Ein Tablet steht neben einem blauen Notizblock, einem Handy und einer Tasse Kaffee auf einem runden Holztisch. Im Hintergrund sieht man einen Holzstuhl, eine Pflanze und eine Fensterfront.
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Elektromobilität 

Zumeldung ELAB 2040-Studie

E-Mobilität ist globaler Markttrend; kein Produkt europäischer Regulierung

Ein Mann spricht. Blauer Hintergrund und ein Mikro.
Franz Loogen, Geschäftsführer der Landesagentur e-mobil BW, ordnet die aktuelle Studie ein.
e-mobil BW / KD Busch

Das Fraunhofer IAO hat heute (16.7.2026) im Auftrag von vbw bayme vbm, Südwestmetall und Gesamtmetall eine neue Studie mit dem Titel „ELAB 2040 – Wertschöpfung und Beschäftigung in der Automobilindustrie“ veröffentlicht. Die Studie untersucht, wie sich die europäische Wertschöpfung ausschließlich entlang des Antriebsstrangs bis 2040 entwickelt. Vier Szenarien mit unterschiedlicher EU-Flottenregulierung stehen dabei im Fokus. Diese reichen vom vollständigen BEV-Neuzulassungszwang ab 2035 (aktuelles EU-Recht) bis hin zu keinerlei Vorgaben durch die Europäische Union.

Franz Loogen, Geschäftsführer der Landesagentur e-mobil BW: „Die Antriebswende ist kein Produkt europäischer Regulierung, sondern ein globaler Markttrend. Das zeigt auch das Szenario der ELAB 2040-Studie gänzlich ohne EU-Regulierung. Bis 2040 erreicht der xEV-Anteil an den Neuzulassungen dort knapp 80 % (53 % BEV + 26 % Hybridvarianten). Die Studie geht zudem davon aus, dass alle verbleibenden Pkw mit Verbrennungsmotoren ausschließlich mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden und dass diese Kraftstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Aufgrund der aktuellen Erzeugungsinfrastruktur ist diese Annahme unwahrscheinlich und in der Praxis für Verbraucherinnen und Verbraucher teuer.“

Strukturelle Probleme kosten Arbeitsplätze

Die Erkenntnisse ergänzen die aktuellen Standort- und Strukturstudien für Baden-Württemberg. Die Studien zeigen übereinstimmend, dass Europa mit massiven, strukturellen Herausforderungen im Weltmarkt kämpft, die hierzulande Arbeitsplätze kosten: Verlagerung nach Asien, Verlust von Skaleneffekten bei sinkenden Stückzahlen und fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Der Absatz europäischer Unternehmen sinkt unabhängig von der Antriebsfrage. Auch wenn die EU keinerlei Antriebsvorgaben machen würde, sinkt die Wertschöpfung im europäischen Antriebsstrang bis 2040 laut Studie um rund 60 Milliarden Euro, d.h. ein Rückgang von fast einem Viertel. Die Antriebsfrage kann also bestenfalls einen Teil der Verluste erklären. Unternehmen der Automobilbranche müssen – unabhängig von der Antriebsart – ihre Innovationsfähigkeit ausbauen und Kosten senken. Welches Potenzial E-Mobilität in angrenzenden Branchen entfaltet, wird von der neuen Studie nicht untersucht. Doch genau hier entstehen neue Arbeitsplätze und Wertschöpfungsketten, z.B. bei der Ladeinfrastruktur, in Fahrzeugelektronik oder in Software.

Franz Loogen, Geschäftsführer der Landesagentur e-mobil BW: „Jede Anstrengung lohnt sich. Der Standort Europa mit einem starken Baden-Württemberg hat gute Zukunftsaussichten, wenn wir konsequent in Innovationen investieren und gleichzeitig unsere Kosten wettbewerbsfähig halten. Die Flexibilisierung der EU-Flottenregulierung sowie dekarbonisierte Kraftstoffe sind ergänzende Lösungswege; sie allein können jedoch die strukturellen Herausforderungen nicht lösen.“