Kommunaler Standortvorteil Elektromobilität

Elektromobil mit Anschluss – Bedarfsgerechte Elektromobilität in Meckenbeuren - Foto: (c) emma/Bernd Hasenfratz

Elektromobilität und vernetze Verkehrsangebote wachsen für die Städte und Gemeinden zu immer wichtigeren Planungsaufgaben heran. In vielen Bereichen der öffentlichen Verwaltung sind neue Mobilitätsangebote wichtige Standortfaktoren. Der Auftakt der Workshopreihe „Kommunaler Standortvorteil Elektromobilität“ des Gemeindetags Baden-Württemberg und der e-mobil BW brachte im Regierungsbezirk Karlsruhe über 30 Entscheider, Praktiker und Planer aus den kommunalen Verwaltungen zum Erfahrungsaustausch zusammen.

Elektromobilität und vernetzte Verkehrsangebote

Die Aufgaben der Kommunen aus dem Bereich der Daseinsvorsorge münden verstärkt in bürgerorientierte Dienstleistungen – auch mit Angeboten rund um die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger. Das gilt vor allem für den Öffentlichen Personennahverkehr, aber auch in verstärktem Maße insgesamt für die Stadt-, Verkehrs- und Siedlungsplanung. Ziele sind Lebens- und Umweltqualität, geringe Lärmbelastungen, optimale Erreichbarkeiten für Personen- und Güterverkehr, aber auch geringe Kosten und flexibel nutzbare Angebote der öffentlichen Hand für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen. Kommunen treten damit immer öfter gegeneinander als Wettbewerber um Ansiedlungen von Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Gewerbebetrieben an. Elektromobilität und vernetzte Verkehrsangebote bieten vor diesem Hintergrund vielfältige Handlungsoptionen für Kommunen. So können beispielsweise Mobilitätsstationen als kombinierte Haltestellen für den ÖPNV, als Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge dienen – und mit Services wie öffentlichem W-Lan Hotspot, als Rufsäule zur Polizeiwache oder als Treffpunkt für Fahrgemeinschaften im Pendleralltag weiter punkten.

Chancen nutzen für mehr Lebensqualität

„Verkehr und nachhaltige Mobilität sind zentrale Themen in unseren Städten und Gemeinden. Da die Zahl der Verkehrsteilnehmer und der Verkehrsmittel immer weiter steigt, muss man sich vor Ort mit der Frage beschäftigen, wie man den Verkehr im öffentlichen Raum leitet und welche Verkehrsmittel am besten zu den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort passen. Wir sind bereits im Zeitalter der automatisierten, vernetzen und elektrischen Mobilität angelangt und haben damit große Möglichkeiten für die Gestaltung von ÖPNV und der Straßen- und Siedlungsinfrastruktur. Das schaffen wir nicht in einem großen Wurf, aber in vielen aufeinander aufbauenden Schritten. Wir sollten die Chance nutzen, immer mehr Elektrofahrzeuge in den Verkehrsfluss zu integrieren und gleichzeitig digitale Parkplatzbuchungssysteme einführen. Unsere Elektrofahrzeuge können im Zuge des Ausbaus der Photovoltaik darüber hinaus zu Stromspeichern und – miteinander vernetzt – sogar zu Strombanken werden. Damit erreichen wir für die Kommunen echte Standortvorteile und für die Bürgerinnen und Bürger mehr Lebensqualität“, so Roger Kehle, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg.

Kommunen als Schlüsselplayer

„Kommunen sind für uns Schlüsselplayer. Regionale und kommunale Angebote rund um die Elektromobilität stellen die besten Antworten auf viele Herausforderungen und den damit verbundenen Änderungs- und Modernisierungsbedarf. Um die geforderten Grenzwerte für die Luftqualität einzuhalten, muss an vielen Stellen gehandelt werden. Das Angebot moderner, vernetzter, effizienter, umweltfreundlicher Mobilität wächst zum bedeutenden Standortfaktor für die Kommunen heran – und Elektromobilität ist ein im Gesamtbild entscheidender Baustein“, ergänzt Franz Loogen, Geschäftsführer der e-mobil Baden-Württemberg.

Große Themenvielfalt für Workshopteilnehmer

Die insgesamt vierteilige Workshopreihe des Gemeindetags Baden-Württemberg und der e-mobil Baden-Württemberg hat die Unterstützung der Kommunen beim Aufbau neuer Mobilitätsangebote zum Ziel. In dem ersten Workshop wurden unter anderem der Aufbau und der Betrieb von intelligenter Ladeinfrastruktur durch Stadtwerke, E-Roaming-Angebote für private Fahrer von Elektro- und Plug-in-Hybrid-Pkw, die Elektrifizierung von städtischen Fuhrparks und Buslinien oder die Möglichkeiten des E-Carsharing thematisiert. Der rechtliche Rahmen des Elektromobilitätsgesetzes (EmoG) mit den Möglichkeiten zur Bevorrechtigung von E-Fahrzeugen wurde ebenso erörtert wie die rechtlichen Fragen zum Laden beim Arbeitgeber und zum Erneuerbaren Energiegesetz (EEG) und der Stromsteuer. Zu den Referenten zählten Sven Lierzer, Senior Consultant bridging it (Stuttgart) und Dr. Bertram Harendt, Deutsches Dialog Institut (Frankfurt/Main) zur Begleit- und Wirkungsforschung des Schaufensters Elektromobilität Baden-Württemberg sowie Matthias Brumbach, Teamleiter Produktentwicklung E-Mobilität bei EnBW (Stuttgart), Max Nastold, Geschäftsführer der e-Motion Line (Karlsruhe), Manfred Schmid, ISME Institut Stadt |Mobilität | Energie (Stuttgart), und Tobias Cwiertnia vom Gemeindetag BW.

Mathias Kassel, Abteilungsleiter Verkehrsplanung der Stadt Offenburg, stellte als eines der 20 Modellprojekte zur Elektromobilität Ländlicher Raum das Offenburger Projekt „Einfach Mobil“ vor, das den Aufbau eines Netzes von Mobilitätsstationen in Offenburg und Umgebung zum Ziel hat. Einen Überblick zu Fördermöglichkeiten auf EU-, bundes- und Landesebene gab Johannes Daum, Programm Manager Infrastruktur Strom der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie NOW.

Anmeldungen noch möglich

Der gemeinsame vom Gemeindetag Baden-Württemberg und der Landeagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie e-mobil Baden-Württemberg veranstaltet Workshop fand am 7. Oktober 2016 in Karlsruhe statt. Er bildet den Auftakt zu einer Reihe von insgesamt vier Workshops, die die Regierungsbezirke in Baden-Württemberg abdecken. Die weiteren Workshops finden am 9. November in Villingen-Schwenningen, am 15. November in Fellbach und am 22. November in Biberach/Riß statt. Die Anmeldung erfolgt über die Verwaltungsschule des Gemeindetags Baden-Württemberg. Die Workshops sind als Fortbildung anerkannt.

Die Termine werden vor Ort durch die „Roadshow Elektromobilität“ ergänzt, die den Teilnehmern der Workshops Gelegenheit gibt, E-Fahrzeuge selbst zu fahren. Die Roadshow Elektromobilität ist eine gemeinsame Veranstaltung der NOW GmbH und der Modellregionen Elektromobilität im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

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