STRUKTURSTUDIE - page 8

DIE ELEKTRIFIZIERUNG IST DER WEG IN DIE ZUKUNFT
Ein Treiber für eine breite Elektrifizierung ist der von der EU für
neue PKW festgelegte Grenzwert von durchschnittlich 95 Gramm
CO
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-Ausstoß pro Kilometer ab dem Jahr 2020. Um die notwendi-
gen Effizienzsteigerungen für dieses Ziel zu erreichen, müssen
der verbrennungsmotorische Teil des Antriebsstrangs weiterhin
optimiert und die Elektrifizierung des Antriebsstrangs und Ge-
samtfahrzeugs vorangetrieben werden.
DER KONVENTIONELLE ANTRIEB VERLIERT SEINE STELLUNG
Im Jahr 2030 wird, maßgeblich aus Kostengründen, nur noch rund
ein Viertel der neu zugelassenen Fahrzeuge ausschließlich einen
konventionellen verbrennungsmotorischen Antrieb besitzen. Ein
weiteres Viertel der Neuzulassungen wird, bedingt durch die
notwendige Verbrauchsoptimierung, elektrifizierte Komponenten
aufweisen. Nahezu die Hälfte der zu diesem Zeitpunkt neu auf
den Markt kommenden Fahrzeuge besitzt einen elektrifizierten
Antriebsstrang mit einer relevanten elektrischen Reichweite.
ELEKTRISCHE KOMPONENTEN BRINGEN MILLIARDEN
Aufgrund der Marktentwicklung kommt es bei den von der Elek-
trifizierung betroffenen Komponenten zu einer Steigerung des
globalen Marktvolumens um 216,78 Milliarden Euro (2025) bzw.
341,25 Milliarden Euro (2030) gegenüber dem Jahr 2013. Rund die
Hälfte dieses Zuwachses entfällt im Jahr 2025 bereits auf rein
elektrische Komponenten (Leistungselektronik inklusive Ladege-
rät, elektrische Maschine, Batteriesystem, Brennstoffzellensys-
tem). Für das Jahr 2030 erhöht sich der Anteil dieser Komponen-
ten am Gesamtwachstum auf rund 60 %.
EFFIZIENZTECHNOLOGIEN SIND EIN JOBMOTOR
In Summe beläuft sich das Gesamtbeschäftigungspotenzial im
Automobilsektor im Jahr 2025 auf gut 18.000 Beschäftigte für
Baden-Württemberg im Vergleich zum Referenzjahr 2013.
Im Bereich der „konventionellen“ Komponenten (Verbrennungs-
motor, Abgassystem sowie Getriebe) resultiert für das Land
Baden-Württemberg im Jahr 2025 ein zusätzliches Marktpotenzi-
al von rund 2,85 Milliarden Euro, was ein Beschäftigungspotenzi-
al von ca. 5.600 Beschäftigten darstellt.
KERNERGEBNISSE UND IMPLIKATIONEN
Weitere Marktpotenziale für das Land bieten die Effizienztech-
nologien und die Nebenaggregate bzw. deren Elektrifizierung mit
einem Zuwachs von insgesamt 3,47 Milliarden Euro (+6.900 Be-
schäftigte). Für das Jahr 2025 ergibt sich durch die Komponenten
des elektrifizierten Antriebsstrangs ein ausschöpfbares Markt-
potenzial von rund 3,1 Milliarden Euro (+5.600 Beschäftigte). Ein
theoretisches Potenzial für ca. 5.800 weitere Beschäftigte liegt
in der Produktion von Batteriezellen und der Übernahme eines
größeren Wertschöpfungsumfangs bei der Herstellung der elek-
trischen Antriebsstrangkomponenten.
FORSCHUNG BRINGT DIE SPITZENPOSITION
In Baden-Württemberg gibt es insbesondere im Rahmen des
Spitzenclusters Elektromobilität Süd-West innovative For-
schungsprojekte, die Potenziale für eine Leitanbieterschaft er-
schließen. Zu den Themenfeldern gehören unter anderem der
Anlagenbau (unter anderem in den Bereichen Zellfertigung und
Batterieherstellung) sowie die Herstellung von Leistungselek-
troniken, elektrischen Maschinen und Aktivmaterialien für die
Zellfertigung. Zusätzlich laufen im Schaufenster Elektromobilität
LivingLab BW
e
mobil anwendungsorientierte F&E-Projekte zur
strategischen Unterstützung der Marktvorbereitung. Solche For-
schungsaktivitäten sind auch weiterhin wichtig und notwendig,
um Kosten zu senken sowie ein attraktives Marktportfolio im an-
laufenden Markt der Elektromobilität generieren zu können.
ENTSCHEIDER SETZEN AUF ELEKTROMOBILITÄT
Die in der Studie befragten Experten aus Wirtschaft und Politik
sind sich einig, dass sich das Thema Elektromobilität nach Höhen
und Tiefen in den letzten fünf Jahren als fester Bestandteil in den
Technologie-Roadmaps und F&E-Strategien der Unternehmen eta-
bliert hat.
NUR GEMEINSAM SIND WIR ERFOLGREICH
Für die Etablierung der Elektromobilität als attraktiver Zukunfts-
markt müssen Wirtschaft, Wissenschaft und öffentliche Hand
auch weiterhin sehr eng zusammenarbeiten. Die Ausschöpfung
der hierdurch entstehenden Synergien bildet das Fundament für
eine nachhaltige Positionierung Baden-Württembergs als einer
der führenden Anbieter und Märkte der Elektromobilität.
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