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Internationalisierung

Die "Halbleiter-Krise" als Pandemie-Folge

Der Chipmangel zwingt aktuell viele Unternehmen der Automobilindustrie zu Produktionsstopps. Kurzfristige Störungen der Lieferketten überlagern sich mit langfristigen Strukturmerkmalen der Halbleiterindustrie. Eine neue Ausgabe "Wissen Kompakt" der Landeslostenstelle Transformationswissen BW zeigt, wie sich diese Kombination auf die Versorgungssituation in der Automobilindustrie auswirkt.

Die aktuelle Halbleiter-Krise hat gravierende Folgen für die Automobilbranche. Warum es an Chips mangelt, beleuchtet eine neue Ausgabe "Wissen Kompakt" des Transformationswissens BW. Foto: Fotolia / Edelweiss

Die weltweite Halbleiter-Krise zwingt seit Ende 2020 Unternehmen der Automobilindustrie zu Produktionsstopps, nahezu alle Hersteller und die großen Zulieferer müssen ihre Produktionszahlen in diesem Jahr senken. Gründe für den Chipmangel sind einerseits kurzfristige Störfälle, etwa Fabrikbrände und Stromausfälle, andererseits verstärken langfristige Faktoren wie die Struktur der Halbeiterindustrie die Situation.

 

Wissen Kompakt: Chipmangel in der Automobilindustrie

Eine neue Ausgabe "Wissen Kompakt: Die "Halbleiter-Krise" als Folge der Covid-19-Pandemie" der Landeslotsenstelle Transformationswissen BW beleuchtet die aktuelle Situation: Kurzfristige Störungen der Lieferketten kombiniert mit komplexen und langwierigen Produktionsprozessen, um Chips herzustellen. Die Kurzstudie zeigt, wie sich diese Überlagerungen auf die Versorgungssituation mit Halbleitern in der Automobilindustrie auswirkt und analysiert, wie Engpässe entstehen.

Der aktuelle Chipmangel in Folge der Covid19-Pandemie hat gravierende Auswirkungen für die Automobilindustrie: die Produktion von Fahrzeugen muss reduziert oder zeitweise ganz gestoppt werden. Expert:innen schätzen, dass im Jahr 2021 weltweit rund 3,9 Millionen Fahrzeuge im Wert von ca. 90 Milliarden Euro weniger produziert werden. Auch über 2021 hinaus könnte die Versorgungsknappheit bei Halbleitern andauern. Zudem wird ein Ausblick auf die geplante Erhöhung der Fertigungskapazitäten und aktuelle industriepolitische Ziele gegeben. 

Die Publikationsreihe "Wissen Kompakt" fasst relevante Infos für Zuliefererunternehmen und das Kfz-Gewerbe in Baden-Württemberg übersichtlich und verständlich auf wenigen Seiten zusammen. Eine Übersicht über alle erschienen Kurzstudien stehen online unter www.transformationswissen-bw.de/wissensspeicher/publikationsdatenbank zum Download bereit.

 

Smarte Lieferketten und robuste Strategien für die Transformation

Die aktuelle "Wissen Kompakt"-Ausgabe ist Teil des Projekts „ReLike – Smarte Lieferketten und robuste Strategien für die Transformation“, welches aktuell im Auftrag der e-mobil BW durchgeführt wird. Bereits im Winter 2021 erschien ein erster Zwischenbericht. Thema waren die Auswirkungen von externen Störungen auf die bestehende Automobilindustrie in Baden-Württemberg am Beispiel Covid-19. Diese wurden bis zum 3. Quartal 2020 beschrieben und Strategien zur Bewältigung aus Unternehmensperspektive dargestellt.