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Industriedialog reFuels

Erneuerbare Kraftstoffe für klimaneutrale Mobilität

Das Land Baden-Württemberg setzt für eine nachhaltige Mobilität technologieoffen unter anderen auf mit erneuerbaren Energien erzeugte synthetische Kraftstoffe, sogenannte reFuels. Der Industriedialog reFuels versteht sich als Plattform für einen kontinuierlichen Austausch und strategische Koordination. Das Förderprojekt baut auf den bisherigen Studien und Projektes des Verkehrsministeriums im Rahmen der Roadmap reFuels auf. Dazu gehört insbesondere der Aktionsplan reFuels und das Projekt InnoFuels des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). 

Wo werden erneuerbare Kraftstoffe benötigt?

In der Luft- und Schifffahrt oder bei Spezial- und Einsatzfahrzeugen werden reFuels langfristig gebraucht, weil batterieelektrische Lösungen oder Brennstoffzellen an ihre Leistungsgrenzen stoßen. ReFuels können in bestehenden Motoren und Infrastrukturen eingesetzt werden und damit unmittelbar einen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Bestand leisten. Sie können in Fahrzeugen der Blaulichtflotten oder militärischen Fahrzeugen eingesetzt werden und können dort auch aufgrund ihrer längeren Lagerfähigkeit einen Beitrag zur Resilienz leisten. Bei der Produktion von reFuels entstehen immer Koppelprodukte, also je nach Produktionspfad neben Kerosin auch Diesel oder Benzin und immer auch Napthta als Grundlage für chemische Produkte. 

Ohne eine bessere Verknüpfung, Koordinierung und gezielten Austausch wird sich ein Markt für reFuels nicht ausreichend schnell entwickeln und Baden-Württemberg droht seine gute Ausgangsposition beim Thema ReFuels zu verlieren.

Kollage aus Bildern, die Photovoltaik-Anlage, Windkraftanlagen und Strommastern zeigen, die bei sonnigem Wetter in ländlichen Regionen stehen.
reFuels sind Kraftstoffe, die mit erneuerbarer Energie erzeugt werden.
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Ziele des Industriedialog reFuels:

  • Industrie, Forschung, Politik und Anwender strukturiert vernetzen,
  • Angebot und Nachfrage zusammenzubringen,
  • konkrete Lösungsansätze zu entwickeln,
  • sowie Wertschöpfungs- und Marktpotenziale für Unternehmen in Baden-Württemberg zu identifizieren.

Der Industriedialog reFuelsstartete zum 1. Januar 2026, ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg gefördert. Ziel ist es Angebot und Nachfrage von reFuels zusammenzubringen, Investitionen in Technologie zu ermöglichen und neue Märkte zu entwickeln. Das Förderprojekt baut auf bisherigen Aktivitäten des Landes, insbesondere auf die Roadmap reFuels, auf.

Rodamap reFuels nennt wichtige Grundlagen 

Mit der Roadmap reFuels für Baden-Württemberg hat das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg im November 2022 einen klaren strategischen Rahmen für das Land Baden-Württemberg definiert. Ziel ist es, Baden-Württemberg als Innovations- und Produktionsstandort für erneuerbare Kraftstoffe zu stärken und gleichzeitig verlässliche politische Leitplanken für Investitionen zu schaffen.

Die Ziele der Roadmap reFuels:

  • die Stärkung von Forschung, Entwicklung und industrieller Skalierung,
  • geeignete regulatorische Rahmenbedingungen auf EU- und Bundesebene.
  • die enge Verzahnung von reFuels- und Wasserstoffhochlauf sowie
  • den Aufbau regionaler und internationaler Partnerschaften.
Grafik zeigt mögliche Einsatzgebiete von reFuels z.B. für die Luftfahrt oder Nutzfahrzeuge
Die Verfahren für eine großtechnische Anwendung müssen skaliert werden, um Effizienzgewinne zu erzielen, große Mengen zu erzeugen, einen breiten Absatzmarkt zu schaffen und die Kosten zu senken.
Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

Industriedialog schafft Transparenz

Mit dem neuen Industriedialog reFuels setzt Baden-Württemberg ein klares Signal: Kooperation statt Einzelinitiativen und mehr Planungssicherheit statt Investitionszurückhaltung. Damit stärkt das Land die industrielle Wettbewerbsfähigkeit, schafft und sichert Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale – etwa in Anlagenplanung, -bau und -betrieb.

Der Marktanteil strombasierter synthetischer Kraftstoffe ist derzeit in Deutschland, Europa und weltweit noch gering. Die Technologien und Produktionspfade zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe sind bekannt. Die Verfahren für eine großtechnische Anwendung müssen skaliert werden, um Effizienzgewinne zu erzielen, große Mengen zu erzeugen, einen breiten Absatzmarkt zu schaffen und die Kosten zu senken. Derzeit gibt es noch keine signifikante Nachfrage in den potenziellen Anwendungssektoren, um die notwendigen Investitionen auszulösen. 

Aufgrund regulatorischer Hemmnisse auf Bundes- und EU-Ebene kommt ein funktionierender Markt nur schwer in Gang. Das Land Baden-Württemberg hat deshalb im Jahr 2025 den Aktionsplan reFuels erarbeitet. Er adressiert konkrete Forderungen - vor allem an die EU-Kommission -, um den regulatorischen Rahmen für reFuels und die Produktion von Wasserstoff zu verbessern. Ergänzend setzt hier der Industriedialog reFuels an.

Vorschläge des Aktionsplans reFuels:

  • Vorschläge für den Hochlauf von Wasserstoff und Anlagen für reFuels
  • Nutzung von prozessbedingtem CO2die Kraftstoffproduktion,…
  • sowie bessere Rahmenbedingungen für Produktion und Import erneuerbarer Kraftstoffe.

Damit positioniert sich Baden-Württemberg aktiv im europäischen Diskurs und setzt Impulse für eine innovationsfreundliche Regulierung.

Ein modernes, dunkelgraues Auto wird an einer Tankstelle mit grünem Zapfhahn betankt. Im Hintergrund stehen ein grüner Tanklaster, Solarpanels und ein Windrad.
Erneuerbare Kraftstoffe, sog. reFuels, können in bestehenden Motoren und Infrastrukturen eingesetzt werden.
KI-generiertes Bild mit DALL·E (OpenAI)

Weitere Informationen & Projekte zu reFuels