STRUKTURSTUDIE - page 81

Die positive Bewertung des Status quo der Elektromobilität in Deutschland und Baden-Württemberg zeigt, dass Politik und Wirtschaft mittlerweile
ein klares Bekenntnis zum Aufbau dieser Technologie abgeben und sich die Relevanz des Themas im Vergleich zum Jahr 2009 erhöht hat. Ein Blick
in die konkurrierenden Märkte wie in die der USA und Asiens macht jedoch deutlich, dass deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich
bisher nicht die unangefochtene Technologieführerschaft für sich beanspruchen können:
Tabelle 54: Wie sind, Ihrer Einschätzung nach, baden-württembergische Unternehmen im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz aufgestellt?
4.3.3 HANDLUNGSBEDARF IM BEREICH DER
LADEINFRASTRUKTUR
Die Frage nach dem flächendeckenden Aufbau einer öffentlichen
Ladeinfrastruktur bleibt bisher einer der „großen Unsicherheitsfak-
toren” (Schmauder) unter den unterschiedlichen Akteuren im Feld
der Elektromobilität. So sei beispielsweise noch unklar, ob öffent-
liche Ladestationen eines Tages in dem Ausmaß genutzt werden,
dass tragfähige Finanzierungsmodelle für deren Ausbau und Betrieb
ermöglicht werden. Verkehrsminister Hermann betont daher, dass
die heutigen Ladeinfrastrukturprojekte in erster Linie als „Signal” an
die noch zögernden Endnutzer verstanden werden sollten, welches
»Die öffentliche Ladeinfrastruktur halten wir für wichtig, weil
man Nutzern von Elektrofahrzeugen das Signal gibt: ‚Du bleibst
nicht liegen’. Wir erwarten natürlich nicht, dass das künftige
Elektroauto vorwiegend auf der Straße geladen wird. Aber
dieser Sicherheitsfaktor, eine Ladesäule in der Nähe finden zu
können, der ist natürlich für die Akzeptanz von Bedeutung.«
Winfried Hermann, MVI
das breite Bekenntnis der Politik und die zukünftige Weiterentwick-
lung alternativer Antriebsformen manifestieren soll:
Dr. Volkmar Denner
Wir sehen, dass es
extrem viele Forschungsaktivitäten und Start-ups
in den USA gibt
. Die Maschinerie im Silicon Valley im Bereich innovati-
ver Batterietechnologie läuft dort mit voller Drehzahl. Wir müssen
auf-
passen, dass wir nicht von zwei Seiten in die Zange genommen wer-
den
: Einerseits haben wir die
Großserienproduktion in Asien
, die so
schnell nicht aufzuholen ist, und
auf der anderen Seite stehen die USA
mit innovativen Ideen und einer regen Start-up-Kultur
.
Winfried Hermann
Wir beobachten mit einer gewissen Sorge,
dass wir die Wettbewer-
ber in den anderen Ländern bisher nicht überholen konnten,
obwohl
die baden-württembergische Industrie viel an Schwung gewonnen hat.
Jetzt muss man dranbleiben. Das heißt auch, dass man sich
vom
scheinbaren Abklingen des Hypes nicht beeindrucken lassen darf
und
jetzt einen langen Atem beweisen muss.
Siegbert Lapp
Mit einem i3 kommt man leider heute noch nicht ganz so weit.
Da sind
uns die Amerikaner doch ein Stück voraus
. Irgendwann müssen aber
sicherlich auch die europäischen Hersteller, und speziell natürlich die
deutschen,
ein ordentliches, rein elektrisches Fahrzeug aufbauen und
kostengünstig anbieten
.
Karl Schmauder
Beim elektrifizierten Fahrzeug der Zukunft ist es
schwieriger, sich
über die Antriebseinheit zu differenzieren
. Da sind wir in Baden-
Württemberg schon herausgefordert und müssen ehrlich zu uns sein:
Zumindest bis heute
können wir nicht für uns in Anspruch nehmen,
was wir beim Verbrennungsmotor können
: Nämlich, dass hier eine
Menge Weltmarktführer sitzen.
Dr. Nils Schmid
Baden-Württemberg hat den Vorteil, dass es
ganzheitlich gut aufge-
stellt
ist. Zulieferer aus Baden-Württemberg
beliefern weltweit die
Branche mit elektromobilen Komponenten und Systemen
. Unsere
Fahrzeughersteller haben hybride Lösungen, batterieelektrische
Fahrzeuge und Brennstoffzellen in der Kundenerprobung oder bereits
am Markt platziert.
Prof. Dr. Thomas Weber
Bei Innovationen kommt es immer auch auf den
richtigen Zeitpunkt
an – und auf
Geschwindigkeit
. Lange hat sich das Vorurteil gehalten,
die deutsche Automobilindustrie hätte hier den Trend verschlafen.
Nicht zuletzt beim Rollout der Plug-in-Hybride
geben wir aber ganz
klar den Takt vor
.
Wie sind, Ihrer Einschätzung nach, baden-württembergische Unternehmen im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz aufgestellt?
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