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Automatisiertes Fahren

Autonome Autos und der Stadtverkehr

Forschungsprojekt RELAI untersucht erwartungskonformes Verhalten und Interaktion mit Fußgängern

Besondere Aufmerksamkeit kommt im Rahmen von RELAI der Interaktion mit Fußgängern zu, da diese vor allem bei höherem Automatisierungsgrad (Level 4 und 5) an Bedeutung gewinnt. Foto: (c) Fraunhofer IAO

Riskante Situationen besonders im innerstädtischen Verkehr, das Verhalten von Fußgängern je nach Kontext und die nonverbale Kommunikation zwischen Verkehrsteilnehmern: Diese bislang mit Blick auf autonome Fahrzeuge kaum beachteten Themen stehen im Mittelpunkt des neuen Verbundforschungsprojekts RELAI – Risk Estimation with a Learning AI (Risikoabschätzung durch eine lernende KI - Künstliche Intelligenz). Im Rahmen von RELAI wird das Konsortium zum einen ein KI-basiertes System zur Generierung und Bereitstellung von synthetischen und variantenreichen Prüfszenarien entwickeln. Zum anderen entsteht eine durchgängige virtuelle Entwicklungsumgebung, bei der unter anderem ein Virtual-Reality (VR)-Fußgängersimulator entwickelt und mit einem Fahrsimulator gekoppelt wird. Das laufende Projekt RELAI wird im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds (mFUND) mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD.

Wer werktags bei Schulschluss mit dem Auto an einer Grundschule vorbeikommt, fährt in der Regel langsamer, als wenn er dieselbe Stelle sonntagmorgens um 5 Uhr passiert. Das Fahrverhalten in dieser Weise an den Kontext und erwartbare Risiken anzupassen, ist für erfahrene menschliche Autofahrer selbstverständlich - für künftige autonome Fahrzeuge jedoch eine bislang ungelöste Herausforderung. Zur Evaluierung und Generierung solcher Szenarien kommt im Rahmen von RELAI eine leistungsfähige Plattform mit modernsten KI-Algorithmen zum Einsatz, die in diesem Fall auf dem EDI hive Framework basiert. Ebenfalls unterstützt die IPG Automotive GmbH mit deren offener Integrations- und Testplattform CarMaker diesen Ansatz optimal, wodurch neben den synthetischen Szenarien eine durchgängige virtuelle Entwicklungsumgebung mit Einbindung von Fußgängern über VR entsteht.

Die EDI GmbH -Engineering Data Intelligence aus Karlsruhe/Pfinztal, die den Forschungsverbund koordiniert, die IPG Automotive GmbH (Karlsruhe), das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (Fraunhofer IOSB), die Universität Stuttgart und das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (Fraunhofer IAO) werden in den kommenden drei Jahren diese Problematik systematisch angehen. Ziel ist unter anderem auch, über die Plattform mCLOUD – ein offenes Datenportal des BMVI rund um Mobilität 4.0 – diese synthetischen Szenarien für kritische Verkehrssituationen zur Verfügung zu stellen, wodurch durch die mCLOUD für die Automobilindustrie aber auch für die Bevölkerung ersichtlich wird, wie autonome Fahrfunktionen entwickelt, trainiert und abgesichert werden können.

Quelle: EDI GmbH