein optimiertes Thermomanagementkonzept
für Elektrofahrzeuge erarbeitet werden. Dabei soll der elektrische
Energiebedarf für die Fahrzeugklimatisierung und die Temperie-
rung der Antriebskomponenten gegenüber aktuellen Lösungen
reduziert und minimiert werden. Die Projektpartner erhoffen sich
dabei eine erhebliche Steigerung der Reichweite, insbesondere im
Winterbetrieb. Durch die Erforschung und Entwicklung einer Wär-
mepumpe, bei der das Kühlmittel als Wärmequelle und Wärme-
senke genutzt wird, und durch die Entwicklung eines neuen Ven-
tilkonzepts soll erreicht werden, dass Elektrofahrzeuge im Winter
energieeffizient und kostengünstig heizbar und im Sommer kühlbar
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