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Wasserstofftechnologie

Erster Brennstoffzellenzug im Probebetrieb

In Baden-Württemberg fährt ab Mitte Juli 2021 erstmals ein mit Wasserstoff betriebener Zug. Mit den Erfahrungen aus dem Testbetrieb sollen alternative Antriebe weiterentwickelt und ihre Marktreife verbessert werden.

Auf der Zollern-Alb-Bahn wird ein Brennstoffzellenzug für ein halbes Jahr im Realbetrieb getestet. Foto: (c) Chrisotph Meichsner

Erstmals kommt in Baden-Württemberg ab Mitte Juli 2021 ein mit Wasserstoff betriebener Zug im regulären Betrieb zum Einsatz. Fahren wird er vor allem auf den Strecken Eyach – Hechingen und Hechingen – Gammertingen – Sigmaringen. Verantwortlich für das Projekt sind das baden-württembergische Verkehrsministerium, der Fahrzeughersteller Alstom und die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG). Mit Air Liquide wurde ein alternativer Lieferant gefunden, der für das Projekt die Versorgung mit grünem Wasserstoff und die mobile Wasserstofftankstelle am Bahnhof Hechingen Landesbahn bereitstellt. Das Brennstoffzellenfahrzeug wird für die Dauer des Probebetriebs bis voraussichtlich Ende Februar 2022 einen Zug aus der derzeitigen Dieselflotte der Zollern-Alb-Bahn ersetzen.

 

Brennstoffzellenzug im Alltagstest

Wie alltagstauglich der Zug ist, zeigt sich nun sowohl während warmer als auch kalter Jahreszeiten. Hinzu kommen auch Steigungen auf der Schwäbischen Alb, die der Zug meistern muss. Ein externer Sachverständiger wird das Projekt begleiten, um die Erkenntnisse zur Weiterentwicklung und zur betrieblichen Optimierung des Zuges nutzen zu können.

Der Brennstoffzellenzug ermöglicht geräuscharme und komplett emissionsfreie Mobilität, denn er stößt nur Wasser, überwiegend in Form von Wasserdampf, aus. Er verfügt neben zwei Brennstoffzellen, die Wasserstoff und Sauerstoff zu Strom umwandeln, zusätzlich über Batterien, die die beim Bremsen entstehende Energie speichern. Mit dieser Technologie lassen sich Strecken, bei denen der Bau von Oberleitungen zu schwierig oder zu langwierig ist, noch umweltfreundlicher befahren. Eine Tankfüllung hat eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern.

 

Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg