STRUKTURSTUDIE - page 91

werde durch die elektrische Carsharing-Flotte noch zusätzlich
verstärkt, da auch diese Fahrzeuge häufig über längere Zeit und
auch nach beendeter Ladung an den Ladestationen verbleiben
und die dazugehörigen Parkplätze für andere Elektrofahrzeuge
blockieren. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass elektrische
Carsharing-Fahrzeuge in Stuttgart bisher anderen Tarifbedin-
gungen unterliegen als Privatnutzer. Während Letztere eine an
die Parkzeit gekoppelte Gebühr zahlen, profitieren Sharing-Fahr-
zeuge unabhängig von ihrer Standzeit von einem Pauschaltarif
für das Aufladen. Um die Auslastung der Ladeplätze bei einer
steigenden Verbreitung privat genutzter Elektrofahrzeuge künftig
zu optimieren, sollte nach anderen Ansätzen gesucht werden,
Sharing-Fahrzeugen weiterhin ein angemessenes Tarifmodell
zu bieten. Gleichzeitig sollten aber Anreize gesetzt werden, die
Stehzeiten an den Ladeplätzen möglichst gering zu halten. Im
Falle des Zusammenspiels mit elektrischen Carsharing-Flotten
müssen konzeptionelle Lösungen gefunden werden, um die Fluk-
tuation auf den Ladeplätzen zu erhöhen. Eine Möglichkeit wäre
es beispielsweise, die Carsharing-Nutzer, analog zum Vorgang
des Ladens leergefahrener Fahrzeuge, mit einigen Freiminuten
für die Nutzung eines geladenen Fahrzeugs zu belohnen.
So kann man zusammenfassend festhalten, dass neben einer
besseren Vernetzung der einzelnen Infrastrukturanbieter hin-
sichtlich Zugang und Abrechnung die kommunalen Gegeben-
heiten wie das jeweilige Parkplatzangebot und die vorhandenen
Mobilitätsanbieter einer Stadt bei der Planung und dem Ausbau
von öffentlicher Ladeinfrastruktur Beachtung finden müssen.
Weiterhin sollte künftig noch intensiver um die Beteiligung pri-
vatwirtschaftlicher Akteure beim Aufbau von „halböffentlicher“
Ladeinfrastruktur geworben werden. Denn die Gelegenheiten
zum Laden von privaten Elektrofahrzeugen stehen meist mit
parallel angebotenen Aktivitäten für den Fahrzeugfahrer im Zu-
sammenhang, sodass sich beim künftig erwarteten Markthoch-
lauf schrittweise neue Verknüpfungsmöglichkeiten mit anderen
Produkten oder Dienstleistungen ergeben werden. Zudem liegt
ein weiterer möglicher Förderungsschwerpunkt auf dem Aufbau
von Ladeinfrastruktur bei Unternehmen bzw. Arbeitgebern, da
die Verfügbarkeit von Ladestationen am Arbeitsplatz einen hohen
Anreiz und einen Sicherheitsfaktor für (potenzielle) Nutzer von
Elektrofahrzeugen darstellt (vgl. Abbildung 63).
Abbildung 63: Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz als Voraussetzung für Nutzerakzep-
tanz von Elektromobilität.
27 %
15 %
2 %
5 %
51%
trifft überhaupt nicht zu
trifft überwiegend nicht zu
teils/teils
trifft überwiegend zu
trifft voll zu
Falls ich mir jemals ein Elektrofahrzeug kaufen würde, wären
Ladesäulen am Arbeitsplatz eine wichtige Voraussetzung dafür
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